Kraftvoll und konzentriert: Valentin Günther war in seinem Match gegen den Dänen Sören Olesen voll gefordert. - © Andreas Zobe
Kraftvoll und konzentriert: Valentin Günther war in seinem Match gegen den Dänen Sören Olesen voll gefordert. | © Andreas Zobe

Bielefeld Tennis-Zweitligist BTTC startet mit knappem Sieg

Die Bielefelder haben in einem Krimi mit nicht weniger als fünf Champions-Tiebreaks Nerven wie Drahtseile und bezwingen den Suchsdorfer SV mit 5:4

Hans-Joachim Kaspers

Bielefeld. Spannung pur und eine Gänsehaut-Atmosphäre: Das Auftaktspiel des Bielefelder TTC in der 2. Tennis-Bundesliga brauchte sich hinter keinem Tatort zu verstecken. Nach sechs unglaublich engen Einzeln und ebenso knappen Doppeln setzten sich die Gastgeber mit 5:4 gegen den Suchsdorfer SV durch. Dabei wurden nicht weniger als fünf Spiele im Champions-Tiebreak entschieden. Den fünften Punkt holte nach mehr als sechs aufregenden Stunden das Doppel Louis Weßels/Maxi Wilde. In der ersten Runde schienen zunächst die Gäste die besseren Karten zu haben, denn sowohl Louis Weßels als auch Lars Behlen verloren den ersten Satz. „Ich bin schlecht reingekommen und habe nur schwer meinen Rhythmus gefunden", kommentierte Weßels seine Leistung, die sich aber verbesserte, als er aggressiver zu Werke ging. So kam er sicher in den Champions-Tiebreak, den er mit einem Ass zum 10:8 für sich entschied. »Das waren 
zwei unfassbare
 Bälle« Mit dem gleichen Resultat hatte auch Behlen das bessere Ende für sich, obwohl er in besagtem Tiebreak schon 3:6 zurück gelegen hatte. „Dann musst du einfach Punkt für Punkt runterspielen", meinte die Nummer sechs des BTTC, die beim Matchball einen Stopp mit einem Gegenstopp beantwortete und irgendwie den Schläger hochreißen konnte, als der Ball tatsächlich noch einmal zurück kam. Auf so viel Stress hatte Valentin Günther offenbar keine Lust. Der Youngster lag zwar in seiner „Verlängerung" mit 0:3 zurück, machte aber anschließend zehn Punkte hintereinander zum 10:3. „Das habe ich in dieser Form auch noch nicht erlebt", zauberte der Spielverlauf ihm ein breites Lächeln ins Gesicht. Wer nun geglaubt hätte, dass Suchsdorf resignieren würde, sah sich getäuscht. Zwar behielt Tallon Griekspoor im Spitzeneinzel in zwei Sätzen gegen den Franzosen Arthur Rinderknech die Oberhand, doch sein Bruder Kevin und Neuzugang Jannik Rother verloren ihre Spiele. Auch Rother kam nach einem schwachen ersten und einem sehr viel stärkeren zweiten Satz in den Champions-Tiebreak, doch schien das Glück des BTTC nun aufgebraucht. Beim Stand von 8:7 kassierte Rother einen unglücklichen Netzroller und nach einem Klasse-Return seines Gegner hatte er mit 8:10 das Nachsehen. „Das waren zwei unfassbare Bälle", haderte Rother mit seinem Schicksal, „schade, schade, dass ich in meinem ersten Spiel für den BTTC nicht gewonnen habe!" Georg Magnus atmete am Ende ganz tief durch. „Puh, war das eng!" meinte der BTTC-Chefcoach, der unumwunden zugab, „dass bei insgesamt fünf Championas-Tiebreaks auch ein bisschen Glück dazugehört". Er sieht sich gleich nach dem ersten Spiel in seiner Meinung bestätigt, dass die Teams in diesem Jahr von der Leistungsstärke her noch dichter beieinander liegen als 2016: „Um so wichtiger war es, mit einem Sieg zu starten." BTTC – Suchsdorfer SV: T. Griekspoor – Rinderknech 6:3, 7:6 (8:6); Weßels – Bartels 2:6, 6:1, 10:8; K. Griekspoor – Barth 4:6, 5:7; Günther – Olesen 7:5, 4:6, 10:3; Rother – Bjerrehus 1:6, 6:1, 8:10; Behlen – Bähre 4:6, 6:2, 10:8; T. Griekspoor/Günther – Rinderknech/Olesen 1:6, 7:6 (8:6), 8:10; K. Griekspoor/Kaczynski – Barth/Bjerrehus 3:6, 4:6; Weßels/Wilde – Bartels/Bähre 6:4, 6:3.

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