Energisch: Lena Peine (Mitte) vom FC Germete/Wormeln setzt sich gegen ihre Gegenspielerin durch. Peine ist mit neun Treffern die beste Stürmerin des Bezirksligisten, der die überraschend starke Hinrunde noch vergolden will - Platz drei streben Trainer Daniel Schöndorf und Betreuer Rüdiger Kaimann an. - © Hermann Ludwig
Energisch: Lena Peine (Mitte) vom FC Germete/Wormeln setzt sich gegen ihre Gegenspielerin durch. Peine ist mit neun Treffern die beste Stürmerin des Bezirksligisten, der die überraschend starke Hinrunde noch vergolden will - Platz drei streben Trainer Daniel Schöndorf und Betreuer Rüdiger Kaimann an. | © Hermann Ludwig

Kreis Höxter FC Germete/Wormeln hat noch Großes vor

Frauenfußball: In der Bezirksliga stellt Phönix Höxter zur Winterpause wieder das beste Kreisteam. Der Aufsteiger SV Kollerbeck kämpft gegen den Abstieg, hat aber noch alle Chancen

Frank Neinaß

Kreis Höxter. Drei Kreisteams spielen in der Frauen Bezirksliga Staffel 2. Die Bilanz zur Halbzeit lässt sich durchaus sehen. Phönix Höxter überwintert auf dem vierten Platz. Der FC Germete-Wormeln überraschte als Tabellensechster. Einzig der Aufsteiger SV Kollerbeck konnte bisher die Erwartungen als Tabellenvorletzter nicht erfüllen. PHÖNIX HÖXTER Phönix Höxter konnte sich wie erwartet als bestes Kreisteam platzieren. Mit insgesamt 30 Punkten und 38:26 Toren rangieren die Höxteranerinnen auf dem vierten Platz. In der Heim- und Auswärtsbilanz belegte Phönix Höxter den gleichen Platz. Trainer Philipp Müller ist mit dem bisherigen Abschneiden sehr zufrieden, musste er doch sein Team vor der Saison ordentlich umbauen. "Wir haben die Mannschaft sehr verjüngt. Leistungsschwankungen waren da einkalkuliert. Im Laufe der Hinrunde haben sich die neuen Spielerinnen hervorragend integriert und weiterentwickelt. Mit der Zeit ist die Mannschaft zu einer echten Einheit zusammengewachsen und der Zusammenhalt wurde zu einer unserer entscheidenden Stärken", so Müller. So schnell wie möglich punkten und auf die sichere Seite der Tabelle gelangen, dies war dass Ziel von Müller vor der Serie. Nach vier Spieltagen hatte Phönix bereits acht Zähler auf dem Konto, erst dann gab es die erste Niederlage gegen Sabbenhausen (1:3). In der ausgeglichenen Liga gab es einige Überraschungen und die Tabelle wurde ordentlich durcheinander gewirbelt. Einzig Tabellenführer SV Germania Stirpe und Verfolger GW Varensell spielten konstant. Gegen diese beiden Teams zeigten sich die Kreisstädterinnen von ihrer besten und schlechtesten Seite. Während es beim 2:7 in Varensell nichts zu ernten gab, wurde Stirpe eine Woche später mit 6:1 aus der Weserkampfbahn geschossen. Die beiden Kreisderbys gegen den FC Germete-Wormeln (2:0) und SV Kollerbeck (7:1) konnte Phönix für sich entscheiden. "Diese drei Spiele waren schon echte Highlights für uns. Wir haben sowohl in Abwehr, Mittelfeld und Sturm sehr gut harmoniert und Spaß am Fußball gehabt", sagt der Phönix-Coach. Die Abwehr der Höxteranerinnen stand sehr kompakt und wurde und von der starken Torfrau Friederike Rauchmann dirigiert. Weniger Gegentore (26) waren die Folge. Im Mittelfeld musste Philipp Müller oft variieren. "Wir hatten unter anderem mit Ahlemeier, Müller-Kleibrink, Fickert und Gröne aus verschiedenen Gründen Ausfälle, die durch die jungen Akteurinnen sehr gut kompensiert wurden. In der Rückrunde hoffen wir, dass die erfahrenen Spielerinnen wieder ins Geschehen eingreifen, Ruhe ins Spiel bringen und das Team führen können." Im Sturm konnte sich Müller auf seine Torjägerin Lisa-Marie Niggemeyer verlassen. 15-mal traf sie ins Schwarze und wurde dabei erfolgreich durch die laufstarke Jana Leuchtmann (5 Tore) unterstützt. Für die Rückserie haben sich Philipp Müller und seine Mannschaft einiges vorgenommen. "Valentina Gröne kommt Ende Februar wieder und wird uns verstärken. Wenn wir dann hoffentlich komplett sind, kann ich an der endgültigen Formation basteln. Wir werden schon Mitte Januar beginnen und wollen noch ein bis zwei Plätze nach oben. Wir werden hart arbeiten und wenn wir unser Ergebnis aus dem letzten Jahr wiederholen können, wäre das eine tolle Sache", so Müller. FC GERMETE-WORMELN Der FC Germete-Wormeln steht zur Winterpause auf dem sechsten Platz, doch im Grunde wäre noch mehr möglich gewesen. "Nach einem sehr guten Start haben wir etwas nachgelassen und einige Punkte unnötig liegen gelassen", fasst Betreuer Rüdiger Kaimann die Hinrunde passend zusammen. Insgesamt sammelte Germete-Wormeln 25 Punkte, von denen auf eigenem Platz in sieben Spielen 18 Zähler eingefahren werden konnten. Auswärts reichte es bei der gleichen Spielanzahl nur zu sieben Punkten