Über das Kopfsteinpflaster am Marktplatz liefen die Teilnehmer - hier Andre Bruchmann, Corinna Meyer, Daniela Sundermeier und Veronika Großerohde (v.l.) - besonders gerne, denn hier sorgten die Zuschauer für eine tolle Stimmung. - © FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE
Über das Kopfsteinpflaster am Marktplatz liefen die Teilnehmer - hier Andre Bruchmann, Corinna Meyer, Daniela Sundermeier und Veronika Großerohde (v.l.) - besonders gerne, denn hier sorgten die Zuschauer für eine tolle Stimmung. | © FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE

Durchhaltewille belohnt

2. Wiedenbrücker AOK-Firmenlauf bei Top-Bedingungen mit 540 Finishern

VON WOLFGANG TEMME

Rheda-Wiedenbrück. Auch wenn viele das nicht glauben werden: Der 2. AOK-Firmenlauf in Wiedenbrück fand gestern Abend bei besten Bedingungen statt. Genau zu der Zeit, als in Gütersloh das Unwetter hereinbrach, starteten nur acht Kilometer entfernt 540 Teilnehmer bei Sonnenschein auf die Laufstrecke durch die City. "Mein Gott, was haben wir für ein Glück mit dem Wetter gehabt", schüttelten die Organisatoren Robert Becker und Michael Hilbert ungläubig den Kopf miteinander um die Wette.

Dabei hatten auch sie bange Phasen erlebt. Am Vormittag hatten sie beschlossen, den rund 6,4 Kilometer langen Lauf wegen der drückenden Hitze um eine Runde auf 4,8 Kilometer zu verkürzen. Als kurz nach dem Start der Walker (3,2 km) um 19.15 Uhr Uhr ein fürchterliches Hagelschauer über Wiedenbrück niederging, stand tatsächlich die Durchführung der Veranstaltung in Frage. Vielleicht war es ein wenig auch der Durchhaltewille, den die beiden schnellsten Walker an den Tag legten, der Becker von einer vorschnellen Entscheidung abhielt. Hannu Peters (29) und Andrea Künzel (53) vom Gütersloher Pflegedienst "Paula" zogen unbeirrt von den Einschlägen der Hagelkörner und vom prasselnden Regen ihre Runden. "Irgendwann ist man eh nass, dann ist es egal", sagte Künzel im Ziel.

Die auf ihren Start wartenden Firmenläufer hatten Schutz im Stadthaus und unter den zahlreichen Großschirmen am Marktplatz gefunden. Der Start wurde auf 20 Uhr verschoben, was den meisten Läufern Gelegenheit gab, die wie die Hauptsache scheinende Pflicht noch zu erledigen – das Gruppenbild, erstellt von einem eigens dafür engagierten Profi-Fotografen auf einer eigens dafür errichteten Bühne. Als dann aber um kurz vor 20 Uhr acht die Sonne rauskam und Becker von dem beginnenden Unwetter in Gütersloh hörte, reagierte er sofort und jagte das Feld kurzerhand auf die Strecke.

"Ein super Event für die Stadt", sagte 28:51 Minuten später ein nass geschwitzter Theo Mettenborg. Der Rheda-Wiedenbrücker Bürgermeister freute sich "dass hier die Gesundheit vorne steht" und lobte den Teamgedanken des Laufes. Er selbst führte ein gut 25-köpfiges Aufgebot von Stadtverwaltung und Feuerwehr an. Die Konkurrenz aus Verl, wo am 2.Oktober eine ähnliche Veranstaltung Premiere feiert, war zu elft in grünen Hemden mit der originellen Aufschrift "StadtVERLäufer" dabei.

Der Sieg in der Firmenwertung ging wie im Vorjahr an das vom Bielefelder Hermannslaufkönner Robert Schulz, Dritter der Einzelwertung (17:33 Min.), angeführte Team von "Gestamp-Umformtechnik".

Schnellster Einzelläufer war nach 16:14 Minuten erneut Ingmar Lundström. Das 41-jährige As der DJK Gütersloh lief wie 20weitere Teilnehmer im Trikot seines Sponsors "Pflüger". Er bildete mit zwei Regionalliga-Fußballern des SC Wiedenbrück, dem überraschend flotten Torhüter Marcel Hölscher (20:43 Min.) und Stürmer Dominik Jansen (21:58 Min.), ein Trio, das auf Rang sieben der Teamwertung kam. Der zweitschnellste Einzelläufer, Sebastian Janta (17:23 Min.), hatte gewissermaßen Heimvorteil: Die Strecke führte genau vor der Haustür des 40-jährigen Interlübke-Mitarbeiters her.

Den Sieg bei den Frauen holte sich die Gütersloherin Stefanie Vergin (19:45 Min.), die das Shirt ihres Arbeitgebers "Deutsche Post" mit der Aufschrift "Nationalteam" trug. Die 39-jährige war als Einzelläuferin unterwegs und verzichtete wegen des Starts in Wiedenbrück auf einen großen Firmenlauf am heutigen Donnerstag in Düsseldorf. Zweite wurde Ines Günnewig (Gebr. Recker GmbH, 20:48 Min.) vor Kristina Flecken (22:04 Min.) aus der Tierarztpraxis Schepers. Das schnellste Frauenteam stellte der Galopprennstall Werning mit Isabell Gudwet, Mareike Werning Hagemann und Sabrina Piehl.

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