Fühlen sich in der Bezirksliga wohl: Marc Ansorge und seine HSG EGB Bielefeld profitieren von der Zusammenarbeit. - © Andreas Zobe
Fühlen sich in der Bezirksliga wohl: Marc Ansorge und seine HSG EGB Bielefeld profitieren von der Zusammenarbeit. | © Andreas Zobe

Bielefeld Die Handball-Bezirksligisten halten auch nach der Reform ihr sportliches Niveau

Der Spielbetrieb der Senioren in den neu erfundenen Bezirksligen Bielefeld-Herford/Gütersloh ist reibungslos angelaufen

Arne Schütforth

Bielefeld. Im Zuge der Abschaffung der Bezirke haben die Handballkreise Bielefeld-Herford und Gütersloh im vergangenen Jahr eine umfassende Kooperation beschlossen. Der Spielbetrieb der Senioren in den neu erfundenen Bezirksligen Bielefeld-Herford/Gütersloh ist reibungslos angelaufen. Auch im Jugendbereich kommt es zu ersten Kooperationen. „Oberstes Ziel war es, einen erhöhten Aufstieg aus der Kreisliga A zu vermeiden. Wir haben das Leistungsgefälle als zu hoch angesehen", begründet der Vorsitzende des Handballkreis Bielefeld-Herford, Thomas Boerscheper, die Entscheidung zu Gunsten einer gemeinsamen Bezirksliga im Seniorenbereich. Dies stärkt den Spielbetrieb der einzelnen Kreise, da man diesen bei rückläufigen Meldezahlen keine weiteren Mannschaften entnimmt, zum anderen bleibt eine Spielklasse auf Bezirksliganiveau erhalten. »Es ist schön, dass die Liga hinter Versmold endet« Aus Bielefeld treten Landesligaabsteiger HSG EGB Bielefeld sowie der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck III in der neugegründeten Liga an. „Für Vereine wie uns, die regelmäßige Fahrten nach Münster gewöhnt waren, ist es schön, dass diese Liga hinter Versmold endet", meinte EGB-Trainer Matthias Foede. Weiterführend ging mit der Umstrukturierung des Spielbetriebs ein vermehrter Abstieg aus der letztjährigen Bezirksligastaffel II einher, die fast ausschließlich mit Gütersloher und Bielefelder Mannschaften besetzt war. Gütersloh II und Rietberg wurden zusätzlich in die Kreisliga Gütersloh versetzt. „Wir spielen in einer echten Bezirksliga, deren Niveau wirklich in Ordnung ist", stellt Foede die Vorzüge der Reform heraus. Doch die kreisübergreifende Kooperation beschränkt sich nicht nur auf die Senioren-Bezirksliga: In vier Jugendklassen treten Mannschaften der Kreise Bielefeld-Herford und Gütersloh gegeneinander an. Während in der männlichen B-Jugend zusätzlich zu den Kooperationsligen noch eine eigenständige Kreisliga Bielefeld-Herford existiert, ist der Spielbetrieb der weiblichen A- und B-Jugend sowie der männlichen A-Jugend, teilweise noch einmal in Kreis- und Bezirksliga aufgeteilt, komplett mit dem des Kreises Gütersloh verschmolzen. Vom Prinzip her ist das nicht neu, gab es in der weiblichen A-Jugend schon häufiger eine Kooperation mit dem Kreis Gütersloh. „Wir mussten auf die sinkenden Mannschaftszahlen reagieren", erläutert Boerscheper. Die weibliche B-Jugend der TSG Altenhagen-Heepen, die in der Aufstiegrunde eine Qualifikation für die Oberliga knapp verpasste, tritt zusammen mit zwei weiteren Bielefelder Teams in der neuen Liga an. „Für uns ist das absolut Klasse. Der große Niveauunterschied zwischen Oberliga-Vorrunde und Kreisliga konnte so verringert werden", berichte TSG-Trainerin Alexa Brilka, die allerdings im Meldeverfahren sowie im Spielmodus – ihre Mädels treten in einer Dreifachrunde mit 21 Spielen pro Team an – Verbesserungspotenzial sieht. Die umfassende Zusammenarbeit in Ostwestfalen ist auch einigen Nachbarkreisen nicht verborgen geblieben: „Viele sehen schon die nächste Handballehe kommen", berichtet Boerscheper, der selbst aber nur von einer „Handballfreundschaft" spricht. Ausschließen möchte es der Kreisvorsitzende nicht: „Der Handballsport ist sehr schnelllebig." Die überwiegend positiven Erfahrungen des kreisübergreifenden Spielbetriebs haben die Verantwortlichen der Kreise Euregio und Münster bewogen, sich ab der Saison 2016/17 zur Bezirksliga Euregio- Münsterland zusammenzulegen.

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