Vladislav Heints (l.) und Johannes Niemann wurden zeitgleich Dritter über zehn Kilometer. - © FOTO: UWE MÜLLER
Vladislav Heints (l.) und Johannes Niemann wurden zeitgleich Dritter über zehn Kilometer. | © FOTO: UWE MÜLLER

Der Hermann-Sieger gibt sich die Ehre

Leichtathletik: Elias Sansar startet zum ersten Mal beim Vinsebecker Volkslauf und gewinnt

von uwe müller

Vinsebeck. Eine 32-er Zeit über die anspruchsvollen zehn Kilometer beim Vinsebecker Volkslauf? Bisher war das noch keinem gelungen. Bisher hatte aber auch Elias Sansar, siebenfacher Sieger des Hermannslaufs, noch nie in Vinsebeck teilgenommen. Bei seiner Premiere kam der Detmolder in bärenstarken 32:44 Minuten ins Ziel. Auch über die große Runde über 20 Kilometer, beim Fünf-Kilometerlauf und beim Jugendlauf gab es jeweils souveräne Sieger.

Ganz schön ins Schwitzen kam Dieter Böddeker. Der Vinsebecker fuhr auf dem Mountainbike vorraus, um den Startern über zehn Kilometer die richtige Strecke zu zeigen. Elias Sansar machte von Beginn an Tempo und lief nur noch gegen die Uhr und trieb so auch Böddeker an. Die ersten vier Kilometer lief Sansar noch mit Christian Gemke, sonst Abo-Sieger in Vinsebeck, zusammen. Dann drückte der Hermann-Spezialist aber auf die Tube und ließ Gemke weit hinter sich. "Ich bin zurzeit nicht richtig in Form", sagte Gemke, der aber mit 35,27 Minuten eine gute Zeit lief, "im Winter habe ich mir keine gute Grundlage geschaffen, zudem habe ich auch Probleme mit dem Sprunggelenk. Ich hoffe, dass ich in vier Wochen bei den Deutschen Polizeimeisterschaten in Lübeck, richtig fit bin", sagt Gemke, der 2009 dort Dritter wurde.

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Sansar nahm den Vinsebecker Volkslauf als gute Vorbereitung auf den Marathon in Münster, der in vier Wochen stattfindet. "Vinsebeck ist ja um die Ecke und die Strecke recht anspruchsvoll. Die Berge im Wald machten mir nichts aus - rauf ist nicht das Problem, runter laufe ich nicht so gerne", erklärt der Star der OWL-Läuferszene seinen ersten Start in Vinsebeck. "Es hätten aber noch mehr Teilnehmer und Zuschauer sein können", merkt er an. Insgesamt konnte das Organisationsteam von der Laufgruppe des TuS Vinsebeck 260 Starter bei den vier Strecken begrüßen.

Kurios war der Kampf um den dritten Platz. Vladislav Heints (LC Paderborn) und Johannes Niemann (SV Kollerbeck) kamen zusammen auf die Zielgerade - doch einen Endspurt gab es nicht - Hand in Hand und mit einem Lächeln im Gesicht teilten sie sich freundschaftlich den dritten Rang (36:47 Min.). "Als wir bei Kilometer sieben aus dem Wald kamen, haben wir uns geeinigt zusammenzulaufen", erklären Heints und Niemann. Richtig flott unterwegs war auch Luca Soares vom SV Reelsen, der die Jugendwertung über zehn Kilometer in 45,04 Minuten gewann. Schnellste Frau beim Zehner war Bärbel Büschemann (LG Lage) in 43,15 Minuten.

Ferienbedingt nicht groß war die Teilnehmerzahl beim Jugendlauf über 1.000 Meter. Das machte Lara-Sophie Kluwe aber nichts aus - die elfjährige Bad Driburgerin lief mit großen Schritten und eben solchem Vorsprung auf den Sportplatz und gewann in 4,11 Minuten. "Es war zwar ein bisschen warm, aber Volksläufe machen mir Spaß", sagte sie gut gelaunt im Ziel. "Eigentlich ist sie eine Bahnläuferin. Dort hat sie ja auch den 31 Jahre alten Kreisrekord über 800 Meter in 2:33 Minuten geknackt. Aber sie trainiert nur ein- bis zweimal die Woche - wichtig ist, dass man sie langsam aufbaut", meint ihr Vater Michael Kluwe. Zweite wurde Marie Albers von der LG Bauerkamp Warburg und Dritter Noah Kluwe, der neunjährige Bruder der Siegerin.

Beim Lauf über fünf Kilometer siegte Thomas Dasch vom TSV Schloß Neuhaus. Er setzte sich schon nach gut 600 Meter vom Feld ab und lief sein eigenes Rennen in 18,43 Minuten. "Ich habe mich gar nicht mehr umgeschaut", sagte Dasch, der zum ersten Mal in Vinsebeck startete - wegen des Hochstift-Cups. 70 Starter gingen über die 5.000 Meter an den Start. Etwas weniger waren es, die die 20 Kilometer über den Radweg Richtung Leopoldstal, an Gut Rothensiek vorbei und zurück am Heubach entlang auf sich nahmen. Mathias Nahen vom TV Bad Driburg holte sich den Sieg in 1:17,37 Std. "Das ist ganz okay. Ich hätte anfangs etwas schneller laufen können", sagt Nahen, der dafür aber die letzten zehn Kilometer ordentlich Gas gab. "Da ging es ja auch fast nur noch runter", so Nahen. Der Zweitplatzierte Torsten Krüger (Die Luschen, Bad Salzuflen, 1:19,52 Std.) konnte nur bis zur Hälfte mithalten. "Man merkte schon, dass er noch Luft ohne Ende hatte - da musste ich dann abreißen lassen", so der Bad Salzufler, der bereits zum vierten Mal in Vinsebeck teilnahm. Schnellste Frau war Kim Mess von den SF Marburg (1:35 Std.).

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