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Thomas Stille am Steuer des VW Golf 2 GTI fährt hier vorneweg beim ersten Lauf in der RCN-Rennserie auf dem Nürburgring. - © FOTOS: PATRICK FUNK
Thomas Stille am Steuer des VW Golf 2 GTI fährt hier vorneweg beim ersten Lauf in der RCN-Rennserie auf dem Nürburgring. | © FOTOS: PATRICK FUNK

Mit Paukenschlag in neue Rennserie

MOTORSPORT: Der Löhner Thomas Stille und sein Partner fahren auf den 2. Platz auf dem Nürburgring

VON EGON BIEBER
11.05.2012 | Stand 10.05.2012, 19:15 Uhr

Löhne. Thomas Stille hat Benzin im Blut. Der 47-jährige Löhner ist im positiven Sinne ein Motorsport-Verrückter. Ein Racer eben. Einst gab er beim Löhner Team Tölle Gas in einem Ford Puma und dann erfüllte er sich seinen Traum von Rennen auf der berühmten Nordschleife des Nürburgrings mit einem roten Renault Clio bei Gleichmäßigkeits-Prüfungen (kurz GLP).

In diesem Jahr drückt er bei der Rundstrecken-Challenge Nürburgring (kurz RCN) aufs Gaspedal in einem VW Golf 2 GTI/RCN. Den Fahrer-Sitz in diesem Fahrzeug teilt er sich mit dem 37-jährigen Ingo Oepen von Oepen Motorsport aus Bergheim bei Köln. Und dieses Duo sorgte beim ersten Lauf der RCN in der starken Klasse H3 mit dem 2. Platz gleich für einen Paukenschlag. "Unser Ziel auf der Wunschliste zum Saison-Auftakt war ein 5. Platz, und das haben wir weit übertroffen. Ich kann jetzt eigentlich aufhören", sagt Stille mit einem schelmischen Lächeln, das seine Aussage natürlich gleich nichtig macht. Jetzt hat das Duo Stille/Oepen erst recht Blut geleckt.

Zur RCN-Rennserie kam Thomas Stille fast wie die Jungfrau zum Kinde. Bei einer Pinkel-Pause kurz vor dem Start zu seinem ersten GLP-Rennen vor einigen Jahren traf er auf dem Örtchen Ingo Oepen, später plauderten die beiden bei einem Kaffee über ihre Motorsport-Leidenschaft und Ende des vergangenen Jahres wurden sie ein Team. Zum Hineinschnuppern in die RCN durfte der Löhner in 2011 ein paar Rennen fahren und war begeistert. In der GLP wird mit Straßenautos gefahren, in der RCN mit getunten Autos. "Das ist Motorsport auf hohem Niveau für kleines Geld", sagt der 47-Jährige. Und in dieser Saison ist er dabei bei der Challenge, überraschten Thomas Stille und Ingo Oepen nach den 300 Kilometern (Fahrerwechsel ist nach etwa der Hälfte des Rennens) die Motorsport-Fachwelt mit dem 2. Platz in der H3 und verwiesen sogar Michael Herter aus Mannheim, Nordschleife-Legende auf frontangetriebenen Fahrzeugen, mit dessen BMW 318 iS auf den 3. Platz.

Dabei waren die Rennbedingungen beim Preis um "Schloss Augustusburg Brühl" alles andere als optimal, war das Wetter so gar nicht nach dem Geschmack von Thomas Stille, der bei herrlichem Sonnenschein und bester Laune in Löhne losgefahren war. "Ich hatte eine trockene Strecke gebucht und vor Ort erwartet mich Schneetreiben und strömender Regen", erzählt er. Eine nasse Strecke ist nicht sein bevorzugtes Revier. Also keine Slicks, sondern Regenreifen wurden morgens auf den VW Golf 2 montiert. Trotz abtrocknender Strecke blieben die nach der Fahrerbesprechung mittags auf Anweisung von Teamchef Ingo Oepen drauf. "Ich bin mit einem unguten Gefühl gestartet", sagt Stille. "Wir wussten nicht, wie sich die Reifen und das auf Regen abgestimmte Fahrwerk verhalten. Das neue Bilstein B16 hatte auch noch keine Runde gedreht. Unser Mann bei Bilstein hatte nur gesagt, vertraut mir." Dort bei "seinem Mann" hatte Thomas Stille dieses Fahrwerk geordert.

"Nach der zweiten Runde hatte ich das Vertrauen in dieses technische Paket gewonnen und es lief gut", sagt der Löhner. "Und auch die Wahl mit den Regenreifen trotz abtrocknender Strecke erwies sich im Nachhinein als richtig, obwohl ich im Rennen Slicks haben wollte. Als ich in der Tankrunde zur Aremberg-Kurve kam, schob sich eine schwarze Wolkendecke in Richtung Nürburgring. Also blieben die Regenreifen drauf und Ingo durchlebte dann in seinem Turn in einer Runde über 20, 8 Kilometer alle vier Jahreszeiten: Sonne, trockene Strecke, Hagel, Regen und Orkanböen. Das war schon heftig." Aber die Kombination Regenreifen mit dem Fahrwerk Bilstein B16 erwies sich aufgrund dieser Bedingungen als optimal. Thomas Stille und Ingo Oepen strahlten bei der Siegerehrung über ihren sehr gelungenen Saison-Start. Am 17. Mai fahren sie wieder auf der Nordschleife im Rahmen des 24-Stunden-Rennens.

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