Laufgruppe: Dominika Binas, Schäferhund-Dobermann Lyka, Labradoodle Paul, Claudia Zumbansen, Golden Retriever Mable, Simone Isenberg, Ann-Kathrin Sasse und Beagle Lolle (v. l.) beim Warmlaufen. - © Dünhölter
Laufgruppe: Dominika Binas, Schäferhund-Dobermann Lyka, Labradoodle Paul, Claudia Zumbansen, Golden Retriever Mable, Simone Isenberg, Ann-Kathrin Sasse und Beagle Lolle (v. l.) beim Warmlaufen. | © Dünhölter

Gütersloh Gütersloher Physiotherapeutin bietet Sport mit Hund an

Uwe Kramme

Gütersloh. Zwei Minuten Laufen, eine Minute Gehen, dazwischen Leinenführigkeitstraining für den Vierbeiner ("Damit der Hund seinen Menschen nicht durch den Wald zieht") und Stretching sowie Kräftigungs- oder Koordinationsübungen für alle. Anschließend die nächsten Intervalle. So sieht es für Simone Isenberg aus, wenn der Mensch mit seinem besten Freund Sport treibt. "Aber das ist schon hohe Schule und erfordert intensives Training", räumt sie ein. Grundsätzlich sei es sogar möglich, sich mit seinem Hund etwa auf den Hermannslauf vorzubereiten, behauptet die 47-Jährige. Wer jemals versucht hat, mit seinem jedem Hasen und Kätzchen nachsetzenden, oder an allen Bäumen schnüffelnden Hund an der Leine halbwegs zufriedenstellend zu joggen und nicht einmal hoffen durfte, dass der mal ein Stück frei neben ihm laufen würde, hört die Botschaft, allein ihm fehlt der Glaube. An diesem Montagmorgen scheint sich diese Skepsis zu bestätigen. Denn ehe sich Leika, Lolle, Mable und Paul dazu bewegen lassen, in einer Reihe mit ihren Frauchen den Waldweg herunter zu laufen, vergeht einige Zeit. Muntere Verfolgungsjagden durchs Unterholz locken und in dem Waldstück riecht es ja so gut. Aber, siehe da, als sich die Aufregung gelegt hat, bekommt die Trainerin selbst in diese "nur für schöne Bilder zusammengestellte Gruppe" Struktur. Laufend geht es zur ersten Gymnastikeinlage. "Idealerweise ist es dann irgendwann so, dass die Vierbeiner liegen bleiben, wenn die Zweibeiner einen Sprint einlegen und langsam wieder zurückkommen", erklärt Simone Isenberg. Die gelernte Physiotherapeutin und ausgebildete Hundetrainerin, die seit über einem Jahr ihr Konzept "Two for more - Hund, Sport, Coaching" in Gütersloh umsetzt, schränkt jedoch ein, dass es bis dahin sehr viel Geduld und Zeit beim Menschen sowie Gehorsamkeitstraining für den Hund braucht. "Aber die Gruppen werden ja auch langsam aufgebaut." Entscheidend sei, was die Leute wollten, die zu ihr kommen. "Denn das Angebot richtet sich an alle Menschen, die gerne Sport treiben und mit ihren Hunden unterwegs sind, von Anfängern über Fortgeschrittene bis hin zu ambitionierten Läufern. Hauptsache, der Gruppe macht es Spaß, den Zweibeinern und den Vierbeinern", sagt Isenberg. Für Ann-Kathrin Sasse ist das nicht nur an diesem Montag der Fall. "Ich muss doch eh mit dem Tier raus und kann noch etwas für mich tun", erklärt das Frauchen von Lolle, einem Beagle. Claudia Zumbansen, die Labradoodle Paul mitgebracht hat, ist neben der Bewegung noch etwas anderes wichtig: "Die Hunde haben sich angefreundet und die Frauchen auch." Aber so müsse es ja auch sein, findet Simone Isenberg. "Die Menschen sollen gut gelaunt nach Hause kommen, wenn sie etwas für ihr Herz-Kreislaufsystem und ihren Gelenkapparat getan haben und die Hunde zufrieden sein." Sie habe aber leider zu oft erfahren, dass Leute sich nicht trauen würden, Sport mit ihrem Hund zu treiben, oder der nur stumpf neben her laufen müsse, was nun wirklich nichts für ihn sei. Beim Sport mit Hund legt die Physiotherapeutin Isenberg großen Wert darauf, dass das Training für die Menschen gesund ist. "Nicht zu früh zu weit und zu schnell laufen und vor allem richtig", rät sie. Deshalb gehöre auch immer eine Laufstilanalyse dazu. Der Hundetrainerin Isenberg liegt die Erziehung der vierbeinigen Partner am Herzen. "Die beginnt damit, dass die Hunde nicht einfach aus dem Kofferraum springen, wenn die Leute ankommen, sondern nur auf Kommando." Ihr eigener Hund Mable könnte als "Mustersportler" durchgehen. Der 20 Monate alte Golden Retriever wird nicht zu Hause gefüttert, sondern mit Happen belohnt, wenn er Aufgaben bei den täglichen Ausflügen erfüllt hat. "Hunde gehen schließlich in den Wald, um zu jagen", erklärt die Trainerin, warum sich Mable ihr Futter erarbeiten darf. Bei den Menschen Verständnis für solche Instinkte oder die Körpersprache der Hunde zu wecken, ist ihr ein großes Anliegen bei diesem besonderen Sportangebot.

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