Martina Böhmer begeisterte mit Reitkunst und einem Augenschmaus. Die Arme der Reiterin steckten in Flügeln und der neunjährige, selbst gezogene Fuchshengst „Böhmer’s As“ schwebte förmlich durch die Halle. - © FOTO: YVONNE GOTTSCHLICH
Martina Böhmer begeisterte mit Reitkunst und einem Augenschmaus. Die Arme der Reiterin steckten in Flügeln und der neunjährige, selbst gezogene Fuchshengst „Böhmer’s As“ schwebte förmlich durch die Halle. | © FOTO: YVONNE GOTTSCHLICH

Gala-Abend des RV „von Lützow“ Herford: Enten, Pferde, Sensationen

Begeisterndes Programm für 1.200 Zuschauer

Herford (nw). Weltmeisterliches kündigte Moderator Carsten Sostmeier beim Gala-Abend des Pferdes an, und nicht nur in seinen Augen wurde dieser Anspruch bei der Traditionsveranstaltung des RV „von Lützow“ Herford erfüllt. Mehr als 1.200 Zuschauer in der ausverkauften Reithalle an der Planckstraße waren vom dreistündigen Programm begeistert.

Disziplin und verschiedene Reitweisen, Schaunummern auf Weltniveau bis zu ersten Auftritten vor Publikum – diese Mischung ist der Garant, die Pferdefans am Vorabend des ersten Advents zu stürmischem Applaus zu animieren. Wie immer bildeten die jüngsten Vereinsmitglieder den Auftakt. Sie spielten das Dschungelbuch nach und zeigten, wie Mowgli und seine Kumpel verschiedene Abenteuer bestehen.

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Einen Augenschmaus bot Martina Böhmer mit ihrer Pegasus-Aufführung. Ihr selbstgezogener Hannoveraner Fuchshengst „Böhmer’s As“ schwebte, unterlegt von Feuerkunst, bei Lektionen der schweren Klasse förmlich durch die Halle. Die Arme der Reiterin steckten in Flügeln. Stammgäste beim Gala-Abend sind die Kaltbluthengste aus dem Landgestüt. Higgins, Hartmut, Eral und Harald zeigten eine punktgenau gerittene Quadrille. Auch die Voltigierer sind in Herford immer wieder gerne gesehen. Kai Vorberg, der mehrfache Weltmeister und „Volti-Opa“ (Sostmeier), brachte mit Miro Rengel den aktuellen Vize-Europameister der Junioren mit. Er zeigte die Pflichtübungen an der Longe und seine Kür. Ob nicht mittlerweile Schwimmen der bessere, weil weniger sturzgefährdete Sport für ihn sei, fragte Sostmeier den Routinier Vorberg. Der verband in einer „Baywatch“-Kür beide Sportarten aufs Feinste. Später stellte das Voltigierteam aus Neuss seine Kür vor, mit der es vor kurzem Weltmeister wurde. Die spektakulären Bilder sorgten für Begeisterungsstürme.

Die „Horsemen“ brachten wie schon im Jahre 2008 die Halle zum Kochen. Als die vier Franzosen Zaya, Doubi, Polo und Evan mit entblößtem Oberkörper und barfuß Hindernisse bis 1,60 Meter Höhe spielerisch-elegant überwanden, hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Das anschließende Pas de Deux von Carolin Schnarre, Bronzemedaillen-Gewinnerin bei der Para-Dressur der Weltreiterspiele, und der „Lützowerin“ Silke Winter war weltmeisterlich. Dass Schnarre nur noch drei Prozent Sehfähigkeit hat und Winter versteifte Hände, war der Vorstellung nicht anzumerken.

Zehn Reiter des Vereins „Islandpferde Kalletal“ zeigten eine eigens für den Abend einstudierte Quadrille. Einer der kleinen Vierbeiner beschloss, dass ihm die Halle zu voll war und wurde aus der Gruppe genommen. Der starken Vorstellung tat dies keinen Abbruch. Schäferin Anne Krüger ist mittlerweile mit ihrer Show weltweit erfolgreich. Ihre elfjährige Tochter Carla begleitete sie nach Herford. Anne Krüger dirigierte ihre Border Collies mit Pfiffen vom Sattel aus, und die wiederum brachten ein Dutzend indischer Laufenten dazu, über eine Brücke oder unter Pferden hindurch zu gehen. Die Hunde trieben die Laufenten auch in eine Ente mit vier Rädern, einen Citroen. Labrador Dr. Watson half beim Aufstellen von Toren in Form von Bällen, die die Enten passierten. Diese spezielle Art der Kommunikation zwischen Mensch und Tier sorgt immer wieder für Staunen.

Bei der Pony-Quadrille ritten junge Sportler unter dem Motto Schneewittchen und die 7 Zwerge phantasievolle Figuren mit großer Präzision. Die riesigen wippenden Zipfelmützen der kunstvoll bebauchten Zwerge beeindruckten besonders. Beim Gala-Abend stehen die Pferde im Mittelpunkt. Dass auch andere Tiere an der Erfolgsgeschichte der Veranstaltung mitschreiben, bewies Jutta. Auf der schwarz-weiß gescheckten Kuh saß die 13-jährige Iris Beneker aus Rahden, die das Rindvieh seit dessen Geburt umsorgt und trainiert. Im völligen Vertrauen auf seine Reiterin marschierte die trächtige Jutta unter dem Jubel des Publikums durch die Halle, gelenkt nur mit einem Halfter.

Nach dem abwechslungsreichen dreistündigen Programm untermalten die Gardegrenadiere aus Altenbeken den Ausmarsch der Aktiven, was die Zuschauer traditionell mit hunderten Wunderkerzen begleiten. Dieses feierlich Bild zeigt jedes Jahr aufs Neue: Der Advent kann kommen.

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