Bei der Aufstiegsfeier wird Desirée Lenz von Lena Wermelt im Kreise der Mitspielerinnen Deniz Harbert (v. l.), Friederike Abt, Lena Schulte, Lena Göllner, Isabelle Knipp, Romina Burgheim und Lena Hackmann auf den Arm genommen. Desirée Lenz sagt mit dem Erstliga-Aufstieg "Tschüss" und konzentriert sich nun auf ihren Lehrerberuf. - © FOTO: YVONNE GOTTSCHLICH
Bei der Aufstiegsfeier wird Desirée Lenz von Lena Wermelt im Kreise der Mitspielerinnen Deniz Harbert (v. l.), Friederike Abt, Lena Schulte, Lena Göllner, Isabelle Knipp, Romina Burgheim und Lena Hackmann auf den Arm genommen. Desirée Lenz sagt mit dem Erstliga-Aufstieg "Tschüss" und konzentriert sich nun auf ihren Lehrerberuf. | © FOTO: YVONNE GOTTSCHLICH

Lächelnd in die Vorbereitung

FUSSBALL: Herforder SV verabschiedet bei der Aufstiegsfeier eine langjährige Stammspielerin

Herford. Zwischen dem vollzogenen Aufstieg in die Erstklassigkeit und dem Beginn der Vorbereitung am Montag, 21. Juli, trafen sich gut gelaunte Fußballerinnen des Herforder SV in den Räumen der Herforder Brauerei. Bei der Aufstiegsfeier mit Sponsoren und Freunden mischte sich auch ein wenig Wehmut unter die Freude.

Denn mit Desirée Lenz sagt eine langjährige Stammspielerin "Tschüss". Nach sechs Jahren beim Herforder SV beendet die Lehrerin, die vom FC Gütersloh nach Herford kam, ihre Laufbahn zumindest auf Leistungsniveau. "Ich habe dem Wechsel nie bereut, gehe jetzt mit einem lachenden und einem weinenden Augen, wobei das weinende derzeit noch etwas größer ist", sagt die 29-Jährige und macht damit deutlich, wie schwer ihr der Abschied vom Verein und den Mitspielerinnen fällt.

So ganz ist sie aber nicht weg. Als Lehrerin am Königin-Mathilde-Gymnasium (KMG), Partnerschule des Leistungssports unter anderem in Sachen Mädchenfußball, kümmert sie sich um die Verzahnung zwischen Schule und Verein. "Die Zusammenarbeit funktioniert super. So gelingt es uns, talentierte Fußballerinnen nach Herford zu holen und Schule sowie Fußball im Verein zu verbinden", so Desirée Lenz im Gespräch mit Moderator Guido Möhlmann.

Am Beispiel von Desirée Lenz zeigt sich, wie das Herforder Konzept funktioniert. "Wegen unserer beschränkten finanziellen Möglichkeiten können wir keine teuren Spielerinnen holen, da wir unser Gehaltsgefüge nicht zerstören dürfen. Wir setzen auf die duale Karriere. Wir unterstützen die Spielerinnen darin, dass sie neben dem Fußball zur Schule gehen, studieren oder bei der Suche nach einer Halbtags-Arbeit", sagt die HSV-Vorsitzende Birgit Schmidt.

Auf Vermittlung des HSV absolvierte die damalige Studentin Lenz ihr Referendariat am KMG, wurde später Lehrerin an der Partnerschule des Leistungssports. "Ich würde keiner Spielerin raten, nur auf die Karte Fußball zu setzen, denn die Verdienstmöglichkeiten sind ungleich geringer als bei den Männern. Es bleibt auch neben dem täglichen Training genügend Zeit, sich ein berufliches Standbein aufzubauen", so Desirée Lenz.

Birgit Schmidt und Trainer Jürgen Prüfer bereiten derzeit die insgesamt dritte Erstliga-Saison des Vereins vor. "Es soll für möglichst lange Zeit der letzte Aufstieg sein, denn wir wollen die 1. Bundesliga nun halten", sagt die Vorsitzende. Der Coach hat kein Problem damit, wieder wie in der vergangenen erfolgreichen Zweitligasaison mit einem kleinen Kader zu arbeiten. "Mit 25 Spielerinnen im Kader würden wir nur Probleme bekommen. Wir müssen bei der Suche nach Neuzugängen die finanziellen Gegebenheiten in Herford berücksichtigen. 80 Prozent unserer Spielerinnen kommen aus dem eigenen Nachwuchs. Diesen Weg wollen wir weiter gehen. Der Abstieg unserer B-Mädchen aus der Bundesliga ist dabei sicherlich ein Rückschlag. Diese Mannschaft muss so schnell wie möglich wieder aufsteigen", so Prüfer.

Birgit Schmidt bezifferte den Erstliga-Etat auf 500.000 bis 600.000 Euro". 300.000 kommen aus Geldern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). "Wir wünschen uns, dass die Herforder Wirtschaft 300.000 Euro zu unserem Etat beiträgt", so die Vorsitzende. Der neue Bürgermeister Tim Kähler, der wie sein Vorgänger Bruno Wollbrink unter den Gästen weilte, rief Sponsoren und Fans dazu auf, "das Aushängeschild Herfords" so zu unterstützen, dass der Verein "dauerhaft die 1. Liga halten kann".

Verstärkung hat der HSV für die Geschäftsstelle verpflichtet: Mit Sonja Smaczny, gebürtig aus Wilhelmshaven, kümmert sich eine hauptamtliche Kraft um die Betreuung von Sponsoren und die Verbindung zum DFB.

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