Auf dem Weg zum gegnerischen Tor: FCO-Stürmer Hashem Celik (links) traf gegen den TSV Schötmar zwei Mal. - © Ingo Büchel
Auf dem Weg zum gegnerischen Tor: FCO-Stürmer Hashem Celik (links) traf gegen den TSV Schötmar zwei Mal. | © Ingo Büchel

Bad Oeynhausen/Löhne Tiefer stehen, höher gewinnen

Fußball-Bezirksliga: Wie der FCO den TSV Schötmar abfiedelt und TuRa sich in Dützen belohnt. Loher bekommen in Espelkamp den Applaus, aber keine Punkte

Wolfgang Döbber

Bad Oeynhausen/Löhne. Hätte der TuS Lohe seine großen Chancen vor der Pause in Espelkamp (am Ende setzte es ein 0:1) genutzt, es wäre das perfekte Wochenende für die drei heimischen Bezirksliga-Teams geworden. Der FC Bad Oeynhausen legte sich nach der Pause den TSV Schötmar zurecht und gewann hoch verdient mit 4:0, TuRa Löhne zeigte beim fünften Saisonsieg (2:1 in Dützen) seine Schokoladenseite und trat als geschlossene Einheit auf. An diesem Donnerstag müssen sie beim SV Kutenhausen-Todtenhausen nachlegen und weiter Anschluss an das untere Mittelfeld herstellen, die Studtrucker-Kicker. Der TuS Lohe rutschte hingegen mit viel Pech auf den drittletzten Platz ab. Der FC Bad Oeynhausen hat einen Trainer, der seine Stimmbänder schon nach wenigen Minuten auf 100 Prozent hochgefahren hat. Beim 4:0-Erfolg gegen den TSV Schötmar war Holm Windmann vor allem in der ersten Halbzeit nicht zu überhören. Stets dirigierte er lautstark die Spieler, wer zu lange mit dem Ball am Fuß lief oder einfach nur falsch durch den "Raum" stocherte. Von Windmann gab es verbalen Wind. "Die erste Halbzeit hatte schon Ecken und Kanten. Nach dem frühen 1:0 hatten wir nicht immer so den Zugriff. Wir haben uns dann tiefer gestaffelt, das 2:0 nach einer halben Stunde fiel auch zum richtigen Zeitpunkt", sagte er nach der Partie. Die zweite Halbzeit gefiel dem Trainer wesentlich besser. "Das war komplett gut in allen Mannschaftsteilen, zielstrebig, sehr stabil", bilanzierte er. Zu dieser Stabilität führte das immense Pressing, die hohe Laufbereitschaft und das gute Verschieben, sowie die Griffigkeit in den Zweikämpfen. Ob Fabian Richter, Xemgin Ammo (Note 2), der erfahrene André Schröder sowieso. Die FCO-Defensive arbeitete gut gegen den Ball, Richter hatte auch immer den Zug nach vorne. Tobias Seeger hatte wie gewohnt eine gute Zweikampfquote, Jannik Göhner spielte im Mittelfeld richtig gute Pässe und hatte ebenso gute Momente in der Balleroberung. Stürmer Hashem Celik, der zwei Tore sprechen ließ und dennoch für einen "falschen" Laufweg sich was anhören musste (sollte ihn ja motivieren), ist mit seinen 20 Jahren auf einem guten Weg, ebenso wie die 20-jährigen Jonas Martens und Maximilian Cuwalsky (bearbeitete vor der Pause die rechte Seite effektiv). Die junge FCO-Mannschaft trotzt weiterhin den Umständen und hat nach drei intensiven Heimsiegen mit 13 Toren auch den Winter-Abgang von Julius Eckert weggesteckt. Hut ab. Hut ab auch vor TuRa Löhne, die in Dützen zwar mit 0:1 in Rückstand gerieten, "aber auch da schon ein paar Möglichkeiten hatten", sagte Trainer Stefan Studtrucker. Der 2:1-Erfolg beim Landesliga-Absteiger tat gut, es war wie gegen den SC Bad Salzuflen (3:2) anno 2015 ein Auftritt der Geschlossenheit. "Na klar, Alexander Gumin, der für Jannis Sassenberg auf der linken Seite eine gute Partie machte, oder Mohammed Khalaf, der überragend spielte, Luca Albrecht war ebenso gut", führte Studtrucker aus, um dann aber klarzustellen: "Wir haben alle als Team zusammen gearbeitet, offensiv wie defensiv. Beide Flügel haben sich unterstützt, das war ein Sieg für das Team, mannschaftlich geschlossen." Weitere Chancen nach dem knackigen Freistoßtreffer von Marcel Rinnelt zum 2:1 von Reh, Wihan, Esen oder Khalaf blieben ungenutzt, so dass bis zum Ende gezittert werden musste. "Trotzdem. Wir haben jetzt 17 Punkte, das wird nicht reichen. Wir brauchen noch 20 Punkte drauf", stellte Stefan Studtrucker klar. Nach dem Sieg ist vor dem Sieg! Am Donnerstag in Kutenhausen im Mindener Land wollen sie wieder was ernten. Mal sehen, was Rolf Kuntschik dazu sagt? Die Loher nahmen mehr Komplimente aus Espelkamp mit als sie hören wollten. "Das war noch unglücklicher als gegen Werl-Aspe. In der ersten Halbzeit hatten wir drei Hundertprozentige. Zweimal Julian Hartmann, einmal Pascal Servos. Die Bälle waren bis zum Torabschluss super herausgespielt, nur das Tor fehlte", ärgerte sich der Loher Trainer Christian Möller. Aber er glaubt an das Gute im Fußball: "So eine Leistung muss irgendwann belohnt werden. Aus dem Nichts machten die Gastgeber das 1:0, Esanu setzte ich gegen drei Gegenspieler im Sechzehner durch, schoss den Ball in den Knick", seufzte Christian Möller kurz. Ärgern ist nicht, ändert nichts mehr und hilft auch nicht weiter. An diesem Donnerstag geht es bereits heftig weiter beim SC Vlotho. zwölf Siege, fünf Remis und keine Niederlage steht beim Tabellenzweiten zu Buche. Das Team vom SC Vlotho will rauf in die Landesliga. Ein Tag, an dem Wunder geschrieben werden können. Von den Lohern. Mit 15 Punkten sind sie nun Drittletzter in der Tabelle der Fußbalöl-Bezirksliga.

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