Vorgestellt: Der Kreisvorsitzende Harald Wiese (r.) mit dem neuen Kreiskadertrainer Stephan Giesbrecht. - © Michael Meier
Vorgestellt: Der Kreisvorsitzende Harald Wiese (r.) mit dem neuen Kreiskadertrainer Stephan Giesbrecht. | © Michael Meier

Lübbecke Tischtennis soll im Mühlenkreis populärer werden

Der Kreisvorsitzende hat sich verschiedene Aktionen ausgedacht, die die Sportart wieder attraktiver machen sollen

Michael Meier

Lübbecke. Der Tischtennissport im Kreis Minden-Lübbecke hat schon bessere Tage erlebt. Gerade im Vergleich zu anderen Kreisen im Bezirk Ostwestfalen-Lippe hat der Mühlenkreis besonders im Nachwuchsbereich aktuell den Anschluss verloren. Größere Erfolge auch auf westdeutscher Ebene gibt es momentan eher im Seniorenbereich. Auch schwache Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen wie den Kreismeisterschaften oder -ranglisten sind ein Beleg dafür, dass sich Tischtennis im hiesigen Raum in einem Tief befindet. Seit dem vergangenen Mai ist nun Harald Wiese als neuer Kreisvorsitzender tätig und bereits bei seiner Wahl hatte Wiese angekündigt, viele neue Sachen anzustoßen. Getreu dem Motto "wer den Kopf in den Sand steckt, hat schon verloren". Mit einer Reihe von Aktionen und Werbemaßnahmen will der Kreisvorstand in Zusammenarbeit mit den Vereinen den Tischtennissport im Mühlenkreis wieder populärer machen und gerade für die Jugend interessant machen. Zu Beginn dieser Woche stellte Harald Wiese mit seinen Kollegen aus dem Kreisvorstand die Ideen vor. Dabei hatte Wiese zuletzt eine Erkrankung erst einmal ausgebremst und wer den nimmermüden 69-Jährigen kennt, weiß, wie schwer ihm das gefallen ist. "Ich bin zuerst einmal froh darüber, dass ich hier stehe und möchte mich ganz herzlich noch einmal für die vielen Genesungswünsche bedanken", so Harald Wiese. Dann aber ging es schnell zur Tagesordnung weiter. Ab sofort wird die Aktion "Von Mund zu Mund" gestartet. Mit einem speziell entwickelten Flyer wird die Vielfältigkeit des Tischtennissportes dargestellt. Zudem haben die Vereine die Möglichkeit, über einen eigenen Flyer Werbung für den eigenen Verein zu machen. Die erste Auflage beträgt 10.000 Stück. "In den Vereinen sollen Spieler gefunden werden, die im Freundes- oder Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft Werbung für unseren Sport machen. Da ist jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Klinkenputzen angesagt", so Wiese. Zudem wurden von Nachwuchsspielern des TuS Petershagen-Friedewalde die ersten beiden Großbanner vorgestellt. "Unser Ziel ist es, dass jeder Verein drei bis fünf Stück davon bezieht und diese im Ort oder in der Stadt an verschiedenen Stellen verbreitet. Die Motive werden dabei in der Zukunft immer wieder wechseln", erklärte Wiese. Eine weitere Aktion, den Tischtennissport mehr in die Öffentlichkeit zu bringen, hatte seinen Anfang im November 2015. Vor dem Preußenmuseum in Minden drehten Spieler/-innen aus dem gesamten Kreis Minden-Lübbecke und aus allen Altersklassen einen Videoclip. Dabei kam aufwendig auch eine Drohne zum Einsatz. Am Montag wurde dieses Video nur offiziell vorgestellt und kann ab sofort auch auf der Homepage des TT-Kreis Minden-Lübbecke (www.tt-milk.de) angeschaut werden. Das KickOff-und weitere Tischtennis-Videos sind ab sofort auch auf einem Youtube-Kanal unter Tischtenniskreis Minden-Lübbecke zu sehen. Auch dem westdeutschen Tischtennisverband wurde das Video bereits vorgestellt. "Die Resonanz vom WTTV war beeindruckend. Auch