Kreis Höxter Fußball ist sein Leben

Fussball: Trainer-Urgestein Norbert Dölitzsch wird heute 60 Jahre alt

Uwe Müller

Kreis Höxter. Im Jahr 1966 - als Deutschland knapp durch das berühmt-berüchtigte Wembleytor den Weltmeistertitel verpasste - da fing die Karriere des Norbert Dölitzsch gerade erst an. Beim Hannoveraner Verein Fortuna Sachsenroß machte er sein erstes Meisterschaftsspiel - viele weitere sollten folgen und anschließend eine immer noch anwährende Zeit als Trainer. Heute feiert der Vollblut-Fußballer seinen 60. Geburtstag. Er ist einer der dienstältesten und wohl auch ältesten Trainer im Kreis Höxter. Er war bereits über 50 Jahre alt, da kickte er noch in der Bezirksliga beim TuS Vinsebeck als Spielertrainer. Mit viel Übersicht, einem bärenstarken linken Fuß und einer für das Alter schon beachtlichen Fitness hielt er gegen die jungen Gegenspieler oft mehr als nur mit. Doch 2007 mit 52 Jahren hing der gebürtige Hannoveraner dann die Fußballschuhe an den Nagel - aber nur für die Seniorenmeisterschaftsspiele. Bei den Altherren des TuS Vinsebeck spielt er seit 2004 und feierte einige Kreispokalerfolge - auch mit fast 60 verpasste er kaum eine Trainingseinheit und ist auch schon heiß auf das Kreispokalspiel am kommenden Samstag. Aber auch der derzeitige Coach des FC Stahle fing mal klein an. Allerdings nicht als typischer Straßenfußballer. Er wusste damals schon wo Fußballspielen am meisten Spaß macht - nämlich auf dem Rasen. Nahe dem Elternhaus in Hannover-Sahlkamp kickte er auf einer Wiese. Nur ein Jahr später trat er dem Verein Fortuna Sachsenroß bei. Als flinker Linksaußen mit wehenden Haaren machte er sich schon dort als Jugendlicher einen Namen. Bei der Fortuna blieb er bis er 20 Jahre alt war. Schon da erkannte er seine Vorliebe für das Traineramt - sechs Jahre betreute er dort die Jugendteams. Sein außerordentliches Talent wurde in der niedersächsischen Landeshauptstadt schnell erkannt und der Profi-Fußball war nicht weit, aber er hörte auf seine Mutter: "Ein Fußballverrückter war ich schon immer, aber ich habe dann erst einmal eine Ausbildung gemacht", sagt Dölitzsch. Über die Landes- und Verbandsliga landete der Linksfuß dann mit 25 Jahren beim Regionalligisten Arminia Hannover. Dort machte er 1981 im DFB-Pokal die Bekanntschaft mit Lothar Matthäus. "Wir spielten gegen Gladbach und Matthäus war mein direkter Gegenspieler. Er schoss ein Tor, ich aber auch." Am Ende unterlag Arminia mit 1:3. Auch an die 7:3-Niederlage im DFB-Pokal gegen den damaligen Europapokalsieger HSV erinnert sich Dölitzsch gerne. In diesen Spielen schnupperte er schon einmal Profiluft und kurze Zeit später war auch er hauptberuflich Fußballer. Der Zweitligist TuS Schloß Neuhaus heuerte den Hannoveraner an. "Zwar sind wir gleich wieder abgestiegen, aber das Zweitligajahr war dennoch ein tolles Erlebnis." Mit einer Direktabnahme war Dölitzsch sogar in der Auswahl zum "Tor des Monats" in der Sportschau. Zu dieser Zeit erhielt er ein Angebot von Alemannia Aachen, aber der Job als Industriekaufmann in Paderborn war ihm wichtiger. Noch heute arbeitet er dort. Über viele Paderborner Spielertrainer-Stationen kam Norbert Dölitzsch 1995 in den Höxteraner Sportkreis. Mit dem damals finanzstarken SV Steinheim schaffte er fast den Aufstieg in die Verbandsliga. Als aber in Steinheim die Lichter ausgingen, versuchte sich Dölitzsch in einer für ihn unbekannten Region, der B-Liga. Mit dem TuS Ovenhausen gelang ihm der Durchmarsch bis in die Bezirksliga und fast auch in die Landesliga - als Spielertrainer, der stark auf die 50 zuging. Seine Fitness erklärte er so: "Ich lebe halt danach und habe immer alle Trainingseinheiten mitgemacht. Da kam ich immerhin auf 130 bis 140 im Jahr. Zudem mache ich das Ganze unwahrscheinlich gerne." Er ist Fußballer durch und durch, kennt fast jeden Spieler von der C-Liga bis zur Bundesliga und ist zudem ein Trikotsammler - aus allen Herren Ländern und von allen möglichen und unmöglichen Clubs hat er Trikots im Schrank. Aber das deutsche Nationaltrikot hatte er sogar mal im Original an. 1986 gewann die westfälische Landesauswahl mit Norbert Dölitzsch im Mittelfeld den Länderpokal und wurde dafür vom DFB mit einer 17-tägigen Afrikareise belohnt. Dort hat er im Nationalmannschaftstrikot gegen Ruanda, Zaire, Kongo und Kamerun gespielt. Das Kameruner Nationaltrikot hat er noch als Andenken. In seiner nun 50-jährigen Fußballerkarriere hat Dölitzsch, der mit seiner Lebensgefährtin Ilona Rose in Bergheim wohnt, aber auch viele Erfolge und Aufstiege gesammelt. Und nebenbei sehr viele interessante und nette Menschen kennengelernt.

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