Auf diesem gut sechs Jahre alten Foto posiert Thomas Glasauer als Co-Trainer des Erstligisten Würzburg vor der Kulisse der Festung Marienberg in Würzburg. Nach dem Abstieg 2005 zog es den damals 34-Jährigen nach Oldenburg. - © FOTO: IMAGO
Auf diesem gut sechs Jahre alten Foto posiert Thomas Glasauer als Co-Trainer des Erstligisten Würzburg vor der Kulisse der Festung Marienberg in Würzburg. Nach dem Abstieg 2005 zog es den damals 34-Jährigen nach Oldenburg. | © FOTO: IMAGO

Am Samstag ruht die alte Liebe

Paderborns Trainer Glasauer verbindet mit Würzburg zahlreiche schöne Erinnerungen

VON FRANK BEINEKE

Paderborn. Das Duell zwischen den Webmoebel Baskets Paderborn und den s. Oliver Baskets Würzburg (Samstag, 19.30 Uhr, Sportzentrum Maspernplatz) ist für Thomas Glasauer eine ganz besondere Partie. Dies liegt nicht nur daran, dass es für den neuen Chefcoach des Paderborner Pro-A-Ligisten das erste Heimspiel sein wird. Die Stadt, aus der der Gegner kommt, nimmt vielmehr eine wichtige Rolle im Leben des 38-Jährigen ein. Von 1997 bis 2005 lebte Glasauer in Würzburg, um zunächst selbst auf Korbjagd zu gehen und um dort später als Co-Trainer zu arbeiten. Zudem lernte er in der unterfränkischen Residenzstadt seine Ehefrau Andrea kennen, mit der er seit zehn Jahren verheiratet ist.

"Wenn ich irgendwann einmal frei entscheiden könnte, wo ich mit meiner Familie hinziehe, dann würde meine Wahl wohl auf Würzburg fallen", betont der Baskets-Trainer, dessen Wurzeln allerdings in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz liegen: Thomas Glasauer wurde in Heidelberg geboren und wuchs in Speyer auf.

Das sportliche Talent wurde ihm in die Wiege gelegt. So zählten seine Eltern Günter und Waltraud zur deutschen Speerwurf-Elite. Günter Glasauer qualifizierte sich als 80-Meter-Werfer sogar für die Olympischen Spiele 1972 in München. Auch die damals 19 Jahre junge Waltraud hätte dies durchaus schaffen können. "Aber ich bin ihr in die Quere gekommen", sagt ein grinsender Thomas Glasauer, der am 22. September 1972 das Licht der Welt erblickte. Später komplettierten sein Bruder Markus und seine beiden Schwestern Carola und Andrea die Familie. Die Geschwister Glasauer sollten ausnahmslos exzellente Basketballer werden.

Dies war kein Zufall, denn Vater Günter frönte auch der Korbjagd. Mit Erfolg: Mitte der siebziger Jahre spielte der 1,97 Meter große Modellathlet für den Erstligisten USC Heidelberg, ehe es ihn als Referendar nach Speyer verschlug. Als Jugendtrainer beim TSV Speyer legte Günter Glasauer eine eindrucksvolle Erfolgsserie hin. Sechs Mal wurde der kleine rheinland-pfälzische Klub deutscher Juniorenmeister. Seine vier Kinder avancierten im TSV-Dress allesamt zu Jugend-Nationalspielern.

1989 führte Günter Glasauer den TSV Speyer in die 2. Liga. Auch als Fachbücher-Autor erwarb sich der promovierte Sportwissenschaftler einen exzellenten Ruf. Zu den Spielern des Basketball-Trainers Günter Glasauer zählte Sohnemann Thomas. "Manchmal war es für mich nicht leicht. Aber ich habe von ihm eine Menge gelernt", sagt der Baskets-Coach und fügt schmunzelnd an: "Von meinem Vater, der bei den Schiedsrichtern gefürchtet war, habe ich die energische Art und eine gewisse Extrovertiertheit geerbt. Aber zum Glück habe ich auch etwas von der Besonnenheit meiner Mutter mitbekommen."

Seinen größten Erfolg als Spieler hatte Thomas Glasauer in der Saison 1997/1998 gefeiert. An der Seite der Jungspunde Dirk Nowitzki, Demond Greene und Robert Garrett stieg der damals 25-jährige Basketballer mit der DJK Würzburg in die 1. Liga auf. Es folgten Stationen in Ansbach und Langen, ehe Glasauer 2002 als Co-Trainer zum Erstligisten Würzburg zurückkehrte. Das abrupte Aus folgte nach der Saison 2004/2005: Der Klub musste Insolvenz anmelden.

Nun sind die s. Oliver Baskets Würzburg wieder auf dem Weg in die erste Liga, was auch Thomas Glasauer mit Freude zur Kenntnis nimmt. "Alle reden immer über Bamberg als Freak-City. Aber die Fans in Würzburg sind mindestens genauso laut und begeisterungsfähig. Wir hatten damals schon 4.000 Zuschauer in der Halle, obwohl offiziell nur 3.000 rein durften", schwärmt Paderborns Cheftrainer, der am Samstag jedoch liebend gern eine Niederlage der Unterfranken sehen möchte. "Dann wird die Liebe zu Würzburg für 40 Minuten ruhen", bekräftigt Thomas Glasauer.

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