Besprechung: Der Bad Oeynhausener Rennfahrer Niklas Stötefalke (rechts), hier bei der Thüringen-Rallye in Pößneck. - © Sascha Dörrenbächer
Besprechung: Der Bad Oeynhausener Rennfahrer Niklas Stötefalke (rechts), hier bei der Thüringen-Rallye in Pößneck. | © Sascha Dörrenbächer

Pößneck/Bad Oeynhausen Motorsport: Niklas Stötefalke schwer verletzt

26-Jähriger Rallye-Fahrer rast in Thüringen mit 160 km/h vor einen Baum. Beifahrer Tobias Braun mit Hubschrauber abtransportiert. Teamchef gibt Entwarnung

Jürgen Krüger

Krankenhaus statt Podest: Der Bad Oeynhausener Rallye-Pilot Niklas Stötefalke und sein Beifahrer Tobias Braun sind bei der Thüringen-Rallye (ADAC Rallye Masters) in Pößneck von der Strecke abgekommen und frontal vor einen Baum gefahren. Beide liegen schwer verletzt im Krankenhaus, dennoch gibt Teamchef Michael Rinne Entwarnung. „Ich gehe davon aus, dass keiner der beiden bleibende Schäden davonträgt", sagt der 59-jährige Onkel und Manager von Niklas Stötefalke, der sich bei dem Unfall drei Rückenwirbel gebrochen hat und in der Zentralklinik von Bad Berka operiert wurde. Mittlerweile ist auch Freundin Leonie vor Ort. Der Unfall ereignete sich am Samstagmorgen, gleich bei der ersten Wertungsprüfung. Michael Rinne befand sich zu dieser Zeit noch im Hotel. Seinen Angaben zufolge soll Niklas Stötefalke auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke aus einer Senke kommend die Kontrolle über seinen Opel Adam verloren haben. „Er wollte einlenken, doch das Fahrzeug hat nicht reagiert", sagt Rinne. Daraufhin sei der Wagen frontal mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde vor einen Baum gefahren. Der Motorraum habe Feuer gefangen, doch die beiden Piloten konnten sich selbst befreien. „Niklas hat sogar noch das Notlöschsystem aktiviert", sagt Rinne. Der Baum habe den Motor bis an das Armaturenbrett gedrückt. „Vor zehn Jahren wären solche Unfälle tödlich gewesen. Die heutigen Fahrzeuge sind unglaublich sicher." Allerdings müsse die durch den Aufprall freigesetzte Energie irgendwohin. Beifahrer Tobias Braun flog in die Gurte und brach sich zwei Brustwirbel. Da er zunächst seine Beine nicht mehr spürte, forderte der zufällig anwesende Rennarzt des Skoda-Teams, Nico Schneider, einen Rettungshubschrauber an, der Tobias Braun ins nahe gelegene Klinikum nach Jena flog. Mittlerweile spüre er seine Beine aber wieder, nachdem sich eine Einblutung im Rücken zurückgezogen habe. Auch um eine Operation komme Tobias Braun herum, wie Michael Rinne sagt. Aus dem Krankenhaus postete Niklas Stötefalke, der für das Team Opel Buschmann fährt, mit einem Daumen noch: „Vielen Dank für eure guten Wünsche. Wir werden erst später auf alles antworten können. Es wird dauern, bis wir wieder auf die Beine kommen. Das werden wir aber packen! Tobi und ich haben unter anderem Rückenverletzungen erlitten. Diese sind aber reparabel." Die Saison ist für das Team und die beiden Piloten beendet. „Motorsport ist das Hobby von Michael Rinne, Niklas Stötefalke und mir. Ich werde jetzt kein neues Auto und keinen neuen Fahrer besorgen", sagt Jens Buschmann. Und auch für Michael Rinne steht die Genesung der beiden Rennfahrer im Mittelpunkt. „Alles andere ist jetzt unwichtig", sagt er. Ob durch diesen schweren Unfall die Motorsportkarriere von Niklas Stötefalke ebenfalls beendet ist, bleibt abzuwarten. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Ärzte Niklas raten, mit dem Motorsport aufzuhören. Mit Rückenverletzungen ist nicht zu spaßen", sagt Michael Rinne. Bereits vor zwei Jahren hatte Niklas Stötefalke bei der Thüringen-Rallye einen Unfall, der aber nicht so schlimm endete wie dieser jetzt.

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