Glücklich hoch drei: Brakels Pascal Otte (l.) wird nach seinem Last-Minute-Treffer im Halbfinale umjubelt.
Glücklich hoch drei: Brakels Pascal Otte (l.) wird nach seinem Last-Minute-Treffer im Halbfinale umjubelt.

Brakel siegt im Kreis der Großen

Fussball: B-Junioren-Landesligist gewinnt den Sparkassen-Huxori-Cup des SV Höxter

Höxter. Kaum zu glauben, aber wahr. Nicht einer der vier Bundesligisten und auch nicht der Titelverteidiger Arminia Hannover aus der Niedersachsenliga waren der umjubelte Sieger beim B-Jugendturnier um den Sparkassen-Huxori-Cup, sondern die Spvg. Brakel, die letzte Saison erst in die Landesliga aufgestiegen ist. Im Finale besiegte die Elf von Trainer Marcel Rasche die SG Wattenscheid 09 aus der Westfalenliga verdient mit 2:1. Pascal Otte und Ozan Kir besorgten die Tore für die Brakeler. Somit schaffte nach 2008, als die C-Jugend der Spielvereinigung überraschend den Huxori-Cup gewann, erneut ein Brakeler Team diesen Coup. "Brakel hat ein super Turnier gespielt, kein Spiel verloren. Das was ihnen technisch noch fehlt, machen sie durch viel Einsatz und Willen wieder wett", gab es auch Lob vom Trainer des Zweitplatzierten, Michael Rütten. Dabei war es augenscheinlich kein bisschen Technik, die den Brakelern fehlte. Ob Ozan Kir, Pascal Otte, Atahan Karaca, Kapitän Maik Strunk oder sonst wer aus dem Brakeler Team - sie alle konnten mit den Spielern der Bundesligateams gut mithalten. Und auch Brakels Torwart, der eigentlich gar keiner ist. Justin Gehrke, sonst eher der Mittelfeldmann mit dem feinen linken Fuß, musste zwischen die Pfosten weil beide etatmäßigen Torhüter fehlten. Und der Oeynhäuser machte seine Sache hervorragend. Im Halbfinale oder auch im Finale rettete er mehrmals in ganz brenzligen Situation. Zudem sorgte er auch als spielender Keeper immer wieder für gute Zuspiele. Nicht unerheblich für guten Hallenfußball. Den zeigten in diesem erlesen besetzten Feld fast alle Teams. Zumindest an Tempo und Einsatz ist das Niveau noch einmal gestiegen. Stellenweise war es sehenswerter Budenzauber, wie man ihn sich vorstellt. Besonders die ersten K.O.Spiele waren Highlights des 34. Neujahrsturniers des SV Höxter. Wattenscheid gewann nach Verlängerung mit 4:3 gegen Arminia Hannover. Die Hannoveraner vergaben dabei 15 Sekunden vor dem Schlusspfiff frei vor dem Tor den eigentlich sicheren Ausgleich. Auch das zweite Halbfinale zwischen Brakel und Schwarz-Weiß Essen ging nach torlosen 14 Minuten in die fünfminütige Verlängerung. Ozan Kir brachte Brakel mit 1:0 in Front - wie ein Klasse-Stürmer schirmte er den Ball mit dem Rücken zum Tor und Verteidiger ab, um ihn dann mit einer schnellen Drehung ins Toreck zu schießen. 22 Sekunden vor dem Ende dann das unglücklich 1:1 nach einer Ecke. Doch nur zwei Sekunden später nagelte Pascal Otte den Ball humorlos fast von der Mittellinie in den rechten Torwinkel zum Last-Minute-Sieg. Nachdem Hannover das kleine Finale ohne große Probleme mit 3:1 gegen Essen gewann, marschierten die hochmotivierten Brakel zum Finale ein. In der Vorrunde trennte sich die Rasche-Elf 2:2 von Wattenscheid und war da schon einen Tick gefährlicher. Doch gleich zu Beginn machte Wattenscheid Druck und Brakel hatte großes Glück, dass Jonas Borin mit der Hacke nur den Pfosten traf. Aber Brakel kämpfte sich rein ins Spiel. Pascal Otte nutzte dann nach drei Minuten einen Patzer des Wattenscheider Torwarts zum 1:0. Kurz darauf hatte Atahan Karaca mit einem Gewaltschuss die große Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen, doch Wattenscheids Torwart machte seinen Fehler mit einer Glanzparade wieder gut. In den zweiten sieben Minuten traf dann Ozan Kir zum 2:0 - mit einem Übersteiger narrte er zwei Abwehrspieler und der abgefälschte Ball schlug ins kurze Eck ein. 40 Sekunden vor dem Ende verkürzte Wattenscheid zwar noch auf 2:1, doch am gestrigen Tage war Brakel ganz einfach auch zu clever, um so einen Erfolg noch zu verspielen. "Wir haben sicherlich auch ein bisschen Dusel gehabt, aber das gehört dazu, wenn man gegen höherklassige Gegner gewinnen will", spielt Brakels Trainer Marcel Rasche den Erfolg etwas herunter, "aber mir hat besonders die große Disziplin meiner Spieler gefallen, sie haben alles taktisch umgesetzt", so der 27-jährige Borgentreicher.

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