Abschied: Andrea Todorovic (r.) bedankte sich unter anderem bei Nina Mittelham und verdrückte sogar ein paar Tränen.
Abschied: Andrea Todorovic (r.) bedankte sich unter anderem bei Nina Mittelham und verdrückte sogar ein paar Tränen.

Bad Driburg Spitzenleistung und ein bewegender Abschied von Todorovic

Tischtennis: Bundesligist TuS Bad Driburg siegt im letzten Heimspiel mit 6:2 gegen Böblingen

Julia Radtke
11.05.2015 | Stand 10.05.2015, 22:21 Uhr

Bad Driburg. Die Revanche ist geglückt: Der Tischtennis-Bundesligist TuS Bad Driburg verabschiedete sich am Samstag vom heimischen Publikum mit einer Spitzenleistung gegen den SV Böblingen. Erstaunlich, wie sich die Driburgerinnen in den letzten Monaten gesteigert haben. Im Hinspiel traten sie sich nach einer 2:6-Klatsche noch mit langen Gesichtern den Heimweg an - und schickten nun die Böblinger in einer ähnlichen Stimmung auf die Rückreise. Der TuS setzte sich gegen den Tabellenfünften vor knapp 100 Zuschauern mit 6:2 durch. Und trotzdem flossen bei den TuS-Damen am Samstag Tränen. "Selten fiel es mir so schwer, eine Spielerin ziehen zu lassen", sagte Franz-Josef Lingens über seine langjährige Spielerin Andrea Todorovic. Die 22-Jährige war nicht die einzige, die beim Abschied ein paar Tränen verdrückte. Von den heimischen Fans wollte sich Andrea Todorovic unbedingt mit einer Spitzen-Leistung verabschieden. Umso deprimierter wirkte sie, als sie das Doppel zusammen mit Sarah de Nutte ganz knapp verlor. Gegen die ehemalige Europameisterin Qianhong Gotsch und Nachwuchstalent Anja Schuh machten die beiden ein gutes Spiel, mussten sich allerdings im fünften Satz mit 9:11 geschlagen geben. "Perfektes Timing", murmelte Todorovic nach dem verpatzten Satz und ließ sich enttäuscht auf einen Stuhl im Team-Bereich fallen. Böblingens Nummer zwei Mitsuki Yoshida konnte in Bad Driburg nicht antreten, weil sie sich einen Tag zuvor im Training an der Schulter verletzt hatte. Die TuS-Damen bekamen daher insgesamt drei Zähler geschenkt. Der TuS ging so trotz verlorenem Doppel mit 2:1 in Führung. Die Driburger Fans wurden für die ausgefallenen Partien anschließend entschädigt. Ein Leckerbissen für alle Tischtennis-Fans waren die beiden Aufeinandertreffen mit Abwehr-Ass Qianhong Gotsch, einer der besten Spielerinnen der ersten Liga. Zunächst musste Elena Waggermayer gegen die 46-Jährige ran und lieferte Tischtennis-Sport vom Feinsten. Waggermayer gab sichtlich alles, startete einen Angriff nach dem anderen, konnte Gotsch aber nicht das Wasser reichen. Die gebürtige Chinesin brachte die härtesten Schläge zurück auf die Platte - und setzte sich mit 3:1 durch. Für das zweite Highlight der Partie sorgte Nina Mittelham, die sich mit Gotsch ein ebenfalls sehenswertes Match lieferte. Mittelham wirkte rundherum gut gelaunt, plauderte mit den Zuschauern und präsentierte sich an der Platte in Bestform. Im Hinspiel hatte sich noch knapp gegen Gotsch verloren, setzte sich nun aber unter großem Jubel in drei Sätzen gegen die ehemalige Europameisterin durch. "Das war beeindruckend", lobte TuS-Manager Franz-Josef Lingens direkt nach Mittelhams Partie. "Zum Saisonabschluss haben nun alle gesehen, warum ich immer an Nina festgehalten habe", sagt Lingens und kommt richtig ins Schwärmen. Auch Böblingens Coach Andrzej Kaim konnte die Gastgeber nur loben. "Driburg hat sehr gut gespielt, da kann man nur gratulieren. Wir hatten heute nicht unseren besten Tag, neben Mitsuki Yoshida waren auch Anja Schuh und Julia Kaim nicht ganz fit", erklärt er, fügt jedoch sofort hinzu: "Das kann natürlich keine Ausrede sein." Die Ergebnisse: Doppel: Waggermayer/Michajlova - Yoshida/Kaim: 11:0, 11:0, 11:0; Todorovic/de Nutte - Gotsch/Schuh: 8:11, 6:11, 11:3, 11:9, 9:11; Einzel: Mittelham - Yoshida: 11:0, 11:0, 11:0; Waggermayer - Gotsch: 11:7, 7:11, 10:12, 5:11; Michajlova - Kaim: 12:10, 12:10; 11:2; Todorovic - Schuh: 11:9, 11:5, 11:8; Mittelham - Gotsch: 11:8, 11:8, 11:8; Waggermayer - Yoshida: 11:0, 11:0, 11:0.

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