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Maike Friebe (l.) vom FC Germete-Wormeln nimmt es mit Katrin Block vom SV Scherfede-Rimbeck auf. Am Ende gewinnt Germete mit 3:1 und wird Dritter. Fotos: Lüddecke
Maike Friebe (l.) vom FC Germete-Wormeln nimmt es mit Katrin Block vom SV Scherfede-Rimbeck auf. Am Ende gewinnt Germete mit 3:1 und wird Dritter. Fotos: Lüddecke

Atemlos zum Kreishallenmeister-Titel

Fussball: Frauen des SV Ottbergen-Bruchhausen siegen 1:0 im Finale gegen Bökendorf

23.12.2013 , 09:28 Uhr
Valentina Zimmardi (l.) vom SV Bökendorf nimmt die Medaille für Platz zwei von Jeremy Pakusch von ?Swiss-Life-Select? entgegen.
Valentina Zimmardi (l.) vom SV Bökendorf nimmt die Medaille für Platz zwei von Jeremy Pakusch von ?Swiss-Life-Select? entgegen.

Von Tim Lüddecke

Höxter. Der SV Ottbergen-Bruchhausen ist Premieren-Titelträger der erstmals ausgetragenen und eigens ausgerichteten Kreishallenmeisterschaften der Damen. In der Höxteraner Bielenberghalle gewann der Landesligist das von der "Swiss-Life-Select"-Vermögensberatung gesponserte Turnier durch einen 1:0-Finalsieg gegen den großen Rivalen SV Bökendorf. Ein Erfolg, der nicht zuletzt auf einer ganz eigenen musikalischen Unterstützung fußte.

Denn was den Kölnern die Höhner sind, oder den Düsseldorfern die Toten Hosen, ist den Ottbergerinnen Helene Fischer. Spielerin Katharina Wetzel sei Dank. "Seit der Weihnachtsfeier hören die Mädels das Lied nur noch", sagte Ottbergens Coach Bernd Böttcher und rollte mit den Augen: War es wohl eher Ratlosigkeit denn Gleichgültigkeit? Egal. Der Dauer-Hit "Atemlos durch die Nacht" dröhnte mittlerweile in Schleife durch die Hallenboxen. Und Böttcher sollte es recht sein: Der Song war längst zur Siegeshymne auserkoren worden. "Das Lied hat uns Glück gebracht", erklärte Wetzel lautstark im blau-weißen Freudentaumel - jeweils zur Schlussminute der Ottberger Spiele ertönte der Streifen durch die Bielenberghalle. Klar: "Ich musste die anderen nur erst davon überzeugen." Denn mittlerweile sangen den Schlager tatsächlich alle rauf und runter. So wie im Finale, dem Vorspann der kleinen Karaoke-Party, als es auf ähnliche Weise rauf und runter ging.

Blau-weiße Jubeltänze des SV Ottbergen-Bruchhausen nach dem Schlusspfiff im Finale, das mit 1:0 gegen den SV Bökendorf gewonnen wurde.
Blau-weiße Jubeltänze des SV Ottbergen-Bruchhausen nach dem Schlusspfiff im Finale, das mit 1:0 gegen den SV Bökendorf gewonnen wurde.

Gegner war der favorisierte Landesliga-Konkurrent SV Bökendorf: Alles wie erwartet, alles wie bestellt. Die beiden besten Teams des Turniers standen sich verdientermaßen gegenüber. Man kannte sich, man schätzte sich, doch Höflichkeiten würde man in diesem Endspiel vergeblich suchen. Rassig ging es her, mit Tempo, mit Härte, mit Emotionen: Hallenfußball par excellence. Ottbergen legte gleich mal vor: Erst scheitert Leonie Holtemeyer, dann erzielt die B-Jugendliche Kimberly Lange nach drei der zwölf zu spielenden Minuten das 1:0. Jetzt drückte Bökendorf. Ottbergens Schlussfrau Carolin Böttcher zeichnete sich nun mehrfach glänzend aus. Und als Böttcher nach einem vermeintlichen Handspiel auch den Neunmeter von Yvonne Hansmeier hielt, kochte die Stimmung unterm Bielenberg. Ottbergen hätte noch erhöhen können, Bökendorf genauso gut ausgleichen, aber: Es blieb dabei. Bökendorfs Coach Sven Schmidt blieb nichts anderes, sich als "angefressen" zu outen: "Natürlich ist es ärgerlich, ein Finale auf Augenhöhe zu verlieren und mit dem ersten Gegentor im Turnier zu verlieren. Aber Ottbergen hatte heute eben eine klasse Torhüterin." Sieger-Trainer Bernd Böttcher nahm das Lob liebendgerne auf, grinste zufrieden: "Die haben wir ja auch nicht umsonst." 19,5 Jahre betrage der Altersdurchschnitt seiner Mannschaft, rechnete er vor: "Und dann gegen eine so abgezockte Mannschaft mit Ex-Bundesliga-Spielerinnen zu gewinnen - einfach geil." Während Ottbergen feierte, haderte der Drittplatzierte FC Germete-Wormeln ein klein wenig mit dem Losglück. " Wären wir im Halbfinale auf Ottbergen getroffen, hätten wir sie vielleicht schlagen können", sagte Aushilfs-Coach Otto Sinemus. So aber musste der Bezirksligist im Halbfinale gegen den SV Bökendorf dran glauben (Tore: Aysun Akin, Rike Tolckmitt), nachdem sie die Schmidt-Elf wie zuvor schon in der Vorrunde (auch 0:2) erneut gehörig geärgert hatten. Das Spiel um Platz drei gegen den SV Scherfede-Rimbeck, der sich im Halbfinale mit 0:3 dem SV Ottbergen-Bruchhausen ergeben musste (Tore: Leonie Holtemeyer, Lena Hülkenberg, Carolin Stöver), erwies sich nach Germeter Toren von Ann-Christin Michels, Tanja Scholtz und Lena Senges bei einem Gegentreffer von Vanessa Weber mit 3:1 als klare Angelegenheit, sodass Sinemus dann doch zufrieden erkannte, "zurecht Dritter geworden zu sein." Ottbergens Schlagerkönigin Wetzel dagegen erkannte eines nicht: Ob Helene Fischer denn das Zünglein an der Waage im Finale gewesen sei? "Das weiß ich gar nicht, die Stimmung war so laut, dass man von der Musik gar nichts mehr gehört hat", so Wetzel. Kein Wunder: Für zwölf Minuten schien jeder, der es mit den Ottbergern hielte, einfach nur "atemlos".

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