Aktivposten im Pech: Leon Prüßner war neben Phil Holland der auffälligste TSG-Spieler, verwarf gut zehn Minuten vor dem Ende jedoch einen wichtigen Siebenmeter. - © Andreas Zobe
Aktivposten im Pech: Leon Prüßner war neben Phil Holland der auffälligste TSG-Spieler, verwarf gut zehn Minuten vor dem Ende jedoch einen wichtigen Siebenmeter. | © Andreas Zobe

Bielefeld Bei den TSG-Handballern wird’s personell immer enger

Die TSG A-H Bielefeld verliert arg dezimiert mit 21:26 (9:12) gegen die HSG Gevelsberg Silschede. Nils Prüßner, Kirsch und Holland verletzt

Arne Schütforth

Bielefeld. Als TSG-Trainer Michael Boy seine Spieler beim Spielstand von 1:3 (9.) zur Auszeit rief, war der Coach mächtig angefressen, wenn nicht gar fuchsteufelswild. Die bislang eingesetzten Akteure durften sich ordentlich was anhören – und doch schickte Boy dieselben sieben Spieler zurück auf die Platte, die er zuvor aufgeboten hatte. Dies sollte die Möglichkeiten, die der doch arg geschrumpften Kader noch bot – Luca Sewing fehlte grippekrank, dafür spielten Teammanager Matthias Geukes und Bjarne Franz – insgesamt ziemlich treffend beschreiben. Einen Fehlpass von Nils Prüßner direkt nach der Auszeit – er musste kurze Zeit später auf Grund einer Verletzung am schon lädierten Knie aufgeben – nutzte Gevelsberg noch zum 1:4 (10.), ehe die Gastgeber ein wenig besser ins Spiel fanden. Nachdem die TSG zum 4:4 (15.) ausgeglichen hatte, legte Gevelsberg über 7:5 (24.) und 9:7 (28.) vor. In dieser Phase verletzte sich auch Til Kirsch. Häufig war es die individuelle Klasse von Phil Holland und Leon Prüßner, die Torerfolge ermöglichte. Nach Wiederbeginn traf Gevelsberg zweimal ins leere TSG-Tor – Boy hatte einen zusätzlichen Feldspieler gebracht –, ehe die Bielefelder erwachten. Um Teammanager Matthias Geukes, der ab der 33. Minute im Innenblock zum Einsatz kam, stand die Abwehr besser. Als die TSG auf 13:15 (39.) verkürzt hatte, nahm Gevelsbergs Trainer sein Time-out. Doch Phil Hollands Fingerverletzung, die er sich schon in Halbzeit eins zugezogen hatte, ließ jetzt keinen Einsatz mehr zu und bremste die Aufholjagd (46.). Das ausgerechnet Leon Prüßner, einer der Besten, beim Stand von 19:22 (54.) einen Siebenmeter verwarf, passte ins Bild des Abends. „Am Ende hat fast niemand mehr auf seiner angestammten Position gespielt. Gevelsberg war dann einfach besser besetzt", erkannte Geukes, der seiner Mannschaft zumindest guten Willen attestierte. Als die Halle schon merklich leer war, brachte Gästetrainer Jörg Müller die verschärfte Situation der Gastgeber auf den Punkt: „Die TSG hatte heute mit einer katastrophalen Personalsituation zu kämpfen. Das konnten wir ausnutzen. Alles Gute an die Jungs, die sich heute verletzt haben." TSG: Welge/Henrichs; L. Prüßner (7/4), Holland (7), Fröbel, Franz, Schmidt (je 2), Strathmeier (1), Schumann, Schuwerack, N. Prüßner, Kirsch, Geukes. Kapitän Carl-Moritz Wagner bleibt der TSG eine weitere Saison erhalten. Der Kreisläufer, der an den Folgen eines Kreuzbandrisses laboriert, möchte Ende des Jahres sein Comeback feiern. Mit Moritz Schneider konnte die TSG indes keine Einigung erzielen. Der Abwehrspezialist wechselt als spielender Co-Trainer zur TSG Harsewinkel.

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