Vehlager Proteste und Isenstedter Jubel: Marco Radtke hat für die Gäste den späten Ausgleich erzielt. Zuvor hatten sich die Isenstedter an der Vehlager Abwehr die Zähne ausgebissen. "Unter dem Strich ist das Ergebnis aber verdient", so Vehlages Coach Heinrich Dyck nach dem Nachbarschaftsduell. - © Michael Meier
Vehlager Proteste und Isenstedter Jubel: Marco Radtke hat für die Gäste den späten Ausgleich erzielt. Zuvor hatten sich die Isenstedter an der Vehlager Abwehr die Zähne ausgebissen. "Unter dem Strich ist das Ergebnis aber verdient", so Vehlages Coach Heinrich Dyck nach dem Nachbarschaftsduell. | © Michael Meier

Lübbecke Fußball-Kreisliga A: Lange Durststrecke und graue Haare

SSV Pr. Ströhen wartet nach dem 0:0 im Kellerduell weiterhin auf den ersten Sieg seit dem 20. September 2015. TuRa-Trainer Willi Rogalsky bangt um seine Haarfarbe, holt aber einen Dreier. VfL Frotheim tritt mit einem Feldspieler im Tor an

Michael Meier

Lübbecke. Der TuS Dielingen und TuS Tengern II geben den FC Bayern und Borussia Dortmund der Fußball-Kreisliga A. Die Dielinger führen die Tabelle weiterhin an, haben aber die Kleeblätter aus Tengern im Nacken. Kein guter Spieltag war die 21. Runde für die Kellerkinder. Keines der sechs bedrohten Teams konnte am Sonntag einen Sieg einfahren. Am Samstag und Ostermontag geht die Punktesuche dann munter weiter. Mit Ausnahme des TuS Tengern II, SSV Pr. Ströhen, SV Schnathorst, SV BW Oberbauerschaft, BW Vehlage und dem SV Börninghausen sind alle Teams doppelt im Einsatz. Glücklicher Sieg Während Sebastian Numrich mit Union Varl den Titel bei den Ü32-Herren feiern konnte, unterlag Thorsten Schmidt mit Tengern im Finale der Ü40. Am Sonntag drehte Schmidt den Spieß um. Mit dem glücklichen 1:0 bei Numrichs Blasheimern feierten Schmidts Tengeraner den dritten Sieg in der Rückrunde. "Mich freut, dass wir zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor geblieben sind und das mit drei verschiedenen Torhütern", lobte Schmidt. Dabei tat sich seine Mannschaft schwer gegen engagiert auftretende Gastgeber. "Wie erwartet hat der BSC alles in die Waagschale geworfen und super dagegengehalten. Doch aktuell sind wir es, die die diese Spiele gewinnen", betont Trainer Thorsten Schmidt, der im Titelrennen weiterhin an die Chance des Tabellenzweiten glaubt. BSC hadert Auf Blasheimer Seite haderte man nach dem Spiel etwas mit dem Glück. "Die Mannschaft hat ein ordentliches Spiel gezeigt. Im Vergleich zum Spiel vor einer Woche war es auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Die Mannschaft hätte einen Punkt verdient gehabt", so Blasheims Trainer Sebastian Numrich. BWO verkauft sich gut Vom Ergebnis her recht deutlich mit 0:3 verloren, aber keine schlechte Leistung gezeigt: Deswegen war BW Oberbauerschafts Coach Daniel Bönker nicht sonderlich enttäuscht über die Niederlage beim Tabellenführer. "Dielingen hatte nicht seinen besten Tag erwischt. Deswegen wäre etwas möglich gewesen. Wir haben über 60 Minuten sehr kompakt gestanden und immer wieder Nadelstiche gesetzt." Als Knackpunkt wertete Bönker die Anfangsphase der zweiten Halbzeit. Zunächst vergab Michael Büker die große Chance zum möglichen Ausgleich, quasi im Gegenzug traf Marco Stagge zum 2:0. "Das