Paderborn Drei Osterlauf-Pioniere mit viel Idealismus und einer guten Idee

Osterlauf: Hans Wienold, Heinrich Vockel und Otto Sziedat sind die Pioniere dieser Veranstaltung. Das Dreigestirn hat in Paderborn viele Spuren hinterlassen

Jochem Schulze

Paderborn. Der Osterlauf feiert am Karsamstag ein Jubiläum. Der wohl älteste deutsche Straßenlauf findet zum 70. Mal statt. Am 20. April 1947 war eine Idee von Hans Wienold, Heinrich Vockel und Otto Sziedat Wirklichkeit geworden. Nicht einmal zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand der traditionelle Staffellauf "Rund um Paderborn", den es seit 1921 bis in die Kriegsjahre hinein gegeben hatte, eine Nachfolgeveranstaltung. An die drei Osterlauf-Väter soll an dieser Stelle erinnert werden. Und das mit den Worten von Lothar von dem Bottlenberg. Der höchst talentierte Mittelstreckler, der die vielversprechende aktive Laufbahn früh beenden musste und später als Trainer Karriere machte, hat die drei Sportpioniere in seinem Buch über die Paderborner Leichtathletik treffend porträtiert. Hans Wienold 1905 - 1975 Diesem dynamischen Mann mit turnerischem Können und dem ganz besonderen Geschick, heranwachsende Menschen zu begeistern und zu schulen, um in der Gemeinschaft Sport zu treiben, gebührt Dank und Anerkennung. Schon 1923 begeisterte sich Hans Wienold als Staffel-Schlussläufer für die Leichtathletik. Mit zahlreichen Auszeichnungen wurde die jahrzehntelange idealistische Arbeit anerkannt. Der Zahnarzt aus der Winfriedstraße erhielt die Sportlerplakette der NRW-Landesregierung. Die Stadt ehrte ihn als vorbildliche Persönlichkeit, der Deutsche Turner-Bund mit dem Ehrenbrief und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit der Silbernen Ehrennadel. Der langjährige Präsident des SC Grün-Weiß erhielt zudem als erster nordrhein-westfälischer Sportler das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Heinrich Vockel 1905 - 1991 Wie Wienold spielte auch Heinrich Vockel mit großem Elan und Erfolg Handball. Für die Leichtathletik aber schlug sein Herz ganz besonders. Im Kreisgebiet und weit darüber hinaus galt er als Motor für alle Werfer, Springer und Läufer. Ohne ihn lief nichts beim Osterlauf, ob er nun vom Schreibtisch aus agierte oder an der Laufbahn seine Hilfe anbot. Alle liebten seine menschlichen Umgangsformen und schätzten seinen nimmermüden Einsatz. Keiner kannte Bestimmungen, Regeln, Wettkampfordnungen besser als er. Die größte Veranstaltung, der er seinen Stempel aufdrückte, waren die Deutschen Jugendmeisterschaften im Jahr 1956. Als vorbildlicher und toleranter Chef fungierte er in der Arbeitsgemeinschaft für die Neuerstellung des Inselbad-stadions. Die Stadt zeichnete ihn als verdiente Persönlichkeit aus. Der DLV verlieh ihm die Goldene Ehrennadel. OTTO SZIEDAT 1912 - 1982 Der Sprinter war ein Leichtathlet mit Leib und Seele. In den 20er und 30er Jahren erkämpfte er sich viele Meisterschaften. Noch mit 38 Jahren wurde er Kreismeister über die 200 Meter. 1948 legte Sziedat die Prüfung zum Starter des DLV ab. 30 Mal hintereinander schickte der Mann mit der Pistole die Osterläufer auf die Strecke. Wenn er gebraucht wurde, war er immer zur Stelle. Bei internationalen Meetings, bei Meisterschaften und auch bei Dorfsportfesten. Sziedat gründete auch die Rasenkraftsportabteilung im SC Grün-Weiß, die bald bundesweit für Furore sorgte. Der DLV hat ihm die Goldene Ehrennadel verliehen.

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