Bielefeld Crossläufer Petros feiert internationalen Erfolg

Leichtathletik: Als Siebter der Crossgala in Tilburg avanciert der Brackweder zur deutschen Nummer 1 vor Orth und Ringer

Claus-Werner Kreft

Bielefeld. Ein Riesenerfolg für Amanal Petros - aus internationaler wie aus nationaler Sicht: Bei der hochkarätig besetzten Crossgala von Tilburg (Niederlande) bot der 21-Jährige gestern eine imponierende Leistung, wurde Gesamtsiebter im 109-köpfigen Elitefeld und lief vor den beiden Erstplatzierten des Jahres 2015 ins Ziel. Mit überraschend klarem Vorsprung distanzierte er die deutschen Rio-Olympiastarter Florian Orth und Richard Ringer. Ringer, der über 5.000 Meter mit 13:10,94 Minuten zu Buche steht und EM-Bronze in Amsterdam gewann, zählte als Vorjahrssieger zu den Favoriten in Tilburg, musste sich diesmal aber mit Rang 18 begnügen. In 30:35 min. für den 10-km-Kurs war er ebenso chancenlos wie Florian Orth (30:29/15.), dem Amanal Petros (30:09) volle zwanzig Sekunden abnahm. Auch der Vorjahrszweite Khalid Choucoud (Holland, 30:19) lag deutlich zurück. Gleich nach dem Start hatte sich Petros ganz vorn eingeordnet, Orth und Ringer konnten sich dort nur eine Runde lang halten. "Amanal ist mutig gelaufen", lobte Thomas Heidbreder. Zuletzt erlebte der Brackweder Trainer noch eine Schrecksekunde: "250 Meter vor dem Ziel musste er sich kurz abstützen, um einen vollen Sturz zu vermeiden, und verlor ein wenig den Rhythmus." »Ich konnte immer die Übersicht behalten« Dennoch betrug sein Rückstand auf den norwegischen Sieger Sondre Nordstad Moen nur elf Sekunden. Moen, mit 28:29 Min. Dritter der kontinentalen 10-km-Bestenliste 2016, war immerhin schon U-23-Europameister auf der Bahn. Zwei Sekunden nach ihm lief Abdi Hakin Ulad ins Ziel, ein Däne afrikanischer Herkunft. Auf Rang drei folgte als schnellster U-23-Junior der schwedische Hindernislaufspezialist Napoleon Solomon (30:01). Vor Jahresfrist wurde er Achter der Cross-EM in Hyères, wo Petros Bronze gewann. Am 11. Dezember, bei der EM 2016 auf Sardinien, werden beide erneut zusammentreffen. Überzeugender als der Brackweder konnte sich kein DLV-Läufer die Nominierung sichern, U-23-Mitbewerber wie Tobias Blum (30:50 Min.) und Patrick Karl (30:59) hingen gestern weit zurück. Amanal Petros aber zeigte sich hochzufrieden mit seinem Rennen in Tilburg: "Alles lief gut, ich konnte immer die Übersicht behalten. Anfangs lag ich an achter bis zehnter, später auch mal an fünfter oder sechster Stelle. Auf dem letzten Kilometer habe ich versucht, noch mal aufs Tempo zu drücken."

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