Paderborn Paderbornerin Butzek genießt den Start in Berlin

Leichtathletik: Neuzugang Tatjana Pinto feiert im belgischen Gent ein starkes Comeback

Zwei Nachwuchs-Asse im Konzert der Großen: Chantal Butzek (r.) und Lisa Marie Kwayie (Neukölln) hatten Startplätze fürs ISTAF Indoor ergattert. Die deutschen Sprinthoffnungen nutzten die Gelegenheit, um mit Berlino, dem Maskottchen der Leichtathletik-WM 2009, zu posieren. - © Iris Hensel
Zwei Nachwuchs-Asse im Konzert der Großen: Chantal Butzek (r.) und Lisa Marie Kwayie (Neukölln) hatten Startplätze fürs ISTAF Indoor ergattert. Die deutschen Sprinthoffnungen nutzten die Gelegenheit, um mit Berlino, dem Maskottchen der Leichtathletik-WM 2009, zu posieren. | © Iris Hensel

Paderborn. Die Veranstalter des "ISTAF Indoor" in Berlin demonstrierten am Samstag, wie eindrucksvoll die Sportart Leichtathletik inszeniert werden kann. 12.648 Zuschauer erlebten in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof diverse Weltjahresbestleistungen und eine grandiose Show. Mittendrin war eine 18-jährige Sprinterin vom LC Paderborn: Chantal Butzek hatte einen Startplatz in einem prominent besetzten 60-Meter-Rennen ergattert.

"Es war sagenhaft. Ich habe das Meeting einfach nur genossen", schwärmt die Abiturientin vom Sprint an der Spree. In ihrem Vorlauf bekam sie es unter anderem mit 200-Meter-Weltmeisterin Dafne Schippers zu tun. Es war ein schnelles Wiedersehen mit der Niederländerin, denn eine Woche zuvor war Butzek bereits beim Hallenmeeting in Karlsruhe auf die Weltklasse-Sprinterin getroffen.

Schippers lief in Berlin im Vorlauf und im A-Finale in 7,04 Sekunden zum Sieg und sorgte damit für eine Weltjahresbestzeit. Butzek ließ ihren 7,38 Sekunden von Karlsruhe eine 7,41 beim ISTAF folgen. Starke Zeiten - aber keineswegs perfekte Rennen. "Ich bin es halt nicht gewohnt, gegen so starke Konkurrenz zu laufen. Du willst locker bleiben, verkrampfst dann aber doch", berichtet Butzek. Doch exakt deshalb seien Starts bei so hochkarätig besetzten Meetings enorm wichtig, wie ihr Trainer Thomas Prange erklärt: "Chantal muss lernen, locker zu bleiben und ihr Ding durchzuziehen."

Bei ihrem nächsten Auftritt wird Butzek wohl kaum dem Feld hinterherlaufen. Denn für die 18-Jährige stehen am kommenden Wochenende die Deutschen U20-Meisterschaften in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle auf dem Programm. Dann kämpft die Paderbornerin über 60 Meter um die Goldmedaille. Eine Woche später folgen in Leipzig die Hallentitelkämpfe der Erwachsenen. Ob Chantal Butzek dort auch startet, ist noch unklar. Schließlich steckt sie mitten im Abi und es warten intensive Klausuren-Wochen. Coach Prange würde Butzek aber in Leipzig liebend gerne zumindest in der 4 x 200-Meter-Staffel einsetzen.

In eben jener Staffel soll möglichst auch LC-Neuzugang Tatjana Pinto laufen. Die deutsche 100-Meter-Meisterin des Jahres 2014 feierte am Samstag bei einem Hallenmeeting im belgischen Gent ein gelungenes Comeback nach achtmonatiger Wettkampfpause. Im Vorlauf meisterte sie die 60 Meter in 7,29 Sekunden, ohne dabei voll durchzuziehen. Damit setzte sich Pinto an Position zwei der deutschen Saisonbestenliste.

"Das war ein extrem starker Auftritt", urteilt Thomas Prange, dessen Athletin auch das A-Finale gewann. Mehr als 7,30 Sekunden waren aber nicht mehr drin, denn zwischen beiden Läufen lagen satte fünf Stunden Pause - und das Warten machte mürbe. Dies spürte auch Pintos Vereinskollegin Janina Kölsch, die im A-Finale in 7,52 Sekunden unter ihren Möglichkeiten blieb und Vierte wurde.

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