"Ich mach das Mal wie Boris Becker", scherzt Hagen Kaiser und setzt sich den Pokal auf den Kopf. - © FOTO: H.G.MEYER
"Ich mach das Mal wie Boris Becker", scherzt Hagen Kaiser und setzt sich den Pokal auf den Kopf. | © FOTO: H.G.MEYER

Von der Nummer vier zur Nummer eins

TENNIS: Nach dem Titelgewinn in Berlin blickt der TV Espelkamp auf die Europameisterschaft

Espelkamp/Berlin. Krönender Abschluss der Deutschen Meisterschaft der Männer 65 war in Berlin die Siegerehrung mit der Übergabe des Pokals an den TV Espelkamp.

"Ihr seid jetzt die beste Mannschaft Deutschlands in dieser Altersklasse", lobte der Berliner Josef Minderjahn den TV Espelkamp. Etwas Wehmut war dabei, als er für Berlin erklärte: "Die Zeit in der Altersklasse 65 ist für uns jetzt vorbei." Fünf Mal in Folge sei RW Berlin Deutscher Meister geworden. "Wir wären natürlich lieber ungeschlagen abgetreten", betonte Minderjahn. Aber Espelkamp habe den Titel verdient gewonnen.

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"Es ist ein Wanderpokal. Wenn Espelkamp ihn drei Mal in Folge gewinnt, geht er in Vereinsbesitz über." Mit diesen Worten erhielt Paul Gauselmann den "Pott". Der Espelkamper Teamchef war sichtlich gerührt und sagte: "Wir sind glücklich, dass wir es geschafft haben." Er selbst habe selten so viel Nerven bei einem Sportereignis gelassen wie in Berlin. Mit dieser Anmerkung charakterisierte Paul Gauselmann die Vielzahl von knappen Entscheidungen bis hin zum Doppelkrimi mit dem 10:5-Sieg im Champions-Tiebreak von Ed Sasker/ Dr. Rainer Middelhauve zum 5:4-Endstand gegen RW Berlin.

Der Meistertitel sei auch etwas Besonders, weil TV Espelkamp als vom DTB am schwächsten eingestuftes Team angetreten sei. "Wir sind als Nummer vier gekommen und fahren als Nummer eins", erklärte der Teamchef dazu.

Im Anschluss an die Siegerehrung gab es noch viele nette Gespräche. Bei der Abfahrt des Espelkamp-Busses winkte die gesamte Berliner Mannschaft mit großen weißen Taschentüchern zum Abschied. "Das hat Stil", waren Espelkamper Spieler beeindruckt.

Im Bus wurde die Endrunde analysiert und Folker Seemann als besonders cleverer Coach gelobt. "Ich habe alle durchgebracht", merkte Seemann zu dem Fakt an, dass überall dort, wo er als Coach auf der Bank fungierte, Zähler für den TV Espelkamp notiert werden konnten. Seemann lobte die geschlossene Teamleistung. Besondere Säulen des Teams seien Jimmy Parker auf Platz eins und Rainer Middelhauve auf Platz fünf mit jeweils zwei Einzel- und einem Doppelpunkt gewesen.

"Und was kommt jetzt?", verspürten schon einige Akteure Lust auf neue Herausforderungen . Einen Ausblick gab dazu Jo Minderjahn. Wie er klärte, richte die Internationale Tennisföderation (ITF) die Europameisterschaft aus. Die nächste sei im Juli/August 2011. TV Espelkamp erhalte Anfang 2011 eine Einladung vom DTB zur Europameisterschaft. RW Berlin sei 2004 Europameister gewesen und habe bei der Europameisterschaft 2010 in Tschechien die Vizemeisterschaft errungen. Dominant sei in Europa Palermo mit fünf Titelgewinnen in Folge.

Folgt man den Ausführungen von Minderjahn, hat TV Espelkamp am Sonntag nicht nur den vielfachen Deutschen Meister, sondern auch Vize-Europameister bezwungen.

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