Trainerausbildung: Ausbilder Bernd Eberle (v.l.) bringt den Teilnehmern Martin Hoffmann, Sebastian Stang, Nicolini Jurek und Jan-Philipp Warning die wichtigen Sicherungstechniken bei. - © Wolfgang Rudolf
Trainerausbildung: Ausbilder Bernd Eberle (v.l.) bringt den Teilnehmern Martin Hoffmann, Sebastian Stang, Nicolini Jurek und Jan-Philipp Warning die wichtigen Sicherungstechniken bei. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Deutscher Alpenverein in Bielefeld fördert die Ausbildung junger Übungsleiter

Kraxeln für die Trainerlizenz

Tessa Rinkes

Bielefeld. Bereits zum zweiten Mal bildet die Sektion Bielefeld des Deutschen Alpenvereins (DAV) kletterbegeisterte Mitglieder zu C-Trainern aus. Dass der Verein die Förderung der Übungsleiter vorantreibt, hat einen speziellen Grund: In dem geplanten Alpen-Zentrum möchte der DAV weitere Kurse, besonders für sozialbenachteiligte Menschen, anbieten. Innerhalb von sechs Tagen pauken die fünf Lehrgangsteilnehmer in der Halle auf dem ehemaligen Gelände des Großmarktes die Techniken des Klettersports. Vor allem bringt Bernd Eberle – der DAV-Ausbilder ist extra aus Mittenwald angereist – den Bielefeldern die Sicherheitsaspekte bei. „Die Sicherheit hat oberste Priorität", mahnt Andrea Vahrenhorst, die Geschäftsstellenleiterin der Sektion. Jan-Philipp Warning ist vom Lehrgang begeistert: „Ich kann hier lernen, wie ich die Techniken weitervermitteln kann." Wie jeder Teilnehmer hat Warning jahrelange Klettererfahrung. „Über Freunde bin ich zu diesem faszinierenden Sport gekommen", erzählt der Tischler. Die vier weiteren Absolventen Tim Waldherr, Martin Hoffmann, Sebastian Stang und Nicolini Jurek sind Studenten. Die Ausbildungswoche in Bielefeld ist aber nicht genug: Um die C-Trainer-Lizenz zu erwerben und dann Klettergruppen bis zum Schwierigkeitsgrad „6+" („gehobener Durchschnitt") leiten zu dürfen, ist ein weiterer Lehrgang mit Abschlussprüfungen notwendig. Der findet allerdings in den Alpen statt. „Auch weitere Lizenzen des DAV, wie Skitourenführer oder Wanderleiter, wollen wir fördern", erklärt Vahrenhorst. Mit der teilweisen Erstattung der Kosten hofft der Verein auf Zuwachs im Trainerteam. „Momentan haben wir 50 Trainer, von den nur rund 30 aktiv sind, die aufgrund ihres Berufes allerdings nur Kurse am Nachmittag geben können", berichtet Vahrenhorst. »Kursangebote für sozial Benachteiligte schaffen« Mit dem geplanten Neubau einer größeren Kletter- und Boulderhalle (die NW berichtete) soll die Kursanzahl sowie die Besucheranzahl ausgebaut werden. Momentan werden rund 500 Kurse angeboten, vor allem 20.000 Besucher im Jahr lassen die jetzige Halle aus allen Nähten platzen. „Der Neubau, ebenfalls auf dem Gelände des ehemaligen Großmarktes, soll einladender wirken. Wir planen den Umzug der Geschäfts- und Seminarräume in das neue Alpen-Zentrum. Auch ein Bistro soll integriert werden", erklärt Vahrenhorst. Ob das Alpen-Zentrum wirklich realisiert wird, entscheiden die 3.700 Mitglieder bei der Hauptversammlung am 28. Oktober. Mit dem Neubau und dem gepachteten Halleluja-Steinbruch an der Bodelschwinghstraße möchte die Sektion neue Wege gehen. Die zehn Jahre alte Kletterhalle ist zu renovierungsbedürftig und soll daher geschlossen werden. Vor allem will der Verein die Zusammenarbeit mit Schulen vorantreiben. „Zur Zeit haben wir dafür nicht die Kapazitäten und zu wenig ehrenamtliche Trainer", sagt Vahrenhorst. Auch für Jugendhilfegruppen soll ein Konzept erstellt werden, um den Jugendlichen aus schwierigen Sozialverhältnissen einen Anker geben zu können. Darüber hinaus will der DAV Menschen mit Handicap einen Einstieg in den Klettersport ermöglichen. „Warum sollen nicht auch sehbehinderte Menschen mit einer Sicherung klettern können?" Diese Inklusionskurse können allerdings nur mit der entsprechenden Halle sowie den Trainern umgesetzt werden. Mit beidem ist der deutsche Alpenverein auf einem guten Weg: Ein weiterer Trainerlehrgang nächstes Jahr in Bielefeld steht bereits fest.

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