Mit hoher Geschwindigkeit über die Hürden: Der Collie „Scarlet“ vom Team „Wild and Loe Jumpers“ ist schnell unterwegs und auf dem Weg zur Flyballmaschine, um den Ball zu holen und den gleichen Weg wieder zurück zu laufen. - © Maximilian Harre
Mit hoher Geschwindigkeit über die Hürden: Der Collie „Scarlet“ vom Team „Wild and Loe Jumpers“ ist schnell unterwegs und auf dem Weg zur Flyballmaschine, um den Ball zu holen und den gleichen Weg wieder zurück zu laufen. | © Maximilian Harre

Bad Oeynhausen Fliegende Hunde jagen Bälle

Flyball: Reit- und Fahrverein Bad Oeynhausen richtet zum ersten Mal ein Turnier für Hund und Halter aus. Viel Lob für die tolle Organisation

Maximilian Harre

Bad Oeynhausen. In der Halle geht es laut zu. Die Hunde bellen, und die Frauchen und Herrchen geben ihren Schützlingen lautstark Orientierung. Es ist laut. Sehr laut. Hundesportler wissen schon, warum sie ihre Anlagen ein wenig außerhalb der Wohngebiete anlegen. Auch die Reithalle des Reit- und Fahrvereins Bad Oeynhausen liegt außerhalb, in der Wendener Straße. Hierher hat die Flyball-Gruppe „Die Flughunde“ zum ersten Flyball-Turnier eingeladen. Zunächst einmal: Was ist überhaupt Flyball? Der Sport stammt ursprünglich aus Amerika und erfreut sich auch in Deutschland einer stetig wachsenden Fangemeinde. Es müssen vier Hunde einer Mannschaft starten, in schneller Reihenfolge über vier Hürden springen, einen Ball aus einer dafür eigens angefertigten Maschine schnappen (die Hunde lösen mit einer sogenannten „Schwimmerwende“ den Ball aus der Flyballbox) und schnellstmöglich mit dem Ball über die Hürden zurücklaufen. Im „Flyball“ gibt es unterschiedliche Wertungen – im „Speed Trail“ kommt es auf die schnellste Zeit an, im „Double Elimination“ wird der Tagessieger ermittelt. Die Hunde einer Mannschaft begegnen sich dabei in der Start-/Zielzone. Der Lauf gilt als gewonnen, wenn alle vier Hunde ohne Fehler und schneller als die gegnerische Mannschaft im Ziel sind. „Auf einem Turnier hat jede Mannschaft die Chance in ihrer Division zu gewinnen, da immer gleich starke Gegner in einer Division starten“, erklärt Marion Gruffke vom ausrichtenden Team „Die Flughunde“ aus Bad Oeynhausen. „Und ein wenig Glück ist auch immer mit dabei, da es auch Mannschaften gibt, die sehr gut aufeinander eingespielt sind und es passiert, dass ein Ball zur Seite springt oder die Lichtschranke einen zu engen Wechsel der Hunde anzeigt“, so Marion Gruffke. Was dabei so einen Lärm verursacht: Zum einen bellen natürlich die Hunde, zum andern rufen die Frauchen und Herrchen noch viel lauter nach ihren Schützlingen. „Das machen wir, damit die Hunde gezielt zu einem laufen und nicht die Orientierung verlieren“, erklärt Nina Gibkes. Sie ist mit ihrem Border Collie „Joy“ aus der Nähe von Recklinghausen angereist und geht für das Team „Cool Jumpers“ an den Start. Joy mache seine Sache gut, wie immer. „Er ist ein sehr zuverlässiger Läufer.“ Darum gilt er im Team als Stammkraft und geht häufig ins Rennen. „Wenn wir heute Abend nach Hause kommen, will er dann nur noch sein Futter und unter seine Decke“, gibt Gibkes zu. Auch Lea Klostermann aus der Mannschaft „Wildn Loe Jumpers“ ist zufrieden. Zwar seien die anderen Teams heute ein bisschen schneller. „Aber wir haben auch einen kleinen Zwerg dabei.“ Jack Russell Terrier „Nico“ hat mit seinen kurzen Beinen einfach wenig Chancen gegen flinke Border Collies, die zu den Spitzenathleten beim Flyball zählen. Insgesamt vierzehn Teams aus ganz Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind beim Premieren-Turnier dabei. Für „Die Flughunde“ aus Bad Oeynhausen ist es der Versuch, den bislang vorrangig in Amerika ausgeübten Hundesport auch in Deutschland zu etablieren. Von allen Gästen gibt es auf jeden Fall viel Lob für diese Anstrengung. Nina Gibkes sagt: „Das Turnier ist super organisiert und es hat einen riesigen Spaß gemacht.“

realisiert durch evolver group