Schiriboss im Kreis Paderborn: Erich Drotleff. - © Marc Köppelmann
Schiriboss im Kreis Paderborn: Erich Drotleff. | © Marc Köppelmann

Paderborn Fußball: "Man hätte sich auch anders einigen können"

Paderborns Schiri-Chef Drotleff hegt gespaltenes Verhältnis zum Urteil gegen Schmidt

Werner Schulte

Paderborn. Zum an Leverkusens Cheftrainer Roger Schmidt verhängten Urteil (drei Spiele Sperre plus zwei Partien auf Bewährung und 20.000 Geldstrafe) hatte Erich Drotleff ("Das war schon ein ordentliches Zeichen") gestern ein "bisschen gespaltenes Verhältnis". Der Vorsitzende des Kreis-Schiedsrichterausschusses Paderborn war am Sonntag beim Zweitligaderby zwischen Bielefeld und Paderborn als Dopingbeauftragter im Einsatz, hat sich die Aufzeichnung der Erstligapartie zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund anschließend aber in voller Länge angeschaut. "Das Tischtuch zwischen Schiedsrichter Felix Zwayer und Schmidt war von Anfang an zerschnitten", so Drotleff, der von Spielbeginn an beobachtet hatte, dass der Bayer-Coach einen "bescheidenen Tag" erwischt hatte und von Spielbeginn an "etliche Schiri-Entscheidungen heftig kritisierte - den Kollegen Zwayer hat er von vornherein gut beschäftigt". Der Unparteiische hat laut Drotleff zwar eine regelkonforme Entscheidung getroffen, "aber man hätte sich auf dem Platz auch vernünftig einigen können, so wie das abgelaufen ist, schadet es beiden Seiten". Zwayer hatte sich eisern geweigert, den Tribünenverweis gegenüber Schmidt selbst auszusprechen und stattdessen Kapitän Udo Kießling beauftragt. Anschließend wurde die Begegnung sogar für neun Minuten unterbrochen. Der Referee habe den persönlichen Kontakt mit Schmidt wohl ganz bewusst vermeiden wollen, um kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen, habe mit seiner Verhaltensweise aber das Gegenteil erreicht", so Drotleff. "Grundsätzlich ist der Felix aber ein sehr umgänglicher Schiedsrichter." Darüber hinaus bemängelt Paderborns Schiri-Chef, dass der Respekt gegenüber den Vertretern seiner Zunft immer geringer werde. "Insbesondere bei Personen, die sich außerhalb des Spielfeldes aufhalten", sei das zu beobachten. Wie Drotleff weiterhin mitteilte, wird die Video-Aufzeichnung des Skandalspiels jetzt ins Paderborner Schiri-Schulungsp aufgenommen.

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