war schon bitter aus unserer Sicht", so Bönker weiter. Jetzt gilt die volle Konzentration Ostersamstag, wenn BWO beim Tabellenletzten SV Börninghausen anzutreten hat. Kellerduell ohne Tore Das 0:0 zwischen Türk Gücü Espelkamp und dem SSV Pr. Ströhen muss fast schon als Witz bezeichnet werden, wenn man bedenkt, in welcher Hülle und Fülle beide Mannschaften beste Einschussmöglichkeiten ausließen. Gerade bei den Nordkreislern liegt in der Offensive das große Problem. Mit 19 Toren stellt der SSV Pr. Ströhen die schlechteste Offensive der Liga. Sechs dieser 19 Treffer resultieren dabei aus dem 6:4-Erfolg gegen Türk Gücü im Hinspiel. Dieser Sieg ist zugleich der letzte Dreier des SSV und wurde am 20. September eingefahren. "Das Ergebnis ist enttäuschend. Wir wollten in Espelkamp gewinnen und die lange Durststrecke endlich beenden", erklärte Pr. Ströhens Fußballobmann Stefan Windhorst. Bei den Gästen dürfte vor allem Pascal Kropp noch lange über das Spiel nachdenken. Mehrfach hatte der jetzt wieder in der Offensive spielende Kropp den Führungstreffer auf dem Fuß. Bei den Espelkampern war Spielertrainer Ali Ali Oglou der "Chancentod". Ansonsten sehr abgezockt und eiskalt im Torabschluss, fehlte diesmal auch Ali Oglou die Genauigkeit im Abschluss. Dass der Spielertrainer zudem einen Strafstoß neben das Tor setzte, dürfte wohl auch ihm eine unruhige Nacht beschert haben. Graue Haare Wie schon das erste Aufeinandertreffen war auch das Rückspiel zwischen dem SV Börninghausen und TuRa Espelkamp nichts für schwache Nerven. Wieder führten die Alt-Espelkamper scheinbar sicher mit 2:0 und wieder drohte das Spiel zu kippen. "Diesmal haben die späten Tore den Sieg gebracht und nicht nur ein 4:4. Aber bei diesen Spielverläufen bekommt man schon ein paar graue Haare", flachste Trainer Willi Rogalsky nach der Partie. Als entscheidend für den Sieg wertete Rogalsky, dass seine Mannschaft den Kampf angenommen hat. "Börninghausen hat uns alles abverlangt. Dass sie über den Kampf kommen würden, war uns klar. Und nach einer schwachen Anfangsphase haben wir dagegengehalten", so Rogalsky. Perfektes Wochenende Nicht nur in der Altliga-Hallenrunde lief es perfekt für TuSpo Rahden, auch die erste Mannschaft konnte nach vier sieglosen Spielen in Folge wieder einen Dreier einfahren. Spielertrainer Martin Neumann zeigte sich nach dem 6:0-Kantersieg gegen den VfB Fabbenstedt sichtlich erleichtert. "Die Leistungen in den letzten Spielen waren alles andere als zufriedenstellend. Diesmal hat die Mannschaft von Beginn an Präsenz gezeigt und dadurch Fabbenstedt immer wieder zu Fehlern gezwungen. Auch in der Höhe geht der Sieg in Ordnung", freute sich der TuSpo-Trainer über den siebten Saisonsieg, der den Sprung auf Platz vier bedeutet. Mannel enttäuscht Die Gefühlslage bei seinem Fabbenstedter Trainerkollegen war verständlicherweise getrübt. Auch zahlreiche personelle Ausfälle ließ Rainer Mannel nicht als Entschuldigung für das schwache Auftreten seiner Mannschaft gelten. "Das war wirklich ganz, ganz schlecht. Natürlich haben uns wichtige Spieler gefehlt, aber die werden wohl noch länger fehlen, und dahinter darf man sich nicht verstecken. In den nächsten Spielen dürfen wir nicht noch einmal so auftreten", so Mannel. Kein