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"Zeigen, wer der Stärkere ist"

Dieter Waltke erinnert sich an das erste Derby 1976 und blickt auf die aktuelle Partie

VON RAINER PLACKE
16.03.2013 | Stand 15.03.2013, 19:14 Uhr

Dieter Waltke beim Sportunterricht am Söderblom-Gymnasium in Espelkamp. - © FOTO: STEFAN POLLEX
Dieter Waltke beim Sportunterricht am Söderblom-Gymnasium in Espelkamp. | © FOTO: STEFAN POLLEX

"Es gibt eine Doppelkopf-Runde, da treffe ich mich regelmäßig mit den alten Kollegen aus Minden. Und selbstverständlich unterhält man sich über die Sportart Handball. Zu Hans Kramer habe ich einen guten Draht, auch mit Hans-Jürgen Grund und Gerd Buddenbohm wird ständig telefoniert", erzählt Waltke.

Auch zu einigen seiner ehemaligen Mitspieler beim TuS Nettelstedt hat er noch einen guten Draht. "Natürlich trifft man sich ab und zu. Peter Pickel, Uwe Kölling und Martin Karcher fallen mir da als erstes ein", plaudert Waltke, der in seiner aktiven Laufbahn auch sehr viele Trainer erlebt hat. Vitomir Arsenijevic ist ihm dabei in seinen Erinnerungen haften geblieben. "Er war ein großer Motivator und hat mit seinen für uns damals ungewöhnlich harten Trainingsmethoden für eine unglaubliche körperliche Fitness gesorgt", so Waltke.

Über die aktuelle sportliche Situation vor dem 60. Derby ist Dieter Waltke natürlich ebenfalls bestens informiert. Auf die Frage, ob er einer der beiden Mannschaften am Samstagabend die Daumen drücken wird, antwortet er aber eher ausweichend. "Ich bin eher ein am Sport Interessierter. Das hört sich zwar ein wenig abgedroschen an, aber der Bessere soll gewinnen", sagt Waltke, der sich augenblicklich große Sorgen um die sportliche Zukunft GWD Mindens macht. "Es wäre sehr schade, wenn GWD Minden am Ende der Saison wieder absteigen müsste", ergänzt Waltke.

Waltke hat sich in dieser Saison sowohl in Minden als auch in Lübbecke Spiele angeschaut. "Am Anfang der Serie habe ich gedacht, der TuS N-Lübbecke könne mehr als die aktuelle Platzierung erreichen. Nach dem gelungenen Lübbecker Auftakt in den zweiten Saisonteil habe ich mich für Trainer Gennadij Chalepo gefreut, dass es wieder besser läuft", erzählt Waltke, der die Hausherren im 60. Derby eher in der Favoritenrolle sieht. "Der TuS N-Lübbecke hat größere Chancen, als Sieger das Parkett zu verlassen", ist sich Waltke sicher.

"Im Moment liegt bei GWD Minden so vieles im Argen. Wenn die Mannschaft in Lübbecke verliert, dann ist es meiner Meinung nach schon fünf Minuten nach 12. Dann wird es sehr schwer, den Klassenerhalt noch zu schaffen", macht sich Waltke echte Sorgen um einen seiner Ex-Vereine.

Doch in erster Linie wünscht er sich ein "spannendes Handballspiel, in dem die Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen". Der 59-Jährige kann sich dabei sehr gut in die Gedanken der aktuellen Spieler hineinversetzen. "In diesen Begegnungen will man unbedingt zeigen, wer der Stärkere ist. Das ist wirklich eine Ausnahmesituation für jeden einzelnen, weil eben gerade über die Derbys mehr als über alle anderen Begegnungen gesprochen und geschrieben wird", weiß Waltke nur zu genau, was in den Köpfen der Akteure und Verantwortlichen beider Vereine vor sich geht.

Zudem hat er einen sehr wichtigen Unterschied zu den Derbys ausgemacht, in denen er noch selbst beteiligt war. "Damals ging es nie um den Abstieg oder die Deutsche Meisterschaft. Es war einfach nur wichtig, die Nummer 1 im Kreisgebiet zu sein – bis zum nächsten Derby eben", sagt Waltke. Das sei der entscheidende Unterschied zu den aktuellen Aufeinandertreffen des TuS N-Lübbecke und GWD Mindens. "Und da spielen die Nerven eine ganz wichtige Rolle", weiß Waltke.

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