Schon unterwegs war den Bielefeldern Swen Siegler, Kai Sandow und Robert Ohlemüller (v.l.) klar, dass das Jahr für sie ein gutes Ende nimmt. - © FOTO: H. MARTINSCHLEDDE
Schon unterwegs war den Bielefeldern Swen Siegler, Kai Sandow und Robert Ohlemüller (v.l.) klar, dass das Jahr für sie ein gutes Ende nimmt. | © FOTO: H. MARTINSCHLEDDE

Extrem hohe Zufriedenheitsquote

30. Gütersloher Silvesterlauf mit 1.227 Teilnehmern / Amanal Petros und Caroline Hoyte dominieren

VON WOLFGANG TEMME

Gütersloh. Spannend war im Männerrennen lediglich die Frage, ob der 18-jährige Äthiopier bei seiner Titelverteidigung den Streckenrekord knacken würde. Tat er nicht. Zwar lief Amanal Petros mit 31:00 Minuten deutlich schneller als bei seinem Vorjahressieg (32:11 Min.), und er erreichte die drittschnellste Zeit in 30 Jahren Silvesterlauf. Doch die Bestmarke von Burkhard Wrenger aus dem Jahre 1992 (30:49 Min.) hat weiter Bestand. "Ich kannte sie gar nicht", gestand Petros nach seinem Solo, das er nicht mit vollem Einsatz bestritt.

"Er sollte heute nicht hundert Prozent laufen", stellte Gerd Grundmann klar. Der Trainer vom TSVE Bielefeld bremst seinen jungen Schützling, weil der zuletzt Anzeichen von Erschöpfung gezeigt hatte. "Unser Ziel ist, an die europäische Spitze heranzukommen", sagte Grundmann. Aus diesem Grund untersagte er Amanal Petros auch einen Start beim 30 Kilometer langen Hermannslauf im April. "Der macht langsam", erklärt Grundmann, der stattdessen auf Schnelligkeit für die Hallen-DM über 3.000 Meter setzt. "Vielleicht darf ich nächstes Jahr laufen", lachte Petros, bevor er sich zur Silvesterfeier bei der Gütersloher Familie Steinhoff verabschiedete, die bis zum Abschluss des Asylbewerberverfahrens als Paten fungiert.

Lange nachdem die für Petros abgefeuerten Raketen verglüht waren, kamen die "Verfolger" ins Ziel am Kamphof. Zweiter wurde mit 34:53 Minuten der Oelder Philipp Kaldewei, obwohl er sich unterwegs kurz verlaufen hatte. Rang drei (35:03 Min.) ging an den früheren zweimaligen Sieger Uli Christmann. Der für TriSpeed Marienfeld laufende 48-Jährige hatte damit angesichts seines seit Oktober zurückgeschraubten Trainingspensums ("Nur ein bisschen Rumgeeiere") nicht unbedingt gerechnet.

Völlig überraschend stand bei den Frauen Rekordhalterin Caroline Hoyte an der Startlinie. Die 43-jährige Engländerin, die 1998 in 35:14 Minuten gewonnen hatte und nach der Geburt von zwei Kindern 2010 ihre persönliche 10-Kilometer-Bestzeit von 33:25 Minuten aufstellte, siegte ungefährdet in 36:45 Minuten. Begleitet wurde sie von ihrem Ehemann Kurt (50), früher selbst im Trikot des Post SV aktiv und 1998 beim Silvesterlauf siegreich. Er besuchte zum Jahreswechsel mit seiner in Brighton lebenden Familie seine Mutter in Gütersloh und seinen Bruder in Marienfeld. Zweimal täglich steht für das Ehepaar Training auf dem Programm. "Ich will nochmal eine 34-er Zeit laufen", hat sich Caroline Hoyte vorgenommen.

Hinter der 19-jährigen Michelle Rannacher (DJK Gütersloh, 39:28 Min.) nutzte Nicole Gehse die Gunst der Stunde und lief in persönlicher Bestzeit von 42:30 Minuten als Dritte aufs Treppchen. Die 38-jährige Krankenschwester aus Gütersloh, dreifache Mutter, hatte ihre Laufkarriere 2010 beim Silvesterlauf begonnen ("Mit einer 58-er Zeit"), sich ohne Vereinsbindung und in Eigentraining gesteigert und war 2013 beim Hamburg-Marathon nach 3:38 Stunden gefinisht. Zwei Flaschen Sekt der Sonderedition "30 Jahre Gütersloher Silvesterlauf" versüßten ihr den Erfolg.

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