Unsere Hermannsläufer: (obere Reihe v.l.) Thilo Mücke, Arne Holtmann, Jan Kerkmann, die Sieger Hilde Aders und Elias Sansar, Birte Degenhardt, Michael Amstutz, Jessica Volkmann, (untere Reihe v. l..) Ingmar Lundström, Manfred Düscher, Miriam Hogan, Claudia Tausch, Sarah Wiegmann und Stephanie Strate. - © Bilder: nw.de/Collage: Carsten Berger
Unsere Hermannsläufer: (obere Reihe v.l.) Thilo Mücke, Arne Holtmann, Jan Kerkmann, die Sieger Hilde Aders und Elias Sansar, Birte Degenhardt, Michael Amstutz, Jessica Volkmann, (untere Reihe v. l..) Ingmar Lundström, Manfred Düscher, Miriam Hogan, Claudia Tausch, Sarah Wiegmann und Stephanie Strate. | © Bilder: nw.de/Collage: Carsten Berger

Bielefeld Das Fazit von 14 Hermannsläufern: Bestzeiten, Krämpfe und blutige Füße

Stephanie Fust

Bielefeld. Wieder ist der Teutolauf ein unvergessliches Erlebnis. Auch für 14 Teilnehmer, 
die sich im Vorfeld unseren Fragen gestellt haben. Nach dem Lauf ziehen sie ihr Fazit der 31,1 Kilometer des 47. Hermannslaufs. Die Sieger Hilde Aders (Tromsø, 2:05:11 Stunden): „Es war wieder ein wundervolles Erlebnis. Auch weil meine Familienmitglieder alle gut ins Ziel gekommen sind. Trotz Bestzeit habe ich mich schwer getan, weil sich meine Beine vom Start weg nicht so gut angefühlt haben. Und die Hitze hat ihr Übriges getan. Aber die Zuschauer haben mich super gepusht." Elias Sansar (Detmold, 1:45:03): „Es war von morgens bis nachmittags, vom Hermannsdenkmal bis zur Sparrenburg, ein tolles Erlebnis. Der Hermannslauf ist wie eine riesengroße Feier, an der ich in Zukunft, auch wenn ich nicht mehr gewinnen sollte, teilnehmen möchte." Persönliche Bestzeiten Stephanie Strate (Bielefeld, 2:10:51): „Ich hatte durchweg Spaß und hab die Strecke und die Stimmung einfach genossen. Nett fand ich das Plakat auf der Panzerbrücke mit einem Mariocard-Powerpilz und dem Schriftzug ’Tap to power up’. Meine persönliche Bestzeit konnte ich um fünf Minuten herunterschrauben. Und dass ich wieder auf dem Treppchen stehen durfte, ehrt mich und macht mich stolz." Jan Kerkmann (Freiburg 1:49:55): „Für mich erfüllte sich ein läuferischer Lebenstraum, da ich die magische Grenze von 1:50 Stunde zu unterbieten vermochte. Wahrhaft glücksstiftend ist, dass mein bislang schnellster Hermann auch derjenige war, welcher den vergleichsweise geringsten Anstrengungsgrad erforderte. Nach dem vierten Platz im Vorjahr und dem zweiten Platz 2016 bildet der nun belegte dritte Platz eine wunderschöne Abrundung meiner aktuell sieben Teilnahmen umfassenden Hermannslauf-Chronik. in deren Rahmen ich meine Bestzeit von anfänglichen 1:59:50 Stunden (2012) um nahezu zehn Minuten steigern konnte." Eine Berg- und Talfahrt Jessica Volkmann (Bielefeld, 2:14:35): „Der Hermann war diesmal die reinste Achterbahnfahrt für mich. Ein guter Freund ist aus Hamburg angereist, um mit mir mitzulaufen. Die ersten 20 Kilometer haben wir uns die Strecke im Team geteilt, so dass jeder mit seinen Stärken den anderen etwas mitziehen konnte. Dann musste sich mein Laufpartner leider etwas rausnehmen und ich stand vor der Zerreißprobe, ob ich mein Tempo weiter halte oder ihn unterstütze. Durch die unglaubliche Unterstützung von außen, habe ich aber dann auch alleine den Weg ins Ziel gefunden. Dort stand überraschend meine Familie, die mir ein großes Lächeln ins Gesicht zauberte." Arne Holtmann (Bad Oeynhausen, 2:18:45): „Trotz des Föhr-Marathons vor fünf Wochen und einer kleinen Erkältung Anfang der Woche war ich guter Dinge eine neue Bestzeit (unter 2:11 Stunden) zu laufen. Die ersten 10 Kilometer bin ich in 41 Minuten gelaufen und war voll im Plan. In Oerlinghausen und spätestens im Schopketal (bei km 19) musste ich jedoch einsehen, dass es mit einer Bestzeit nicht klappen wird. Nach dem Eisernen Anton konnte ich kurioserweise meine Geschwindigkeit wieder laufen. Aber da war es dann zu spät. Nicht schlimm! Nach dem Hermann ist vor dem Hermann! So freue ich mich schon heute auf 2019!" Sturz und Krämpfe Sarah Wiegmann (Lübbecke, nicht beendet): „Leider bin ich zwei Kilometer vor dem Ziel dehydriert und unterzuckert gestürzt. Ein Walker-Pärchen hat sich aber ganz toll um mich gekümmert, bis der Rettungswagen kam und mich mitgenommen hat. