Blick für die Lücke: Pontus Zetterman hat sich in dieser Szene gegen die Göppinger Andreas Berg (l.) und Daniel Fontaine durchgesetzt. Sein Treffer kurz vor Spielende bescherte den Lübbeckern am Mittwoch einen verdienten Punktgewinn. - © Oliver Krato
Blick für die Lücke: Pontus Zetterman hat sich in dieser Szene gegen die Göppinger Andreas Berg (l.) und Daniel Fontaine durchgesetzt. Sein Treffer kurz vor Spielende bescherte den Lübbeckern am Mittwoch einen verdienten Punktgewinn. | © Oliver Krato

Lübbecke TuS N-Lübbecke geht mit Punktgewinn und positivem Gefühl in die Spielpause

Hoffnungsträger Zetterman erhält Lob von Trainer Perkovac

Andreas Gerth

Lübbecke. Pontus Zetterman kam als einer der letzten aus der Kabine. Das Spiel hatte Substanz gekostet, körperlich und emotional. Doch zu einem Dauergrinsen reichte es noch. "I am happy", so Zettermans erster Kommentar, nachdem sich die Anspannung rund um das 26:26 des TuS N-Lübbecke gegen Frisch-Auf Göppingen gelegt hatte. Kurz zuvor bei der Pressekonferenz hatte der 22-jährige Schwede, der am Mittwochabend in der Merkur-Arena für Glücksgefühle bei den 1800 Zuschauern gesorgt hatte, als er den letzten Lübbecker Wurf wenige Sekunden vor Spielende zum Ausgleich im Göppinger Kasten unterbrachte, ein Lob von Trainer Goran Perkovac eingeheimst. "Es ist nicht meine Art, einen Spieler aus einer guten Mannschaftsleistung hervorzuheben, doch für Pontus Zetterman freue ich mich sehr. Er ist erst seit einem Monat in der Bundesliga und hat es diesmal sehr, sehr gut gemacht. Ich bin mir sicher, dass er sich bei uns weiterentwickeln wird." Ob dies in der nächsten Saison in der ersten oder zweiten Handball-Bundesliga der Fall sein wird, bleibt nach dem sechsten Lübbecker Punktgewinn vorerst offen. "Dieser Punkt kann noch Gold wert sein", ist Perkovac überzeugt. Er und seine Mannen rangieren weiterhin auf einem Abstiegsplatz, haben nun aber nur noch zwei Zähler Rückstand auf Rang 15 und das rettende Ufer. Oder wie es Linksaußen Jens Bechtloff beschreibt: "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Zwei Punkte im nächsten Spiel gegen Eisenach, und es sieht schon um einiges besser aus." Von einem "unerwarteten Punkt gegen einen starken Gegner, der noch sehr wichtig werden kann", sprach nach der Punkteteilung Niclas Pieczkowski. Der Europameister im Lübbecker Trikot, der von Bundestrainer Dagur Sigurdsson für den am 8. März beginnenden Lehrgang und die Länderspiele am 11. und 13. März gegen Katar nominiert wurde, war am Mittwoch an einigen gelungenen Aktionen beteiligt und erzielte vier Treffer selbst, darunter den zum 25:25. "Die Heimspiele laufen ordentlich, doch wir haben noch Schwankungen, wie das Spiel in Magdeburg gezeigt hat. Ich denke, die Kurve zeigt nach oben", so Pieczkowski, der mit seiner Mannschaft auch im dritten Heimspiel dieses Jahres ungeschlagen blieb. Dass Niclas Pieczkowski und auch Tim Suton (er reist am 6. März zum DHB-Lehrgang der U20-Junioren in Warendorf) im März unterwegs sind und bei ihrem Verein einige Einheiten in der Vorbereitung auf das extrem wichtige Heimspiel gegen den ThSV Eisenach am 26. März verpassen, schmeckt Zlatko Feric nicht sonderlich. "Es ist schade, dass jetzt eine Pause ansteht. Die Mannschaft zeigt seit der Umstellung einen anderen Charakter und vermittelt ein mitreißendes Gefühl. Diese Spannung müssen wir halten", betont der Teammanager. In den kommenden Heimspielen gegen die Konkurrenten Eisenach (8:34 Punkte), Stuttgart (13:29) und Bergischer HC (7:37) wird sich nun einiges entscheiden. "Ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen. So macht es Spaß, die Mannschaft spielen zu sehen", erklärt Goran Perkovac. Zu den Gewinnern der Partie gehörte auch Christian Klimek. Der in der Hinrunde oftmals gescholtene Kreisläufer ackerte hinten wie vorne, nutzte seine Chancen zu drei Toren und erhielt dafür nach dem Schlusspfiff anerkennende Worte von TuS-Chef Armin Gauselmann. Auch der sich in der zweiten Halbzeit deutlich steigernde Matevz Skok lieferte mit seinen Paraden einen wichtigen Beitrag zum Punktgewinn. "Der Punkt ist unglaublich verdient. Wir haben so stark gefightet und dabei auch diszipliniert gespielt. Endlich werden wir belohnt", sprudelte es aus dem fünffachen Torschützen Tim Remer heraus. Der dienstälteste Spieler des TuS N-Lübbecke (seit 2006) behielt in den Glücksmomenten um den Punktgewinn den Überblick: "Das ist jetzt ein super Gefühl, doch bislang haben wir es nur in den Heimspielen hinbekommen. Auswärts noch nicht." Der Beleg: Die Auswärtsbilanz mit 1:21 Punkten zeigt, warum die Ostwestfalen nach wie vor zu den Abstiegskandidaten gehören. Zunächst aber können die Lübbecker ein positives Gefühl mit in die Pause nehmen - und in Pontus Zetterman einen Hoffnungsträger. "Es war nicht abgesprochen, aber ich habe die Lücke gesehen und die Chance genutzt", beschreibt er die Situation zum Ausgleichstreffer. Diese Chance will er nun auch in den nächsten Spielen mit dem TuS nutzen.

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