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Lydia Hastings soll den Herforder SV Borussia Friedenstal in der Winterpause verlassen. - © Foto: Yvonne Gottschlich
Lydia Hastings soll den Herforder SV Borussia Friedenstal in der Winterpause verlassen. | © Foto: Yvonne Gottschlich

Herford Eine weitere Spielerin soll Verein verlassen

Frauenfußball: Herford setzt auf Platz elf

Dirk Kröger
17.12.2014 | Stand 16.12.2014, 18:58 Uhr

Herford. Der Herforder SV Borussia Friedenstal hat in der laufenden Saison der Frauenfußball-Bundesliga noch zwei Ziele. Die erläuterte gestern im Rahmen einer Pressekonferenz die Vereinsvorsitzende Birgit Schmidt. Ziel Nummer eins ist es, noch den vorletzten Tabellenplatz zu erreichen, um alle Möglichkeiten auf den Klassenerhalt auszuschöpfen. Noch wichtiger scheint aber Ziel Nummer zwei zu sein, nämlich die Saison mit "einer schwarzen Null" zu beenden. "Unser Kader wird reduziert, auch um wirtschaftlich arbeiten zu können", sagte Schmidt. Dabei bestätigte sie die gestern bereits in der NW verkündeten Abschiede von Maria Rojas Pinto und Alexa St. Martin. Am Rande erwähnte Schmidt - und zwar zum ersten Mal überhaupt -, dass schon im September mit der verletzten Kea Eckermann ein Auflösungsvertrag geschlossen worden sei. Mit zwei weiteren Spielerinnen sollen die bestehenden Verträge aufgelöst werden, nämlich mit Romina Burgheim, die aus beruflichen Gründen nicht mehr regelmäßig trainieren kann und deswegen selbst um eine Vertragsauflösung bat, und mit der Amerikanerin Lydia Hastings, die die in sie gesetzten Erwartungen nicht zu erfüllen vermochte. HSV-Trainer Jürgen Prüfer machte zudem darauf aufmerksam, dass möglicherweise im Januar auch noch der Abschied von Merza Julevic bevorsteht, die in Herford keinen Arbeitsplatz fand und deswegen Ostwestfalen den Rücken kehren könnte. Schmidt erklärte im Rahmen der Pressekonferenz, dass es einfach keine finanzielle Basis für langfristige Planungen gebe, zumal die Zweitligisten vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) kaum Geld bekommen, zumal außerdem beim Herforder SV ausschließlich ehrenamtlich gearbeitet werde. Immerhin sei dem Verein vom DFB bescheinigt worden, dass wirtschaftlich in Herford alles in Ordnung ist. "Unser Ziel ist es, noch an Duisburg vorbeizukommen, um im Falle eines Falles den Klassenerhalt auch am grünen Tisch zu schaffen", sagte Schmidt, der aber auch klar ist, dass ein Abstieg wahrscheinlich ist. "Natürlich geht es bei uns auch dann weiter. Wir versuchen es wieder, wenn wir es dieses Jahr nicht schaffen", sagte sie und verwies auf die jungen Spielerinnen in der Mannschaft, bei denen noch Steigerungspotenzial vorhanden sei. Kirsten Nesse, Lena Göllner, Friederike Schaaf, Lisa Lösch und Louisa Lagaris haben nach ihrer Aussage genau wie Trainer Jürgen Prüfer Veträge, die auch in der kommenden Saison noch gelten - unabhängig von der Klassenzugehörigkeit des Herforder SV. "Und wir wollen natürlich weitere Spielerinnen aus dem jetzigen Kader halten", sagte sie. Den Kopf in den Sand stecken will auch der Coach nicht. "Unsere letzten Spiele hätten wir alle gewinnen können", sagte er, "das Potenzial ist da. Wir müssen nur einfach daran glauben!". Die Vorbereitung auf die letzten neun Saisonspiele in der 1. Bundesliga beginnt beim HSV übrigens schon am 6. Januar 2015. Danach stehen das Hallenturnier in Jöllenbeck sowie das Hallen-Masters in Magdeburg an. Eine Reihe von Vorbereitungsspielen wird folgen, ehe nach der mit der 1:3-Niederlage beim SC Sand vergebenen "allerletzten Chance" die vielleicht "allerallerletzte Chance" mit einem Heimspiel gegen den FF USV Jena am 15. Februar folgt.

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