und diese Bilanz sieht Kaimann als ausbaufähig an. "Auf fremdem Platz muss noch mehr kommen. Da fehlt uns noch zu oft das nötige Vertrauen in die eigene Stärke und wir reagieren zu spät. Daraus resultieren Fehler und Gegentore", analysiert der FC-Betreuer. Vor der Saison hatte der neue Trainer Daniel Schöndorf und sein Betreuer Platz drei als Ziel ausgegeben. Der Beginn war trotz einer 0:3-Niederlage in Hövelhof sehr vielversprechend. Sieben Spiele blieb Germete-Wormeln ungeschlagen und arbeitete sich bis auf den dritten Platz vor. Erst dann gab es mit dem 0:2 bei Phönix Höxter und zwei weiteren Niederlagen den großen Dämpfer. "Wir hatten zu dieser Phase einige Ausfälle und mussten rotieren. Die jungen Spielerinnen, die wir eingebaut haben, haben ihre Sache aber hervorragend gemacht und lassen für die Zukunft hoffen", so Kaimann. Das Herzstück der FC-Offensive bilden Lena Peine (9 Tore) und Nicole Nitschke (8 Tore). Danach klafft schon eine Lücke zu den anderen Torschützinnnen. "Wir haben einige sehr starke und talentierte Spielerinnen im Team. Fabienne Strauch, Tanja Scholtz, Kathrin Böddeker, Torhüterin Alexa Weiffen, Louisa Arntz und bis zu ihrer Verletzung Melanie Büker bereichern die Mannschaft ungemein. Melanie Büker kommt nach der Winterpause wieder und wird neu angreifen", erklärt Kaimann. Selbstvertrauen sammelten die FC-Damen durch den überraschenden Gewinn der Kreishallenmeisterschaft, bei denen besonders Alexa Weiffen auf der Linie glänzte. "Das war schon eine tolle Sache und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind." In der Vorbereitung, die für den FC Germete-Wormeln schon Mitte Januar für das Meisterschaftsspiel beim FC Sürenheide (14. Februar) beginnt, legen Kaimann und Schöndorf hohen Wert auf Kondition, Technik und Ballarbeit. "Wir haben noch Großes vor, daher werden wir hart trainieren. Das Potenzial für Platz drei ist vorhanden. Wir haben sehr gute Gespräche mit den Spielerinnen geführt und der starke Zusammenhalt der jungen Truppe wird hoffentlich den Erfolg bringen, den wir uns erhoffen", sagt Kaimann. SV KOLLERBECK Der Aufsteiger SV Kollerbeck hinkt seinen Erwartungen hinterher. Als Tabellenvorletzter befinden sich die Kollerbeckerinnen auf einem Abstiegsplatz und besonders die Auswärtsbilanz ist bei bisher nur vier Punkten aus sieben Spielen sehr mager. Die Heimbilanz ist mit zehn Zählern aus sieben Partien über dem Strich und gerade die letzten beiden Heimerfolge gegen Hövelhof (2:1) und Sürenheide (8:3) geben Trainer Uwe Lindow Hoffnung auf eine erfolgreiche Rückserie. "Wir befinden uns auf einem guten Weg. Wir haben jetzt gegen jedes Team einmal gespielt und können uns besser auf den Gegner einstellen. Spielerisch und kämpferisch werden wir variabler agieren. Das Team hat sich auf das schnelle Spiel des Gegners eingestellt, kann endlich mitspielen und wird besser funktionieren." In der Hinrunde waren Unerfahrenheit und teilweise fehlendes Glück noch die großen Schwächen des Teams. "Der Sieg gegen Dedinghausen war Pflicht. Gegen Tabellenführer Stirpe haben wir aber nach einem 3:0-Vorsprung unnötig noch Remis gespielt. Ansonsten haben wir trotz vieler Chancen zu wenig Tore geschossen und hinten zu viele geschluckt", so Lindow, der die Spiele in Lippstadt (0:5), gegen Gütersloh (2:9) und Phönix Höxter (1:7) als die schwächsten ansieht. Die Kollerbeckerinnen waren in der Offensive oft von der Torgefahr von Torjägerin Karina Niemann abhängig. 17-mal traf Niemann. Dass neben ihr nur ganze vier weitere Spielerinnen das Tor trafen, zeigt, dass Lindow noch ein hartes Stück Arbeit vor sich hat. "Marie Briesgies und Karina Eikermann sind wieder da und zeigen ihre technischen und taktischen Fähigkeiten. Dazu überzeugten Sophie Eggerstedt auf der linken Abwehrseite, Kapitän Carolin Potthast und Sabine Schulz, die auf der Innenverteidigerposition alle Spiele mitmachte", so der Coach. In der Vorbereitung wird Lindow einiges ausprobieren: "Wir beginnen am 11. Januar in der Halle und werden Krafttraining, Laufeinheiten und Ballarbeit intensivieren. Dazu werden an unseren Standards und am Kopfballspiel arbeiten, denn wir haben bisher noch kein Kopfballtor erzielt." Uwe Lindow ist sich sicher, dass seine Mannschaft die Mission Klassenerhalt erfolgreich meistern wird. "Der Wille ist da und wenn wir die Euphorie vom Hövelriege-Spiel öfter zeigen können, dann werden wir die nötigen Punkte holen. 30 Punkte sind das Ziel und sollten reichen. Die ersten müssen wir gleich unbedingt in Dedinghausen und im Nachholspiel gegen Osterholz-Kohlstädt holen", hat Trainer Lindow klare Ziele.

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