Da kommt man ins Schwitzen: Ob der Torwart der TSG A-H Bielefeld, Max Kroll, auch am Samstag tupfen muss, hängt von den Schützen der HSG Gevelsberg/Silschede ab. - © Andreas Zobe
Da kommt man ins Schwitzen: Ob der Torwart der TSG A-H Bielefeld, Max Kroll, auch am Samstag tupfen muss, hängt von den Schützen der HSG Gevelsberg/Silschede ab. | © Andreas Zobe

Bielefeld TSG-Handballer geht als Favorit ins Heimspiel

Gregor Winkler

Bielefeld. Der Mann dürfte sich in der Seidensticker Halle noch bestens auskennen: Norbert Gregorz kehrt nach Bielefeld zurück. Nein, der ehemalige Kreisläufer, der von 1998 bis 2002 das Trikot der TSG Altenhagen-Heepen trug, übernimmt nicht in Heynckes-Manier den Bielefelder Oberligisten. Er ist mit seiner HSG Gevelsberg/Silschede zu Gast. Seit dieser Saison hat Gregorz bei den Bergischen das Kommando. Sportlich läuft es noch nicht so gut, denn die HSG ist Vorletzter (1:7 Punkte). Mit der unbezwungenen TSG A-H Bielefeld wartet der Tabellenführer. Der Ausflug in sein altes "Wohnzimmer" wird damit für Gregorz, trotz aller schöner Erinnerungen, also kein Ritt durch die Komfortzone. TSG-Coach Michael Boy weiß selbst, dass der Gegner wenig attraktiv ist. "Aber wir müssen uns zusammenreißen. Man kann nicht immer erwarten, dass wir gleich mit 6:0 oder 8:0 führen. Das wird ein Kampfspiel", sagte der Mann, der Gevelsberg studiert hat: "Beim 27:36 gegen Gladbeck waren sie chancenlos. In den anderen Spielen kamen sie auch immer für einen Sieg in Frage", sagt Boy. Ein Remis gegen Augustdorf und zwei knappe Niederlagen gegen Soest und LiT (25:18 und 25:16) sagen noch wenig über die Konkurrenzfähigkeit der HSG aus. Die TSG muss, da sollte man auch nicht drumherum reden, diese Partie gewinnen. "Die werden ja auch eine Portion Respekt vor uns haben", vermutet Boy. Gevelsbergs Stärke könnte die mannschaftliche Geschlossenheit des jungen Kaders sein. Die Stammformation spielt seit drei Jahren zusammen. Das ist der große Kontrast zur TSG, die sich mit ihrem neu formierten Kader offiziell immer noch in der Findungsphase befindet. Wirklich bemerkbar machte sich das aber bislang nur in wenigen Momenten. Kreisläufer Tobias Fröbel muss weiter aussetzen, ansonsten ist das Team fit. Bleibt zu hoffen, dass die Generalprobe für das Bielefelder Derby (13. Oktober) ausreichend Zuschauer anlockt. Der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck bewegt sich erstmals nachdem Aufstieg raus aus der ostwestfälischen Wohlfühlzone. Wobei: Wohl gefühlt haben sich die Schützlinge von Sven-Eric Husemann bei den ersten zwei Auswärtsspielen in Möllbergen und Mennighüffen auch nicht, denn es gab zwei Niederlagen. "Wir könnten anfangen, auch mal auswärts Punkte zu holen", meint Trainer Husemann dann auch etwas schelmisch. Vielleicht bringt die Dienstreise ins Sauerland zum HSV Hemer den erhofften Erfolg. "Das ist ein schwerer Gegner", findet der sportliche Leiter des TuS 97, Thorsten Lehmeier. Als Hemer im Jahr 2015 unter dem Namen Sundwig/Westig Verbandsligameister wurde, war der TuS 97 II die einzige Mannschaft, die den Aufsteiger schlug. Im darauf folgenden Abstiegsjahr der ersten Mannschaft des TuS 97 holten die Bielefelder nur einen Zähler gegen die Sauerländer. Schnee von gestern. Aktuell liest sich die Bilanz des HSV nicht gut. Niederlagen gegen die TSG und Loxten, ein torarmes Remis gegen Mennighüffen und ein Sieg beim Abstiegskonkurrenten Ferndorf II lassen Luft nach oben. Das Team gilt dennoch als schlagkräftig. "Sie spielen ein gutes Tempo hinten raus. Bisher sind sie sicher hinter ihren Möglichkeiten geblieben", glaubt Husemann erkannt zu haben. Er hat seinen Kader komplett beisammen und fordert: "Wir müssen vorne effektiv spielen. Ein leichtes Spiel wird das sicher nicht."

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