Bad Oeynhausen Viele individuelle Fehler und fehlende Qualität

FUSSBALL-LANDESLIGA: Den Abstieg des FC Bad Oeynhausen können auch drei Trainer nicht verhindern

Egon Bieber

Bad Oeynhausen. Warum es wie nach Aussage von Mike Schusstzik die "niveauloseste Saison" gewesen sein soll, ist einfach auf einen Nenner zu bringen: "Es fehlte die Konstanz in den Leistungen über die gesamte Spielzeit. Und das hat auch etwas mit Qualität zu tun", sagte Trainer Holm Windmann während der Rückrunde. Er hatte die Mannschaft Anfang diesen Jahres als Liga-Schlusslicht übernommen. Und Qualität ist ein gutes Stichwort. Nach dem Abstieg im Juni diesen Jahres sagte der FCO-Vorsitzende Dirk Göhner, dass man beim großen Umbruch der Mannschaft (viele Leistungsträger hatten den Klub verlassen und rund 15 neue Kicker waren gekommen) den Spielerkader wohl nicht so optimal zusammengestellt habe wie erhofft. In der Tat. Einige "faule Äpfel" waren im Korb, vermeintliche Leistungsträger außerdem über längere Zeit auch verletzt. Dennoch war der Abstieg durchaus vermeidbar, allerdings war die katastrophale Hinrunde mit nur acht mickrigen Pünktchen eine sehr schwere Hypothek für den Rest der Saison. Nur acht, neun Punkte mehr, und die 1. Mannschaft des FCO dürfte weiterhin in der Landesliga kicken - und sich auf das Stadtderby mit Aufsteiger SVEW freuen. Leider wird nichts daraus, da sich die Wege dieser beiden Konkurrenten gekreuzt haben und die Ziele nun andere sind. "Ich kann nur für die Rückrunde sprechen", sagt der Anfang 2015 gekommene Holm Windmann. "Wir haben gut und konzentriert gearbeitet - und 18 Punkte geholt. Und es waren durchaus noch einige mehr drin. Immer wenn wir die Möglichkeit hatten, näher an die Nichtabstiegsplätze heran zu kommen, haben wir es verbockt. So entscheidende Spiele waren es in Dützen, in Tengern, in Höxter und zu Hause gegen Harsewinkel". Vor allem daheim gegen Aufsteiger TSG Harsewinkel war es am 3. Mai beim 1:3 eine jämmerliche Vorstellung. Ohne Leidenschaft und ohne Mumm. Dabei war dieses Match so enorm wichtig, hätte es zu einem Befreiungsschlag im Abstiegskampf werden können, war es ein sogenanntes "Sechs-Punkte-Spiel". Mit einem Sieg wäre das FCO-Team damals auf 20 Punkte gekommen und hätte den ersten Nichtabstiegsplatz bei drei Punkten Rückstand zum Greifen nah gehabt. "Aber die Leistungen waren insgesamt viel zu schwankend, ging es rauf und runter. Wenn wir vom Trainerteam gedacht haben, die Spieler haben es begriffen, folgte der nächste Blackout und Dämpfer. Nach vorne war das ganz okay, aber mit den vielen individuellen Fehlern in der Defensive hatten wir einfach zu viele Böcke drin", sagt Holm Windmann. Und das ist dann irgendwann nicht mehr zu reparieren. Definitiv klar und unumstößlich war der Abstieg aus der Fußball-Landesliga für das FCO-Team nach dem 0:5-Debakel am 31. Mai, also am drittletzten Spieltag, bei den zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch abstiegsgefährdeten Rot-Weißen in Kirchlengern. Dort fehlte es den Badestädter Kickern wie schon gegen Harsewinkel am nötigen Biss und Zweikampfwillen - und einige individuelle Fehler, die zu Gegentoren führten, erinnerten an Slapstickeinlagen. Davon gab es in der Hinrunde noch reichlich mehr, und da verzweifelten Windmann?s Vorgänger ebenfalls. Mit Rolf Kuntschik, der in seine sechste Saison beim FCO gegangen war, begann die Landesliga-Saison 2014/2015. Nach der 2:5-Pleite bei der TSG Harsewinkel am 12. Oktober 2014 (9. Spieltag, FCO 3 Punkte) schmiss Rolf Kuntschik hin und trat auch irgendwie entnervt als Trainer zurück. Bis zur Fußball-Winterpause übernahm dann FCO-Urgestein Hartmut Vogt als Interimstrainer. Und ihm folgte dann Holm Windmann.

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