dort hat man erkannt, dass man die Öffentlichkeitsarbeit umstellen muss", freute sich Wiese über das Lob von höchster Stelle. Wie die Banner soll auch das Video in den kommenden Monaten immer wieder überarbeitet und vervollständigt werden. Wenn alles nach Plan läuft, ist der Videoclip demnächst als Kinospot zu sehen. Als weitere Maßnahmen wird es Autoaufkleber mit dem Logo des TT-Kreis Minden-Lübbecke geben, die dann vielen Autofahrern ins Auge springen. Zudem wird es Unterstützung geben, wenn sich Vereine auf Stadtfesten oder vergleichbaren Veranstaltungen vorstellen wollen. Bereits im letzten Jahr haben das die Vereine aus dem Stadtgebiet Bad Oeynhausen gemacht. In diesem Jahr wird es beispielsweise einen Stand auf dem Hiller Markt geben. Aber nicht nur in der Öffentlichkeit soll Tischtennis anders wahrgenommen werden, auch für die Vereine soll einiges an den Start gebracht werden. So wird es in diesem Jahr ein Tagesseminar geben, das sich mit dem Aufschlag/Rückschlag beschäftigt. Auch Assistenztrainerlehrgänge werden wieder vom Kreis angeboten. Dabei wird der Kreisvorstand auch Hilfestellung in den Vereinen geben, beispielsweise zu Themen wie Vereinsentwicklung und Marketing. Auch die Zusammenarbeit mit Kreissportbund, Landessportbund und dem WTTV soll ausgebaut werden. Vorgestellt wurde auch der neue Kreiskadertrainer Stephan Giesbrecht. Mit Giesbrecht zusammen soll das Kadertraining unter regionalen Aspekten wieder nach vorne gebracht werden. Auch zwei Jugendcamps des Sparkassen Club4live sind in der Planung, an dem natürlich auch Nicht-Tischtennisspieler teilnehmen können. Dabei wissen aber auch Harald Wiese und seine Mitstreiter, dass sich das komplette Programm nicht von heute auf morgen umsetzen lässt. "Es wäre toll, wenn wir alle Aktionen in den nächsten zwei Jahren durchbekommen", so Wiese. Ebenfalls ist sich der Kreisvorstand darüber im Klaren, dass viel Überzeugungs- und Motivationsarbeit in den Vereinen zu leisten ist. "Es wird einige Vereine geben, die super mitziehen werden, andere, die es im Rahmen ihrer Möglichkeiten machen werden, und auch die Vereine, die gar nicht mitmachen. Darüber sind wir uns im Klaren". Durch Wieses Verbundenheit zum Raum Minden, wurden die ersten Maßnahmen auch hier umgesetzt, doch der Kreisvorsitzende stellt ebenfalls klar, "dass ab sofort auch die Gespräche mit den Vereinen aus dem Lübbecker Raum gesucht werden". Ein Zukunftsprojekt wurde ebenfalls noch angerissen. Vor ein paar Jahren hatten Jugendspieler des TSV Hahlen in Zusammenarbeit mit der Big Band des Mindener Ratsgymnasiums Tischtenniselemente in das Stück "Elis Pong" einfließen lassen. Durch gute Kontakte von Harald Wiese nach Malta wird darüber nachgedacht, eine ähnliche Aktion im Rahmen der Kulturveranstaltungen 2018 in Valletta zu realisieren. 2018 ist Valletta Europas Kulturhauptstadt. Aber dieses Projekt liegt erst einmal noch in weiter Ferne. Der Beginn soll erst einmal vor der eigenen Haustür gemacht werden. Dennoch hat Harald Wiese mit seinem Team schon jetzt bewiesen, dass man über den eigenen Tellerrand schauen muss, um Tischtennis im Kreis Minden-Lübbecke wieder attraktiver zu machen und dabei auch andere Wege einschlagen muss. Für das Jahr 2016 heißt das Motto erst einmal: die Ärmel aufkrempeln und auf geht's. Der Kreisvorsitzende Harald Wiese lebt es vor und hofft in den kommenden Monaten auf gute Resonanz seitens der Vereine, die er mitnehmen möchte.

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