Mittel gefunden Ein spätes Tor von Marco Radtke hat dem SC Isenstedt noch ein 1:1 bei BW Vehlage gerettet. Ein letztlich gerechtes Ergebnis zweier Mannschaften, die aus dem Spiel heraus nur wenig Torchancen des Gegners zuließen. Auch die Isenstedter mussten anerkennen, dass die drittbeste Defensive aus Vehlage nicht einfach zu knacken ist. "Wir haben wirklich viel probiert, aber kein Mittel gefunden. Das hat Vehlage gut gemacht. Am Ende war das 1:1 etwas glücklich, aber wir haben uns auch gefragt, warum wir überhaupt im Rückstand waren", analysiert ISC-Coach Axel Krüger. Konter nicht genutzt Letztlich hat sich Vehlage das 1:1 selbst zuzuschreiben. Die Chancen zum vorentscheidenden zweiten Tor waren in der Schlussphase vorhanden, doch die Vehlager spielten diese Konter einfach schlecht zu Ende. Und dies bestrafte, wenn auch spät, der SC Isenstedt. Bei den Hausherren sah zudem Marc-Oliver Dyck in der hektischen Schlussphase die gelb-rote Karte. "Wir hatten in der Schlussphase die Chancen, alles klar zu machen. Unter dem Strich muss man aber sagen, dass das Ergebnis verdient ist", so Vehlages Trainer Heinrich Dyck. Routinier im Tor Die Überraschung schlechthin brachte schon die Aufstellung des VfL Frotheim beim 0:1 gegen Schnathorst. Neben dem verletzten Stammtorwart Kevin Spilker fehlte auch Ersatzmann Marvin Kunkel. Dadurch kam Routinier Christian Meier in den Genuss, die Position zwischen den Pfosten zu bekleiden. "Er hat seine Sache ordentlich gemacht. Wohl nicht jeder hätte den Mut gehabt, sich ins Tor zu stellen", so Coach Florian Haase. Er und seine Frotheimer waren nach der ersten Heimniederlage ein wenig gefrustet. "Vom Zeitpunkt ist die Niederlage bitter und fühlt sich nicht gut an. In der ersten Halbzeit waren wir die klar bessere Mannschaft. Nach dem zweifelhaften Elfmeter haben wir die Linie verloren und konnten am Ende auch nicht mehr für Entlastung sorgen", erklärt Florian Haase. Elfmeter-Spruch Sein Trainerkollege Christoph Kuhlmann vom SV Schnathorst war nicht nur wegen des Sieges gut drauf. In Anspielung auf den verschossenen Strafstoß konnte er sich einen Spruch in Richtung seines ehemaligen Mannschaftskollegen beim TuS Tengern nicht verkneifen. "Das wäre richtig bitter gewesen, wenn Christian Meier den Elfmeter gehalten hätte. Zum Glück haben wir ihn gleich rüber geschossen." Durch das Last-Minute-Tor von Maurice Korff jubelte der SVS am Ende trotzdem. "Wir hatten das nötige Quäntchen Glück. Wir haben in der zweiten Halbzeit mehr investiert und sind dafür belohnt worden", so Kuhlmann. Lömkers Comeback Nicht nur der TuS Gehlenbeck mit seinem ersten Spiel nach der Winterpause gab am Sonntag sein Comeback, auch Torwart Christian Lömker stand nach Verletzungspause erstmals wieder im Tor. "Besonders zu Beginn der zweiten Hälfte hat uns Christian im Spiel gehalten", lobte Trainer Christoph Kämper. Über das 3:1 beim damit weiter in 2016 sieglosen FC Lübbecke war Kämper erfreut. "Gerade durch die Einwechslung von Swierczewski kam viel Druck ins Lübbecker Spiel, da hatten wir einige brenzlige Situationen zu überstehen. Aber es hat mich gefreut, dass die Mannschaft in der Phase nicht kopflos geworden ist", so Kämper.

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