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Ariane Parusel, Defense End derBerlin Kobra Ladies will wie 44 andere Frauen zur ersten Weltmeisterschaft im Amerian Football. - © FOTO: TORSTEN WEGENER
Ariane Parusel, Defense End derBerlin Kobra Ladies will wie 44 andere Frauen zur ersten Weltmeisterschaft im Amerian Football. | © FOTO: TORSTEN WEGENER

Im Sport-BH zur ersten WM

Trainingscamp zur Sichtung der ersten Frauen-Nationalmannschaft in Silberborn

01.04.2010 | Stand 31.03.2010, 21:09 Uhr

Silberborn. "Es gibt in den Statuten nur zwei Regelveränderungen zum Männersport. Der Ball ist etwas kleiner und leichter und die Frauen müssen einen Sport-BH t ragen", erklärt Andreas Gebek. Gebek ist Pressesprecher der Deutschen Frauen-Nationalmannschaft im American Football, die am 27. Juni an der ersten Weltmeisterschaft für Frauen im American Football teilnehmen wird. Im niedersächsischen Silberborn, nur einige Kilometer von Höxter entfernt, absolvierte das Team nun sein Nominierungs-Trainingslager.

"Der 27. Juni ist ein historischer Moment für das Frauen-Football", erläutert Gebek. Es ist nicht nur die WM-Premiere im schwedischen Stockholm, sondern bedeutet überhaupt die ersten Länderspiele für eine deutsche Nationalmannschaft. Lediglich zwischen Schweden und Finnland gab es schon Ländervergleiche. Der Sport steckt weltweit noch in den Kinderschuhen.

Der American Football Verband Deutschland (AFVD) hatte nun die schwierige Aufgabe, den ersten Kader für ein Nationalteam zu bestimmen. 78 Spielerinnen aus der Bundesliga wurden zu diesem Zweck nach Silberborn eingeladen. "Wir haben uns für die Herberge hier im Hochsolling entschieden, da sie zum einen sehr zentral in Deutschland liegt und uns mit den anliegenden Sportplätzen optimale Trainingsbedingungen zur Verfügung stellt" berichtet Gebek.

"Das Wochenende ist für alle Spielerinnen sehr aufregend. Jede will natürlich dem ersten Nationalkader angehören und zur WM fahren" berichtet Runningback Suse Erdmann, die im letzten Endspiel um die Deutsche Meisterschaft (Ladies Bowl) zur wertvollsten Spielerinn gekürt wurde und ihren WM-Teilnahme schon vor dem Camp so gut wie sicher hatte.

"Wir wollen dort aber nicht nur hinfahren, sondern auch eine Medaille gewinnen", gibt die schnelle Runningback von den Berlin Kobras das Ziel aus.

Turnierfavorit sind die US-Amerikanerinnen, die in Gruppe auf Österreich und Finnlandtreffen. Deutschland trifft in Gruppe B auf Schweden und Kanada. Das Spiel gegen Kanada wird wohl darüber entscheiden, ob wir ins Finale kommen", erklärt Gebäck. "Wir wollen aber zumindest beste europäische Nation werden."

Insgesamt sieben Coaches testeten die Spielerinnen im dreitägigen Camp auf Herz und Nieren, um die 45 Teilnehmerinnen für Weltmeisterschaft in Stockholm zu finden. Der gesamte Betreuerstab umfasste sogar 14 Personen. Nach anstrengende Trainingseinheiten, kleineren und größeren Verletzungen sowie umfassenden Videoanalysen, legten die Trainer den vorläufigen Kader für Stockholm fest.

Die Nominierung ist für die Amateursportlerinnen jedoch nur die eine Sache. Um wirklich in Schweden dabei zu sein, gehört auch ein wesentlicher finanzieller Aufwand. "Wir werden wohl für alle Lehrgänge und die WM gut 1.000 Euro aus der eigene Tasche bezahlen müssen", berichtet Erdmann, die wie die meisten Spielerinnen eher zufällig zum American Football kam. Da gehört schon sehr viel Ideolgie dazu.". "Wir erhalten bisher so gut wie keine Fördergelder. Umso wichtiger ist die WM für den Sport", erklärt Gebek.

In Deutschland spielen die Frauen seit 1989 American Football. Den Ladies Bowl gibt es seit 1992. Um die Endspielteilnahme kämpfen derzeit acht Bundesligisten. Insgesamt spielen in Deutschland circa 500 Frauen aktiv American Football in der 1. und 2. Bundesliga. In den USA sind es 1.500.

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