Aktivität: Aufgrund des Offenen Ganztags haben die Bielefelder Schüler immer weniger Zeit für Aktivitäten im Sportverein. Durch die Zusammenarbeit von Schulen und Sportorganisationen soll die Bewegung der Kinder garantiert sein. - © dpa
Aktivität: Aufgrund des Offenen Ganztags haben die Bielefelder Schüler immer weniger Zeit für Aktivitäten im Sportverein. Durch die Zusammenarbeit von Schulen und Sportorganisationen soll die Bewegung der Kinder garantiert sein. | © dpa

Bielefeld Sportvereine und Schulen in Bielefeld sollen Kooperation intensivieren

Der Sportbund lädt zu einem Fachforum ins Helmholtz-Gymnasium ein

Christian Geisler

Bielefeld. Mit der Einführung des Offenen Ganztags und dem Abitur nach der zwölften Klasse (G8) haben Kinder zwischen sieben und 14 Jahren immer weniger Zeit für Freizeitaktivitäten. "Das hat auch Auswirkungen auf unsere Sportvereine", sagt Karl-Wilhelm Schulze, Geschäftsführer vom Sportbund Bielefeld. So sind mittlerweile nur noch 27.000 Kinder und Jugendliche in Bielefelder Sportvereinen aktiv. "Durch den Ganztag sind Schüler sehr viel eingebunden", begründet Tobias Kopp von der Sportjugend und Schulze ergänzt mit Nachdruck: "Diesem Trend müssen wir entgegensteuern." Daher soll die Zusammenarbeit zwischen Sportorganisationen und Schulen in Bielefeld weiter intensiviert werden - der Sportbund lädt zu einem Fachforum am 30. November im Helmholtz-Gymnasium ein. Der Ganztag hat Auswirkungen auf Sportvereine Seit 2013 bestehen bereits 40 Kooperationen zwischen Sportvereinen der Region und den Grundschulen vor Ort. Die Zusammenarbeit erstreckt sich aber nicht über alle 46 Grundschulen Bielefelds, sondern vorwiegend auf wenige, in diesem Bereich besonders aktive, Lehranstalten. Das soll sich mit dem Fachforum "Schwerpunkte in der Zusammenarbeit von Sportvereinen und Schulen - Perspektiven für ein bewegtes Bielefeld" ändern. Unter anderem soll die Frage geklärt werden, wie Vereine und Schulen voneinander profitieren können und welche Bedingungen dafür notwendig sind. Die Einladung richtet sich insbesondere an Schul- und Vereinsvertreter, Träger des schulischen Ganztags, Schul- und Sportverwaltung, Schul-, Sport- und Jugendpolitiker sowie Studierende. Drei Stunden Sportunterricht in der Woche sind grundsätzlich zu wenig, erklärt Schulze. Die Folge seien Bewegungsarmut und Fettleibigkeit im jungen Alter. "Es ist wichtig, dass sich die Kinder so viel bewegen, wie möglich", sagt auch Sven Sörensen, Berater im Schulsport seitens der Bezirksregierung Detmold. Zwei zusätzliche Sporteinheiten im Ganztag seien daher zwingend notwendig. Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, auch in der Freizeit noch zu einem Sportverein zu gehen. Die Koordinationsstelle Sport im Ganztag der Sportjugend im Sportbund und die Berater im Schulsport der Bezirksregierung Detmold haben daher die Formel "3+2+x" entwickelt. Das x steht für die unbestimmte Zahl an Stunden im Sportverein. Laut Viktoria Seele von der Sportjugend ist der Sport im Ganztag "anders als in den Vereinen." Zwar sei er verpflichtend, gleichzeitig aber auch ein wichtiger Baustein für Integration und Inklusion. Werte wie Teamgeist und Spaß an der Bewegung seien förderlich für die Entwicklung von Kindern. "Der Wettbewerbsgedanke ist untergeordnet", so Seele. Die Zusammenarbeit mit einer Schule biete den Sportvereinen der Region viele Chancen. Aber: "Die Vereine müssen sich neu definieren, um sich als Bildungspartner zu etablieren", sagt Seele. Viele Sportorganisationen würden weiter darauf warten, dass die Kinder zum Verein kommen, wie früher. Bedingt durch den Offenen Ganztag sollten die Klubs aber besser zu den Kindern gehen, so Seele. Indem sich die Vereine in der Schule einbringen, könnten sie ihren Bekanntheitsgrad vor Ort steigern und ihr Image aufbessern. "Natürlich ist es auch möglich, Mitglieder zu gewinnen. Garantiert ist das aber nicht und das sollte auch nicht im Vordergrund stehen", erklärt Seele. Das Fachforum liefert keinen "Königsweg", wie die Kooperation zwischen Sportvereinen und Schulen optimal verlaufen sollte, so Schulze. "Es gilt, für jeden Einzelfall kluge Bausteine zu finden", sagt der Geschäftsführer des Sportbunds. Ziel sei es, Perspektiven für ein bewegtes Bielefeld aufzuzeigen. Programm des Fachforums am 30. November Das Fachforum „Schwerpunkte in der Zusammenarbeit von Sportvereinen und Schulen" findet am Donnerstag, den 30. November, im Helmholtz-Gymnasium in der Ravensberger Straße 131 statt. Beginn ist um 15.45 Uhr. Nach der Anmeldung folgt der sogenannte „Markt der Möglichkeiten". Hier stellt sich der Bielefelder Sport bis 16.15 Uhr den Gästen des Forums vor. Von 16.30 Uhr bis 17.15 Uhr geht es mit einer Talkrunde weiter. Frank Spannuth von der Bezirksregierung Detmold, Bernd Gröben von der Universität Bielefeld, Udo Witthaus, Beigeordneter der Stadt, Birte Feyerabend von der Sportjugend NRW und Wolfgang Fischer von der Staatskanzlei NRW sind als Talkgäste geladen. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion folgen Themenforen und Praxisworkshops. Von 17.30 Uhr bis 19 Uhr können verschiedene Foren besucht werden. Unter anderem wird die Frage geklärt, wie Inklusion und Integration im Sport gelingen können. Darüber hinaus wird der organisierte Sport als Bildungspartner der Schule vorgestellt. Mit einem Fazit, inklusive Auswertung und Ausblick, schließt das Fachforum bis 19.30 Uhr ab. Anmeldungen erfolgen bis Freitag bei Alina Hörmann unter 0 521/52 51 55 0 oder a.hoermann@sportbund-bielefeld.de.

realisiert durch evolver group