Peter Pickel wirft noch einmal den Siebenmeter von der Stelle wie gegen den VfL Günzburg. - © FOTO: TYLER LARKIN
Peter Pickel wirft noch einmal den Siebenmeter von der Stelle wie gegen den VfL Günzburg. | © FOTO: TYLER LARKIN

Zwei Freunde der späten Treffer

HANDBALL: Harry Keller und Peter Pickel erinnern sich an die Erfolge von 1981

Lübbecke. Harry Keller weiß noch ganz genau, von welcher Position er am 25. April 1981 Maß nahm, um das entscheidende 17:14 für den TuS Nettelstedt im Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger gegen Empor Rostock zu erzielen.

"Ich war mir ziemlich sicher zu treffen, damals hatte ich enormes Selbstbewusstsein", sagt der 57-Jährige, als er die Szene in der Lübbecker Kreissporthalle nachstellt. Genau beobachtet von Peter Pickel, seinem damaligen Mitspieler, der wenige Wochen später, am 30. Mai 1981, den entscheidenden Siebenmeter im Endspiel um den DHB-Pokal gegen den VfL Günzburg zum 22:17 verwandelte. "Viel gedacht habe ich nicht. Bewusst war nur die Entscheidung, hoch zu werfen", erinnert sich Pickel.

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Sowohl Harry Keller als auch Peter Pickel erinnern sich sehr gut und vor allem gerne an die tollen Zeiten, die sie seinerzeit beim TuS Nettelstedt erlebten. "Diese Geschehnisse sind zwar 31 Jahre her, doch so etwas bleibt für immer im Kopf", sagt Harry Keller, der ein freundschaftliches Verhältnis zu dem sieben Jahre älteren Peter Pickel pflegt.

Nicht von ungefähr ist Peter Pickel Harry Kellers Trauzeuge. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Tatsache, bei demselben Arbeitgeber (Gauselmann AG) beschäftigt zu sein – Keller seit nunmehr 26, Pickel seit elf Jahren. Und sowohl Peter Pickel als auch Harry Keller, die aus Flensburg und Zweibrücken stammen, sind in Lübbecke sesshaft geworden, wobei sie natürlich die aktuelle Entwicklung beim TuS N-Lübbecke genauestens verfolgen.

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Tradition in Bewegung

Tradition in Bewegung lautet das Motto des TuS Nettelstedt, der im Juni dieses Jahres sein 100-jähriges Bestehen feiern konnte. Bei dem Festakt brachte der ehemalige Mäzen Hans Hucke (Foto) den Spielball des Europapokal-Endspiels von 1981 gegen Empor Rostock wieder nach Nettelstedt.

Die Neue Westfälische wird sich in den kommenden Monaten mit den ehemaligen Spielern der Europapokal-Mannschaft treffen, um an die alten Zeiten zu erinnern und den Begriff Tradition in Bewegung mit Geschichten zu erfüllen. In der ersten Folge gab es ein interessantes und lustiges Treffen mit Harry Keller, Peter Pickel und dem alten Spielball.

Harry Keller hat noch genau die entscheidende Situation gegen Rostock abgespeichert. "Es hingen einige an mir dran, doch ich war sehr entschlossen und habe mir auch nicht so viele Gedanken gemacht", sagt Keller, der anschließend das Gefühl beim Abpfiff als "wirres Durcheinander" beschreibt. "Es haben sich unglaubliche Szenen abgespielt, immerhin waren ja 4.200 Zuschauer in der Halle. Es hat unendlich lange gedauert, bis wir so richtig feiern konnten", erinnert sich der Linkshänder. Auch Peter Pickel hat diese Szenen noch immer präsent. "Wir waren damals körperlich in einer phantastischen Verfassung.

Die Grundlagen dazu hatte Vitomir Arsenijevic im Training gelegt. Martin Karcher als unser Trainer der Europapokalmannschaft hat darauf aufbauen können und das spielerische Moment verfeinert", erzählt Pickel und wird dabei von Harry Kellers Kopfnicken bestätigt. "Ich hatte damals eine effektive Sprunghöhe aus dem Stand von über einem Meter. Das lag natürlich an dem Training, für das wir so manches Mal Arsenijevic verflucht haben. Aber es hat uns wirklich etwas gebracht", ergänzt Keller.

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