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Dennoch macht es mich traurig, dass ich den Hermann nicht beenden konnte. Bei Kilometer 28 lag ich noch an 14. Stelle des Frauen-Wettbewerbs." Thilo Mücke (Bielefeld, 2:38:16): „Das Rennen war knüppelhart. Trotz guter Vorbereitung bekam ich ab dem Eisernen Anton Krämpfe, konnte den Zieleinlauf aber doch laufend zelebrieren. Unter diesen Umständen ist die Zeit natürlich in Ordnung, vor allem für ein Erstlingswerk, aber noch ausbaubar. Vom Rennen an sich und den tollen Zuschauern muss man einfach begeistert sein! Es war ein ausgesprochen emotionaler Moment, als im Ziel die Mühen der letzten fünf Monate abgefallen sind! Und einem Muskelkater gewichen sind, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Das soll nicht mein letzter Hermann gewesen sein." Aufgeregt zur Premiere und kontrollierte Routiniers Birte Degenhardt (Brockhagen, 3:55:11): „Schon die Busfahrt nach Detmold war sehr aufregend und eine schöne Einstimmung auf den Lauf, den ich locker und behutsam mit zwei netten Kollegen angegangen bin. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir bis zum Ziel im Trio zusammen geblieben sind. Auf den letzten zehn Kilometern hatte ich noch Körner. Das macht Lust auf mehr und Mut, ein paar Gänge hochzuschalten." Ingmar Lundström (Gütersloh, 2:03:17): „Der Hermann 2018 hat mir mal wieder gezeigt, warum es sich lohnt, sich im Frühjahr auf diesen einzigartigen Lauf zu fokussieren. Nach drei mäßigen Hermännern ist es mir mal wieder gelungen, den Teutolauf von vorne bis hinten zu kontrollieren und damit frühzeitig in den Flow zu kommen. Das Erleben der Stimmung ist dadurch natürlich viel schöner." Claudia Tausch (Bad Oeynhausen, 3:56:31): „Ich bin mit meiner Leistung zufrieden, es ging mir ja nicht um die Zeit. Meine Vorbereitung war nicht auf diese lange Strecke angelegt, umso mehr hat es mich überrascht, sogar unter vier Stunden geblieben zu sein. Ankommen und eine kurze Erholungszeit, das ist mir gelungen."  Michael Amstutz (Brakel, 2:18:27): „Ich hatte mir vorgenommen unter 2:20 zu laufen, das ist mir gelungen. Und genießen konnte ich den Lauf auch. Zumindest auf den ersten 20 Kilometern. Die letzten 10 dann nicht mehr so ganz Rekordwanderer und blutige Füße Manfred Düscher (Bad Salzuflen, Wanderer): „Also, unter Berücksichtigung des von mir geleisteten Trainingspensums kann ich mit dem gelungenen Ausgang mehr als zufrieden sein – begünstigt durch den mir entgegenschallenden Zuspruch und Respekt von den begeisterten Leuten am Streckenrand. Umso ernüchternder dann der mir nicht bereitete Empfang von offizieller Seite am Ziel. Denn ich steuerte ganz alleine auf den Endpunkt zu, aber von oben auf der besetzten Brücke um kurz vor 16 Uhr erfolgte keine Vorstellung den rechts und links applaudierenden Zuschauern gegenüber, obwohl mein spezielles T-Shirt ’MANNIs 47. Hermannslauf 2018’ plus Start-Nr. 8637 gut sichtbar zu erkennen waren." Miriam Hogan (Herford, 2:31:25): „Die Strecke, die Atmosphäre – einfach großartig. Bergauf war es etwas mühsamer für mich, dafür habe ich aber bergab richtig Dampf gemacht. Die letzen zwei Kilometer waren dann wegen der blutigen Füße übel. Aber der Zieleinlauf – mein Mann, mein Sohn und sogar mein Chef haben mich dort erwartet – hat dann für alles entschädigt."

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