Rino Capretti, Kapitän und Abwehrchef des SC Verl, duldete am Samstag keine Widerrede. Marco Kaminski und Julian Schmidt (v.l.) gingen deshalb unverzüglich auf die Außenpositionen in der Viererkette zurück. - © FOTOS: DANIEL MOSSBRUCKER
Rino Capretti, Kapitän und Abwehrchef des SC Verl, duldete am Samstag keine Widerrede. Marco Kaminski und Julian Schmidt (v.l.) gingen deshalb unverzüglich auf die Außenpositionen in der Viererkette zurück. | © FOTOS: DANIEL MOSSBRUCKER

Die Gummiwand hält

FUSSBALL: Regionalligist SC Verl erkämpft sich einen Punkt beim Tabellenzweiten

Köln. Mit einer starken Defensivleistung verdiente sich Fußball-Regionalligist SC Verl am Samstag ein 0:0 beim Tabellenzweiten Fortuna Köln. "Okay, am Ende war es eine Abwehrschlacht und wir haben auch zweimal richtig Glück gehabt. Aber so unverdient finde ich den Punktgewinn jetzt nicht, denn so viele klare Chancen hatten die Kölner ja nun auch nicht", ging Linksverteidiger Marco Kaminski nach seinem aufreibenden Duell mit dem schnellen Silvio Pagano zufrieden vom Platz.

Drei Tage nach der Pokalschlappe in Dornberg waren die Verler Fußballer um Wiedergutmachung bemüht: Einsatz, Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten, taktische Disziplin - alles wieder so wie es Raimund Bertels gern hat. Aber auch an der Aufstellung hatte der SCV-Coach gearbeitet. Der viel Sicherheit ausstrahlende Jonathan Mellwig löste Pokalkeeper Arne Kampe ab. Julian Schmidt verteidigte wieder rechts und Patrick Plucinski im Zentrum. Im defensiven Mittelfeld musste Lukas Krause für Marko Martinovic Platz machen, und der räumte zusammen mit Jannik Schröder dort sehr effektiv ab.

Für die vorderste Reihe waren Bertels indes die Hände gebunden. Der verletzte Lars Schröder fehlte genauso wie Julius Eckert, der aus schulischen Gründen eine Woche nicht trainiert hatte. Manuel Rasp lief sich in der Spitze zwar einen Wolf, blieb aber wirkungslos: Entweder wurde er von seinen Mitspielern in den vielen Kontersituationen ins Abseits geschickt oder er übersah den mitgelaufenen Mitspieler oder rannte sich fest. Einzige Ausnahme: In der 17. Minute schlug Rasp eine scharfe Flanke von rechts, an der Fabian Großeschallau vorbeirutschte.

Dies sollte die einzige klare Möglichkeit in 90 Minuten bleiben. "Schade, dass wir es nicht verstanden haben, mehr Angriffe durchzuspielen, die Möglichkeiten dazu waren da." Matthias Haeder hätte den Verler Anhängern "gerne mehr zum Angucken" geboten. Dass in der Offensive so wenig lief, hatte auch damit zu tun, dass Bertels sich erst spät entschloss, mit Lukas Krause und Marcel Kunstmann zwei seiner wenigen offensiven Bankkarten auszuspielen.

Das Hauptaugenmerk des Verler Trainers ruhte indes auf der Deckung. "Die spielen ja wie eine Gummiwand", ahnte ein Fortuna-Anhänger schon ganz früh, dass es mit dem fünften Heimsieg für den Titelanwärter schwer werden würde. Zweimal hätten die Gastgeber diese gut verschiebende, die Räume eng machende und die Kölner Außen Pagano und Lejan abbindende Verler Deckung in der 1.Halbzeit einreißen können, als Patrick Plucinski ausrutschte und Thomas Kraus den Weg freimachte. In der 6. Minute schoss der Kölner Mittelstürmer am langen Pfosten vorbei, in der 18.scheiterte er in einer Penaltysituation am glänzend reagierenden Mellwig.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Kölner die Schlagzahl, waren noch feldüberlegener, doch viele klare Chancen sprangen nicht heraus. In der 53. Minute gab der gute Schiedsrichter Thomas Altgeld einen Treffer von Massimo Cannizarro wegen Abseits nicht, und kurz vor Schluss schoss Kraus noch einmal vorbei. "Nicht schön, aber wichtig", beschloss der SCV-Vorsitzende Hans-Josef Katzwinkel, den Punkt einfach mitzunehmen und die Umstände seines Gewinns nicht lange zu diskutieren.

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