Dr. Wolfgang Feil richtete den Focus im Kreishaus auf seine Tabata-Methode zur Fettverbrennung und brachte das Publikum im Kreishaus gleich auf Trab. Zwanzig Sekunden auf der Stelle laufen und zehn Sekunden Pause. - © FOTO: ROBERT BECKER
Dr. Wolfgang Feil richtete den Focus im Kreishaus auf seine Tabata-Methode zur Fettverbrennung und brachte das Publikum im Kreishaus gleich auf Trab. Zwanzig Sekunden auf der Stelle laufen und zehn Sekunden Pause. | © FOTO: ROBERT BECKER

Erfolgsrezepte für die Hermannsläufer

Ernährungswissenschaftler Dr. Wolfgang Feil stellt im Kreishaus landläufige Theorien auf den Kopf

VON ROBERT BECKER

Gütersloh. "Fett macht schlank, Kohlenhydrate machen dick", sagt der Ernährungsexperte Dr. Wolfgang Feil. Der "Guru" aus dem Schwäbischen, der auf Einladung des Active-Sportshop und des Kreissportbundes nach Gütersloh gekommen war, um Läuferinnen und Läufer auf den "Hermann" einzustimmen, stellte am Mittwochabend im Kreishaus landläufige Theorien auf den Kopf. Der rastlose Mediziner redete zwei Stunden lang wie ein Wasserfall und wurde erst nur durch die Technik ausgebremst: "Wir müssen aufhören, um 21.30 Uhr geht hier die Alarmanlage los", beendete Dr. Feil seinen Vortrag.

Bis zum recht plötzlichen Ende war die Abhandlung spannend und systematisch aufgebaut. Los ging es mit der Theorie der Fettverbrennung in den Muskelzellen, den Mitochondrien. Erste bahnbrechende Neuigkeit: Mit einem vierminütigen Tabata-Training aus 20 Sekunden Belastung und zehn Sekunden Pause im Wechsel sei die gleiche Fettverbrennung trainierbar wie mit eine einstündigen Dauerlauf. Damit diese Botschaft ankommt, lässt Wolfgang Feil alle im Saal wie beschrieben vier Minuten auf der Stelle eine Tabata-Einheit machen – so wie er es jeden Morgen nach der kalten Dusche und dem ersten Espresso in seinen Tagesablauf eingepflegt hat. Allerdings schränkt Dr. Feil sogleich ein: "Tabata ersetzt nicht das Kilometertraining."

Sein nächster Kernsatz lautet "train low". Mit diesem Konzept favorisiert der Experte eine Basisernährung mit wenigen Kohlenhydraten während der Trainingsphase. "Wer wenig Kohlenhydrate isst, fördert die Fettverbrennung", lautet seine Theorie. Wenn überhaupt, dann sei die Kartoffel eines der besseren Kohlenhydratlieferanten auf dem Teller. Und damit kommt Dr. Feil zu einem weiteren wichtigen Baustein seiner Lehre: "Weizen und Roggen in Nudeln oder im Brot sind stark hemmend, denn sie enthalten Lektine und die erhöhen die Entzündungen im Körper." Weizenprodukte enthalten morphinartige Strukturen. Dr. Feil empfiehlt alternativ Dinkel, Hafer und Hirse – im Brot sowie in den Nudeln.

Die nächste große Baustelle in Ernährungsfragen ist der Umgang mit Zucker. Als Tagesgetränke kommen für Dr. Wolfgang Feil vorwiegend Wasser, Tee und Kaffee zum Zuge. Apfelschorle und Säfte enthalten zu viel Fruchtzucker. Er mahnt sogar zum zurückhaltenden Verzehr von Äpfeln und Bananen – und zwar wegen des Fruchtzuckers, denn der werde "in der Leber verfettstoffwechselt wie Alkohol." Der Verzehr von Beeren sei weit günstiger, so Dr. Feil.

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