Bunt gemischt waren die Mannschaften des ersten Cups der Kulturen, der auf den Plätzen im Herforder Ludwig-Jahn-Stadion ausgetragen wird. - © FOTO: YVONNE GOTTSCHLICH
Bunt gemischt waren die Mannschaften des ersten Cups der Kulturen, der auf den Plätzen im Herforder Ludwig-Jahn-Stadion ausgetragen wird. | © FOTO: YVONNE GOTTSCHLICH

"Die Sprache des Fußballs sprechen alle"

Cup der Kulturen im Herforder Ludwig-Jahn-Stadion als buntes Spiel- und Kulturfest

Herford. Der erste Cup der Kulturen im Herforder Ludwig-Jahn-Stadion war ein voller Erfolg. Mit einem kurzweiligen Fußballturnier für Hobby- und Betriebsmannschaften und einem Rahmenprogramm sorgten der Kreissportbund (KSB) Herford und die Integrationsagentur des Diakonischen Werks Herford für ein buntes Spiel- und Kulturfest im Herforder Ludwig-Jahn-Stadion.

Den Veranstaltern ging es vor allem um die Kontakte. "Wir wollen vermitteln und Vorurteile abbauen", erklärte Minnet Cakmak, der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert und Mitorganisator war. "Deshalb haben wir hier Mannschaften mit verschiedenen religiösen Hintergründen, Hobbymannschaften und Firmenteams eingeladen", freute er sich über die 13 verschiedenen Gruppen. "Es geht hier nicht darum, wer die meisten Tore schießt, sondern dass wir die Vielfalt zeigen, die wir in Herford haben", so Stamatios Mavroudis von der Integrationsagentur des Diakonischen Werks.

Er freute sich über viele gute Gespräche am Rande des Platzes: "Mich beeindruckt das Team der Flüchtlinge besonders", erzählte er. "Sie haben große Probleme mit der Sprache, aber die Sprache des Fußballs sprechen hier alle. Da haben alle das gleiche Ziel, gewinnen und verlieren zusammen", betonte er die Kraft des Sports bei der Integration. Woche für Woche kümmert sich Mavroudis um Sprachkurse und Sportangebote für die Flüchtlinge. "Im Rahmen unserer gemeinsamen Projektarbeit ,Integration durch Sport? entwickelten die Freiwilligendienstleistenden die Idee, ein buntes Fußballturnier für Hobby- und Betriebsmannschaften zu organisieren", sagte Andreas Blume, Projektbeauftragter des KSB. "Insbesondere durch Aktivitäten während unseres Dienstes und dadurch geknüpfte Kontakte zu Vereinen und Institutionen konnten wir ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm initiieren", ergänzte der 19-jährige Koray Yalcinkaya. Er absolviert sein Freiwilliges Soziales Jahr in der Projektarbeit "Integration durch Sport." Im vergangenen Jahr war Yalcinkaya bei der Alevitischen Gemeinde und bot dort Sportkurse an.

Genau deshalb war die Gemeinde auch an dem Fußballturnier beteiligt, bei dem sich auch der SC Herford, der VfL Herford und der FC Herford engagierten. "Hier treffen sich verschiedene Religionsgruppen, Firmen und Fußballer", freute sich Cakmak über die vielen Gäste. Auflage für die Teams war es auch, dass mindestens eine Frau zum aktiven Team gehörte.

Den Wanderpokal, der vom Integrationsrat der Stadt Herford gespendet wurde, sicherte sich die Firmenmannschaft von Inometa, die im Neunmeterschießen mit 4:3 gegen die alevitische Gemeinde gewann, nach der achtminütigen Spielzeit stand es 1:1. Das kleine Finale zwischen den Teams des Kreissportbundes und der Sparkasse musste ebenfalls im Neunmeterschießen entschieden werden, hier setzte sich das KSB mit 5:4 durch.

Neben dem Turnier hatten die Gastgeber auch ein buntes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm zusammengestellt. "Alle präsentieren sich mit Informationsständen, aber auch mit Essen, um ihre Kultur zu zeigen", erklärte Cakmak die vielen verschiedenen Aspekte und kulinarische Angebote. Für die Kleinsten präsentierte die Sportjugend Herford eine Hüpfburg, Kinderschminken, eine Torwand mit Schussgeschwindigkeitsmesser und eine Rollenrutsche.

Besonderes Interesse weckte der Malworkshop "Herford ist bunt". Der syrische Künstler Mohammed Razmjou erstellten wie schon vier Tage vorher bei der Grundschul-Mini-WM in den Werregärten gemeinsam mit Salwa Al-Mahmod und den interessierten Teilnehmern ein riesiges Stoffbanner.

Immer wieder griffen die Kinder zum Pinsel und malten so das bunte Banner. Darüber hinaus präsentierten die Projektpartner die Ergebnisse ihrer einjährigen Gemeinschaftsarbeit. Die Besucher machten sich ein Bild von der Arbeit der vier Freiwilligendienstleistenden Koray Yalcinkaya, Jonas Meise, Marius Tönsmann und Minnet Cakmak.

Mit der Ausstellung "Wir gegen Rassismus" zeigten sie die Plakate, die sie zusammen mit den von ihnen betreuten Jugendmannschaften gegen Diskriminierung und Rassismus im Sport gestaltet hatten. Abgerundet wurde das Rahmenprogramm durch eine große Tombola. "Es war eine perfekte Gelegenheit mit den vielen verschiedenen Gruppen in Herford in Kontakt zu kommen", waren Stamatios Mavroudis und Andreas Blume mit dem ersten Cup der Kulturen hochzufrieden.

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