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Der für den TSVE Bielefeld startende Amanal Petros hat sich für den 26. Espelkamper City-Lauf angemeldet und gilt als der große Favorit. - © FOTO: STEFAN POLLEX
Der für den TSVE Bielefeld startende Amanal Petros hat sich für den 26. Espelkamper City-Lauf angemeldet und gilt als der große Favorit. | © FOTO: STEFAN POLLEX

Petros hat sich angesagt

LEICHTATHLETIK: 26. Auflage des Espelkamper City-Laufs am 3. Mai

VON CLAUS-WERNER KREFT UND RAINER PLACKE
01.05.2014 | Stand 30.04.2014, 23:03 Uhr

Espelkamp. Am kommenden Samstag, 3. Mai, steigt die 26. Auflage des Espelkamper City-Laufs. Bisher liegen 350 Meldungen vor, wovon 200 auf die 1,5-Kilometer-Strecke der Schüler entfallen. Großer Favorit auf den Sieg bei der 10-Kilometer-Strecke ist Amanal Petros (TSVE Bielefeld), der seit seinem ersten Start in Espelkamp 2012 ein freundschaftliches Verhältnis zum Ehepaar Schantowski pflegt.

"Als er das erste Mal in Espelkamp gestartet ist, war sein unglaubliches Talent sehr auffallend", erinnert sich Hannelore Schantowski an die erste Begegnung. Sie gehört am kommenden Samstag zu der großen Schar der Streckenposten, aber "nachher werden wir garantiert mit Amanal ein Stück Kuchen essen".

Bereits am 1. Mai treffen die Schantowskis den gebürtigen Äthiopier bei der Bahneröffnung in Bad Salzuflen. In Espelkamp könnte es durchaus möglich sein, dass Petros einen neuen Streckenrekord läuft. "Wir treffen uns regelmäßig bei Veranstaltungen, der Kontakt ist nie abgerissen", ergänzt Hannelore Schantowski.

Halle, Cross und Straße: Drei Wettkampfstätten, die sich zuletzt in rascher Folge ablösten. Zwei von ihnen hat Amanal Petros in der Erfolgsspur durchlaufen und die dritte ausgelassen – was seine Trainer unisono begrüßten. "Dass Amanal auf die Westdeutschen 10-Kilometer-Straßenlaufmeisterschaften in Salzkotten verzichtet hat, war gut und richtig", finden Gerd Grundmann und Thomas Heidbreder.

Dabei ist der "Straßen-Zehner" so etwas wie die Paradedisziplin des 18-Jährigen. Mit seinen 29:52 Minuten, die er Mitte Oktober des vergangenen Jahres in Berlin erzielte, wäre er sogar zum deutschen Jugendrekordler avanciert – wenn er schon die von ihm angestrebte deutsche Staatsbürgerschaft erlangt hätte. Doch noch läuft das Asylverfahren. Geduld ist angesagt, für ihn selbst, für seinen Verein, den TSVE 1890 Bielefeld, und auch für den nationalen Verband DLV, von dem bereits Signale kamen, dass er das Talent gern in seinen Kader aufnehmen würde. Vorerst gehört Petros dem NRW-Landeskader an.

"Deutsche Rekorde können nur von Athleten erzielt werden, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen", heißt es im Regelwerk des DLV, der den Begriff Rekord auf die Klassen Männer, Frauen, U-20-Jugend begrenzt und alles Weitere schlicht "Bestleistungen" nennt.

Unter den U-20-Rekordlern sind Prominente wie Olympiasieger Dietmar Mögenburg (Hochsprung 1984), die Weltmeister Thomas Schönlebe (400 m 1987), Raphael Holzdeppe (Stabhochsprung 2013) und David Storl (Kugelstoß 2011/13) oder Serien-Europameister Harald Schmid (400 m Hürden). Da würde es sich gut machen, stände auch Amanal Petros in dieser Liste.

Vielleicht erhält Petros ja noch eine Chance in diesem Jahr, sollten die formalen Voraussetzungen vor dem Ende seiner letzten U-20-Saison gegeben sein. Von der im Juli anstehenden WM der Junioren (internationale Bezeichnung für die U 20) zu träumen, wäre vermessen; doch wenn sich die Hoffnungen auf seine Einbürgerung erfüllen, könnte die U 23-EM 2015 in Estland ein Fernziel sein.

Dort sind unter anderem auch die 10.000 Meter im Programm – eine Strecke, die Petros auf der Bahn noch nicht gelaufen ist. Dafür war er im 10-km-Straßenlauf erfolgreich, auch auf der Düsseldorfer Kö, wo im September die nächste DM stattfindet. Und wo das TSVE-Talent im Vorjahr als Klassensieger dem Deutschen 5.000-m-Jugendmeister Sebastian Hendel volle 40 Sekunden abnahm.

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