Derbyvorfreude: Arne Kämper (TuS 97, li.) und Arne Kröger (TSG) spielten in der vorigen Saison noch zusammen in Mennighüffen. Heute treffen sie im Bielefelder Stadtderby aufeinander. - © Arne Schütforth
Derbyvorfreude: Arne Kämper (TuS 97, li.) und Arne Kröger (TSG) spielten in der vorigen Saison noch zusammen in Mennighüffen. Heute treffen sie im Bielefelder Stadtderby aufeinander. | © Arne Schütforth

Bielefeld TSG klarer Derbyfavorit gegen den TuS 97

Handball-Oberliga: Für Arne Kämper vom TuS 97 und Arne Kröger von der TSG ist das Derby das erste innerstädtische Duell. Im Vorjahr spielten beide noch zusammen

Arne Schütforth

Bielefeld. Natürlich wird geflachst - auch wenn Arne Kröger (TSG A-H Bielefeld) und Arne Kämper (TuS 97) noch gar nicht so richtig wissen, wie ein Bielefelder Derby überhaupt geht. Nach dem Aufstieg des TuS 97 treffen sich Oberligakontrahenten von TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck und TSG A-H Bielefeld wieder zum großen Stadtderby. Am heutigen Freitag (20 Uhr, Realschule Jöllenbeck) ist die TSG der große Favorit - das bestreitet niemand. Berührungspunkte gibt es zwischen den Mannschaften kaum noch, sieht man von TuS-Linksaußen Daniel Meyer oder den Trainern Michael Boy und Sven-Eric Husemann ab. Doch mit den beiden Arnes treffen diesmal zwei Spieler aufeinander, die im Vorjahr noch gemeinsam für den VfL Mennighüffen spielten, sich dort sogar die gleiche Position im linken Rückraum teilten. Frühzeitig entschied sich Arne Kämper, Mennighüffen zu verlassen, da er hinter Kröger zu häufige die klare Nummer zwei war. "Ich habe mir erhofft, mehr Spielanteile zu bekommen. Zudem war die unklare Trainerfrage ein Faktor", erinnert sich Kämper an seine Bewegründe. Wenig später kamen erste Gerüchte auf, dass auch Kröger den VfL verlassen möchte: "Sieben Jahre in Mennighüffen - das war eine schöne Zeit. Mit 26 Jahren war jetzt aber ein guter Zeitpunkt. Die sportliche Herausforderung bei der TSG fand ich sehr attraktiv", begründet Kröger seinen Wechsel, obwohl er unumstrittener Stammspieler war und Oberliga-Torschützenkönig wurde. "Man merkt schon, dass was los ist", blickt Kämper gespannt auf sein erstes Stadtderby. "Daniel Meyer ist schon die ganze Woche on fire", meint Kämper. Zudem sei TuS-Geschäftsführer Wilhelm Boekstiegel ausgesprochen häufig in der Halle gewesen. "Doch wo die Rivalität herkommt, das wissen wir nicht", sagt Kämper. Aktuell scheint diese Rivalität zumindest nicht sportlich begründet - die Bezeichnungen Vilsendorf-Nord (Jöllenbeck) und Baumheide-Süd (Heepen) halten aber altes Konkurrenzdenken nach wie vor am Leben. Kämper stichelt - Kröger ist vorsichtiger. Kein Wunder, hat er doch als Favorit einiges mehr zu verlieren als sein ehemaliger Mitspieler. "Dass die Mannschaft der TSG neu zusammengestellt ist, ist im Derby sicher ein Vorteil", meint Kämper und glaubt an einen konzentrierten Auftritt der Gäste. Das möchte Kröger so nicht gelten lassen: "Den Ball können wir hin und herschmeißen." Eine Idee, wie dem schier übermächtigen Favoriten beizukommen ist, hat Kämper selbstverständlich auch: "Ein Top-Keeper, eine richtig gute Abwehr - und schnell zurückziehen, um Hinz und Strathmeier aus dem Spiel zu nehmen. Dann werden wenig Tore fallen", glaubt Kämper. "Wir müssen über die mannschaftliche Geschlossenheit kommen. Die TSG schlagen, das wäre was", träumt er. Krögers Rezept klingt verblüffend ähnlich: "Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen, eine stabile Abwehr stellen und schnell nach vorne spielen", meint der TSGer. "Die Last unseres Spieles ist auf viele Schultern verteilt. Wir haben keinen Haupttorschützen", wähnt Kröger sein Team schwer auszurechnen. Dass die beiden Spieler vorrangig nur im Angriff zum Einsatz kommen, werden sie - leider, wie Kämper versichert - kaum Zweikämpfe gegeneinander bestreiten. Dafür haben sie genüsslich ein Stellvertreterduell ausgemacht: "Bronko gegen Gusti" - Lukas Heins gegen Gustav Rydergård. "Das wird was."

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