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Mennighüffens Jonas Bextermöller wir von von zwei Hüllhorstern schön in die Mangel genommen. - © FOTO: JÜRGEN KRÜGER
Mennighüffens Jonas Bextermöller wir von von zwei Hüllhorstern schön in die Mangel genommen. | © FOTO: JÜRGEN KRÜGER

Zur Sache, Schätzchen

HANDBALLKISTE: Im Derby gehen VfL und HSG bis an die Grenzen

VON JÜRGEN KRÜGER
09.04.2014 | Stand 08.04.2014, 20:55 Uhr

Löhne-Mennighüffen. "Es war jetzt nicht so, dass man sich nachher nicht mehr in die Augen sehen konnte. Und das ist für mich immer wichtig", sagt Jonas Bextermöller, der dem Derby in der Handball-Verbandsliga am vergangenen Samstag zwischen der HSG Hüllhorst und dem VfL Mennighüffen (19:19) zwar eine gewisse Härte zuordnet, "aber es war nichts Linkes dabei".

Für den Rechtsaußen des VfL Mennighüffen ging die spannende Partie mit einer Bänderverletzung am Knöchel des rechten Fußes zu Ende. Das hat eine Röntgenuntersuchung am Dienstag in Krankenhaus Bünde ergeben. "Bexter" fällt für zwei Wochen aus und wird die Osterpause für den Heilungsprozess nutzen. Zugezogen hatte sich 27-Jährige diese Verletzung ein paar Sekunden nach dem Abpfiff. Bextermöller hatte beim 19:19 die letzte Wurfchance dieses Spiels von Rechtsaußen, scheiterte aber am starken Hüllhorster Torwart Dennis Specht. Es erfolgte der Abpfiff und Bextermöller ging auf Specht zu, um ihm "zu beglückwünschen", wie Bextermöller sagt. Dabei streckte er den linken Arm in Richtung Spechts Schulter aus. Der Hüllhorster Torwart hat die positiv gemeinte Geste offenbar anders eingeschätzt und Bextermöllers Arm zur Seite geschoben. Diese Aktion wiederum nahmen dann Hüllhorster Zuschauer zum Anlass, von der Tribüne auf das Spielfeld zu laufen und sich einzumischen. Bextermöller wurde zur Seite gedrängt, stolperte und zog sich die Bänderverletzung zu.

"So lange ich irgendwo Staffelleiter bin, werde ich es nicht tolerieren, dass Zuschauer auf das Spielfeld laufen", sagte Verbandsliga-Staffelleiter Andreas Tiemann gestern auf Anfrage. Der 39-Jährige hat die veranstaltende HSG Hüllhorst sowie die Schiedsrichter Christian Schellhase und Sven Stoller (Kreis Gütersloh) um schriftliche Stellungnahme gebeten. Auf diese Stellungnahmen und den Eintragungen im Spielbericht basierend wird Tiemann dann Konsequenzen folgen lassen. Möglich sind eine Ordnungsstrafe oder eine punktuelle Spielaufsicht, zum Beispiel beim nächsten Derby der benachbarten Vereine. Tiemann hat zudem Mennighüffens Kay Daumann für ein Meisterschaftsspiel gesperrt. Daumann war 41 Sekunden vor dem Abpfiff disqualifiziert worden, nachdem ihn Hüllhorsts Arne Halstenberg klassisch ausgewackelt hatte und Daumann dem Rechtshänder in den Wurfarm griff. Nach Angaben von Andreas Tiemann habe es sich hierbei eigentlich um eine Rote Karte ohne Bericht gehandelt. Weil aber die Aktion innerhalb der letzten Spielminute geschah, mussten die Schiedsrichter einen Bericht anfertigen. Eine Rote Karte mit Bericht ziehe im Regelfall automatisch eine Sperre von zwei Zeitwochen hinter sich her. "Das ist jetzt etwas Pech für Kay Daumann, denn er kann die Osterpause nicht nutzen, um seine Strafe auszusitzen", sagt Tiemann.

Während Kay Daumann also beim nächsten Heimspiel des VfL Mennighüffen am Sonntag, 27. April gegen die HSG Gütersloh nicht mitspielen wird, hofft Jonas Bextermöller, dass er wieder fit ist. Auch Arne Kröger, der nach dem Derby in Hüllhorst über eine Fußprellung klagte, dürfte dann wieder am Ball sein. "Ich glaube, in dem Spiel hat jeder irgendetwas abgekommen", sagt Jonas Bextermöller. Beide Mannschaften gingen an die Grenzen, ohne fies zu werden, und stellten damit auch das Schiedsrichtergespann vor eine große Herausforderung. Christian Schellhase und Sven Stoller hatten alle Hände voll zu tun und auch sie gerieten an ihre Grenzen. Die Kritik von beiden Seiten an ihnen nach dem Spiel dürfte aber etwas überzogen und den noch vorhandenen Emotionen geschuldet sein. Auf der anderen Seite setzten André Torge (Trainer HSG Hüllhorst) sowie Zygfryd Jedrzej und André Zwiener (VfL Mennighüffen) die beiden Referees von Beginn an unter Stress, in dem sie nahezu jede Entscheidung kommentierten. André Torge bekam dafür bereits nach 12 Minuten eine Verwarnung, bei Mennighüffen blieb die Bestrafung aus.

Sportlich betrachtet bleibt festzuhalten, dass der VfL Mennighüffen in der Spitzengruppe der Verbandsliga gut aufgehoben ist, ein Aufstieg in die Oberliga allerdings wohl etwas zu früh käme. "Soweit sind wir noch nicht", sagte VfL-Trainer Zygfryd Jedrzej. Theoretisch ist der Drops zwar noch nicht gelutscht, aber als großes Ziel dürfte die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Oberliga ausgedient haben. "Wir spielen genauso weiter, bringen die Saison zu Ende und lassen alles auf uns zukommen", so Jedrzej.

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