Steht vor einer besonderen Herausforderung: Sebastian Dietz, der hier seine Paralympics-Goldmedaille präsentiert und Autogramme schreibt, hat am 2. September eine Audienz bei Papst Franziskus. - © Privat
Steht vor einer besonderen Herausforderung: Sebastian Dietz, der hier seine Paralympics-Goldmedaille präsentiert und Autogramme schreibt, hat am 2. September eine Audienz bei Papst Franziskus. | © Privat

Kreis Herford Herforder Leichtathlet steht vor Audienz beim Papst

Paralympics-Sieger reist im September zu einer Sonderaudienz nach Rom

Dirk Kröger

Kreis Herford. Sebastian Dietz, Sportwart des Kreissportbundes Herford, Behindertensportler des LAV Bünde und Goldmedaillengewinner bei den paralympischen Spielen 2012 im Diskuswurf, hat schon viele Prominente getroffen. Im September aber steht für ihn ein besonderer Höhepunkt an, denn Dietz wird in Rom eine Audienz bei Papst Franziskus haben. Der paralympische Spitzensportler reist als Botschafter für Inklusion in den Vatikan, wo er im Rahmen einer Sonderaudienz die Inklusionsflagge durch den Papst segnen lassen wird. "Das wird spannend und interessant", ist sich Sebastian Dietz bereits sicher. Ein Hotel in Rom und die Flüge nach Italien hat er bereits gebucht. Die Inklusionsflagge war erstmals im Mai 2014 beim ersten Aktionstag für Inklusion in Frankfurt durch Dietz entflammt worden. Sie machte in diesem Jahr bereits eine Tour durch die deutschen Landeshauptstädte und rief Menschen dazu auf, das Thema Inklusion zu unterstützen. In Berlin übernahm Sebastian Dietz die Fackel und überreichte sie dem Team "Inklusion braucht Aktion". Die Fackel legt nun in Begleitung mehrerer Behindertensportler eine 2.700 Kilometer lange Fahrradreise von Deutschland über Dänemark, Polen und Tschechien nach Rom zurück. Am Mittwoch, 2. September, wird das Team von der deutschen Botschaft in Rom empfangen. Dietz soll dort die Fackel nach ihrer langen Reise entgegennehmen und entflammen, um sie dann vom Papst segnen zu lassen. Ein wenig aufgeregt ist der Bünder Sportler vor seiner anstehenden Reise schon. "Das ist natürlich eine große Ehre für mich", kann er die Sonderaudienz einzuordnen. Gut trifft es sich dabei, dass Dietz katholisch ist. Deswegen weiß er auch, wie er den Papst ansprechen muss - nämlich mit "Seine Heiligkeit" oder "Heiligster Vater". Allerdings spricht Dietz weder italienisch noch die Muttersprache des Papstes, spanisch. Vor der Audienz hat der ansonsten stets souverän auftretende Sportler ganz natürliche Sorgen. "Ich weiß nicht, was ich da anziehen soll", schildert er ein Problem, das viele andere Menschen bei einer Papst-Audienz wohl auch hätten. "Ich werde auf jeden Fall mehrere Outfits mitnehmen und dann entscheiden, was ich anziehen werde", sagt er. Ein wenig Zeit hat Sebastian Dietz ja noch - bis zum 2. September sind es noch ganz genau zwei Wochen. Die Inklusionsfackel übrigens hat auch im kommenden Jahr noch einen weiten Weg vor sich: Sie tritt eine 11.500 Kilometer lange Reise von Sibirien nach Rio de Janeiro an, wo sie im August 2016 von Sebastian Dietz für die paralympischen Sommerspiele entgegen genommen werden soll.

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