Hoch das Bein: Bad Oeynhausens Tobias Seeger (r.) klärt in dieser Szene vom Spiel gegen Stift Quernheim die Lage, bevor sein Gegenspieler an den Ball gelangt. - © Jürgen Krüger
Hoch das Bein: Bad Oeynhausens Tobias Seeger (r.) klärt in dieser Szene vom Spiel gegen Stift Quernheim die Lage, bevor sein Gegenspieler an den Ball gelangt. | © Jürgen Krüger

Bad Oeynhausen Der FCO macht Laune

Hinter dem Fußballtor: Der FC Bad Oeynhausen vertreibt Stift Quernheim mit 5:3 von der Tabellenspitze und erntet in der Bezirksliga reichlich Anerkennung

Wolfgang Döbber
Rainer Placke

Bad Oeynhausen. Fünf Gegentore für den entthronten Spitzenreiter. Fünf Tore daheim vom FC Bad Oeynhausen gegen den BV Stift Quernheim, das lässt aufhorchen. Die 30-Punkte-Marke ist in der Fußball-Bezirksliga erreicht, Platz fünf erobert und FCO-Trainer Holm Windmann hatte nach dem Spiel auch fünf klare Aussagen zu bieten. Fünf Tore daheim glückten dem FCO sonst nur im November – beim 5:2 gegen Union Minden zum Beispiel. Am Platz waren, vermutlich wegen des Schmuddelwetters, nur rund 50 Zuschauer. Zurück zum Trainer Windmann und dessen fünf Aussagen. Erstens: „Es hätte zur Pause nie und nimmer 2:2 stehen dürfen, denn die erste Halbzeit war von uns sehr gut geführt. Aber ein Pascal Siebers nutzt halt jede Chance, das ist seine große Klasse." Zweitens: „Beim zweiten und dritten Gegentor assistieren wir, Tim Viergutz muss den Ball am Fünfmeterraum haben, vor dem 2:3 spielt Jannik Göhner einen Rückpass, düpiert so Innenverteidiger Tobias Seeger." Drittens: „Von der Spielstruktur her war das schon sehr ordentlich, was wir geboten haben, wir sind auf einem richtigen Weg." Viertens: „Nach dem 2:3 fehlten die großen Chancen zunächst, die Mannschaft hat dann in den letzten 15 Minuten große Kaltschnäuzigkeit und Effektivität geboten." Fünftens: „Serhat Atilgan war heute überragend. Auch Hashem Celik war stark, in der ersten Halbzeit noch besser." Der FC Bad Oeynhausen anno 2016: Zwei Spiele, zwei Siege, neun Tore. Das ist nach dem eher leichten 4:0 gegen den TuS Windheim (im FCO-Echo hat doch tatsächlich jemand 0:4 in die Ergebnisliste eingetragen) und dem 5:3 gegen den BV Stift Quernheim eine Mannschaft im Steigflug. Wirklich stark war der Auftritt vor der Pause, als der FCO großen läuferischen Aufwand betrieb, um den BV Stift gar nicht erst in Spiel kommen zu lassen. Die besseren Chancen, ein optisches Übergewicht und mehr Ballbesitz hatten sie ohnehin. Der Lohn waren die Tore von Celik (4.) und Atilgan (32.) jeweils nach schnellen Ballgewinnen im Mittelfeld, aber Stift machte aus drei Chancen zwei Tore. 2:2, das Hinrunden-Resultat war schon das Halbzeit-Resultat. Da in der Viererkette Andre Schröder wieder felsenfest stand und mit Auge spielte, und sich Tobias Seeger und Fabian Richter ebenfalls mit starker Zweikampfquote empfahlen, kam die Windmann-Elf auch nach einem kleinen Durchhänger zwischen der 50. und 70. Minute wieder zurück ins Spiel. Das nennt man wohl „Nehmerqualitäten". Sechs gelbe Karten zeugten (wie schon am 1. Spieltag beim 2:2) von der Galligkeit und Giftigkeit in vielen Zweikämpfen, unfair war es aber nicht. Stift Quernheim zeigte sich sogar nach dem 3:3 durch Jonas Martens (schoss aus kurzer Distanz nach einem Pass von Atilgan ein, der zuvor einen Gegenspieler leicht umgestoßen hatte) fair und protestierte nicht. Am Ende stach dann „Junior" Timo Mühlmeier (19) mit zwei Toren: Seinen Linksschuss zum 4:3 aus 15 Metern berührte Quernheims Torwart Georg Wachowski den Ball nur noch leicht, das Sportgerät rollte quälend langsam über die Linie. Den öffnenden „Zuckerpass" über gut 40 Meter hatte André Schröder geschlagen, mit der Kraft seiner 29 Jahre. Die Generationen beim FCO wachsen offenbar immer besser zusammen. Preußen Espelkamp steht jetzt auf Platz eins, doch die Freude beim FC darüber hielt sich nach dem 5:1-Heimerfolg gegen Union Minden in Grenzen. Der Tabellenführer sorgt sich um Watschagan Harutjunjan, einen seiner Besten. Der 25-jährige Leistungsträger war am Sonntag gefoult worden, nachdem er zuvor zwei Tore erzielt und einen weiteren Espelkamper Treffer vorbereitet hatte. „So eine Aktion beim Stand von 4:1, noch dazu in unserer eigenen Hälfte, hätte nicht mehr sein müssen", sagte Trainer Uwe Korejtek und ist verägrert über das überflüssige Einsteigen gegen „Watschi", der mit einer mehrwöchigen Zwangspause rechnen muss. „Am Abend nach dem Spiel war ich im Krankenhaus. Der Knöchel ist angeschwollen. Ich war beim Orthopäden, doch Klarheit wird erst eine MRT-Untersuchung bringen", erklärte der 25-jährige Harutjunjan gestern auf Anfrage.

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