Trotz Achtelfinalniederlage echte Gewinner: Jannes (mit Ball) und Finju von der HSG EGB kämpften gegen Hahlen wacker. - © Andreas Zobe
Trotz Achtelfinalniederlage echte Gewinner: Jannes (mit Ball) und Finju von der HSG EGB kämpften gegen Hahlen wacker. | © Andreas Zobe

Bielefeld Turnier ohne Verlierer: Mini-WM bei der HSG EGB Bielefeld

Handball-Umschau: Die HSG EGB Bielefeld richtete eine Zwischenrunde der vom TV Verl organisierten Mini-WM aus. E-Jugend-Teams aus Ostwestfalen sind dabei

Arne Schütforth

Bielefeld. Ein Spiel ohne echte Verlierer - in Zeiten, in denen das olympische Motto "Dabei sein ist alles", auch schon bei E-Jugendlichen häufig in den Hintergrund tritt, sendete die Mini-WM des TV Verl ein starkes Signal für einen fairen Umgang im Sport. Die Verler hatten vor kurzem eine Idee: "Wir wollten junge Leute für unseren Sport begeistern", erzählt Andreas Guntermann, Vorsitzender der TV-Handballer, der das Turnier passend zu Großveranstaltungen im IHF-Kalender gerne langfristig in Verl etablieren möchte. Orientiert wurde sich am Modus der kommenden Handball-WM 2017 in Frankreich. Den 16 in Verl teilnehmenden Jugendmannschaften wurde dabei je ein Land zugelost. So kam es, dass die Spieler der HSG EGB Bielefeld als Nationalmannschaft Polens aufliefen. Die TSG Altenhagen-Heepen meldete gleich zwei Teams, die Frankreich und Island vertraten. In einer großen Hauptrunde, die Ende Oktober in drei Sporthallen in Verl ausgetragen wurde, erspielten die teilnehmenden Mannschaften eine Platzierung, aus denen sich die Zwischenrunden ergeben sollten. Dabei taktierten die Kleinen schon fleißig: "Es wurde darauf geachtet, dass die Gütersloher Teams eher in Lippstadt, die Bielefelder und Mindener Teams eher in Bielefeld spielen", verriet EGB-Jugendwart Ivo Kraft. Die E-Jugendlichen von Zwischenrunden-Gastgeber HSG EGB sahen sich in ihrem Achtelfinale am Wochenende trotz Heimvorteil mit einem übermächtigen Gegner aus Mazedonien (TSV Hahlen) konfrontiert. "Die Jungs waren ganz schön traurig, dass das Spiel verloren ging", berichtete Kraft, der aber sogleich die Vorzüge des Spielmodus betonte: "Die Teams, die im Achtelfinale ausgeschieden sind, hatten genau so viele Spiele wie die, die sich für das Viertelfinale qualifiziert haben." Mazedonien räumte im Viertelfinale eine weitere Bielefelder Mannschaft, die TSG Altenhagen-Heepen I, aus dem Turnier. "Insgesamt ein sehr cooles Turnier", lobte Christina Fastenau, die den TSG-Nachwuchs betreute. Speziell das Einlaufen der Kinder vor der Hauptrunde in Verl habe Gänsehautmomente hervorgerufen, so Fastenau Neben Mazedonien erkämpfte Spanien (JSG Möllbergen/Barkhausen) ein Endrundenticket. Die wird im Vorfeld des Salming-Cups - ein Turnier für Bundesligamannschaften während der WM-Pause - Ende Januar in Verl ausgespielt. Neben dem sportlichen Kräftemessen dürfen sich alle Teilnehmer über ein großes Handball-Paket freuen: "Alle Mannschaften haben einen Trikotsatz erhalten, werden zu einem Spiel des TBV Lemgo eingeladen und können während der Finalrunde bestimmt das ein oder andere Autogramm sammeln", sagte Kraft. Die Organisation in den Sporthallen der Rosenhöhe klappte reibungslos: "Wir haben unsere B-Jugendlichen in die Verantwortung genommen", erläutert Kraft, der Zugleich ein großes Lob aussprach: Ob als Kampfgericht, Kuchenverkäufer oder Schiedsrichter, teilweise frisch aus dem EDIS-Lehrgang geschlüpft, hätten die Jungs einen "super Job" gemacht. Dabei mussten sie sich auch gegen verbissen mitfiebernde Eltern behaupten, bei denen der Charakter der Veranstaltung vielleicht nicht ganz angekommen war.

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