Keine Blöße gegeben: Julius Hinz und die TSG A-H Bielefeld bezwangen den ASV Hamm Westfalen II. - © Andreas Zobe
Keine Blöße gegeben: Julius Hinz und die TSG A-H Bielefeld bezwangen den ASV Hamm Westfalen II. | © Andreas Zobe

Bielefeld TSG-Handballer bleiben ungeschlagen

Oberliga: Der ASV Hamm drückt beim 19:26 gegen den Tabellenführer vergeblich aufs Tempo

Gregor Winkler

Bielefeld. Der ASV Hamm Westfalen II ist sicherlich nicht das Fallobst der Liga. Die Zweitligareserve steht im unteren Mittelfeld der Tabelle. Und trotzdem schreiben die Ruhrgebietler eine kuriose Bilanz, die sich auch nach der 19:26 (12:13)-Niederlage gegen die TSG A-H Bielefeld nicht geändert hat. Von den vier bisherigen Heimspielen gewann das Team von Tobias Mateina keins. Drei der vier Auswärtsauftritte gingen dafür an den ASV. Um im häufig genutzten Bild zu bleiben: Über eine eigene Festung verfügt Hamm augenscheinlich nicht, bedroht dafür aber als wilde Horde gerne andere Domizile. Für den Tabellenführer, und als solcher reiste die TSG bekanntlich die A 2 hinunter, wäre es wohl leicht beschämend gewesen, wenn er als erstes Team in Hamm die Punkte abgegeben hätte. Aber die Gastgeber zeigten sich von Beginn an gefährlich. Nach 0:2 und 1:3-Rückstand mussten sich die Bielefelder ins Spiel kämpfen. "Die haben los gelegt, wie die Feuerwehr", beschrieb TSG-Trainer Michael Boy. Vollgas über 60 Minuten mit schneller Mitte und schnellen Abschlüssen - das ist das Spiel des ASV. Boy war darauf vorbereitet und hatte gefordert, dass seine Schützlinge keinesfalls das Tempo verschleppen sollten. "Das haben wir auch nicht getan. Zu Beginn hatten wir allerdings etwas Wurfpech." Nach dem 4:4 legte Hamm immer wieder vor, hatte beim 7:5, 8:6 und 9:7 noch Mal zwei, bei 10:7 (21.) sogar drei Treffer Vorsprung. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit schob sich die TSG dann von 9:11 auf 12:11 vorbei. Coach Boy hatte Mitte der ersten Hälfte Luca Sewing eingewechselt, der bereits vor der Pause dreimal traf. Auf der Gegenseite sah Vincent Saalmann nach drei Zeitstrafen die Rote Karte. Später sollte noch Melf Krause (43.) folgen. "Aber es war keine überhart geführte Partie", beschwichtigte Boy. Die Bielefelder kamen immer besser ins Spiel, vor allem die Abwehr stabilisierte sich zunehmend und ließ sich vom Hochgeschwindigkeitshandball der Gastgeber nicht überrumpeln. Nach einer Dreiviertelstunde war es der starke Tim Schuwerack, der mit dem 20:15 für einigermaßen klare Verhältnisse sorgte. Trainer Boy verschaffte auch einem weiteren Kreisläufer, Tobias Fröbel, nach längerer Verletzungspause wieder Spielzeit, mit einem Treffer krönte der Routinier sein Comeback allerdings noch nicht. Es war halb so wild, denn Fröbels Kollegen hatten die Partie im Griff. Der ASV erzielte kaum noch Feldtore, so dass der Sieg der Bielefelder, die mit 14:0 Punkten ihre weiße Weste behalten, letztlich wohl als gelöste Pflichtaufgabe in die Saisonannalen eingehen wird. TSG: Kroll/Hendrich; Schuwerack (2), Zwaka, Kröger (3), Prüßner (2), Fröbel, Kastening (3), Krause (2), Strathmeier, Kirsch, Rydergård, Hinz (9/7), Sewing (5).

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