Nach 4:42 Stunden kommt Mathias Schmidt samt Uniform ins Ziel - die letzten Meter darf auch sein Sohn noch mit. - © Lena Vanessa Niewald
Nach 4:42 Stunden kommt Mathias Schmidt samt Uniform ins Ziel - die letzten Meter darf auch sein Sohn noch mit. | © Lena Vanessa Niewald

Hermannslauf Kampf gegen Muskelkrankheit: Dieser Mann lief den Hermann in Uniform

Mathias Schmidt läuft zum ersten Mal die 31,1 Kilometer - mit seiner Uniform will er auf eine seltene Erbkrankheit aufmerksam machen

Lena Vanessa Niewald

Bielefeld. Es war sein erstes Mal. 31,1 Kilometer vom Hermannsdenkmal bis zur Sparrenburg. Und gleich bei seiner Premiere auf der Hermannslauf-Strecke hat Mathias Schmidt aus Marienmünster alle Blicke auf sich gezogen. Denn: Der Familienvater ist nicht wie seine knapp 7.000 Mitläufer in Trainingshose, Tshirt und Cappie mitgelaufen. Mathias Schmidt hat sich für eine Feuerwehr-Uniform entschieden, samt Helm und einem Atemschutzgerät auf dem Rücken. Und dahinter steckt eine ganz besondere Botschaft: Schmidt setzt sich mit seinem außergewöhnlichen Outfit für eine schwere Erbkrankkeit bei Kindern ein: Duchenne-Muskeldystrophie. "Dabei werden Muskeln abgebaut, erst in den Beinen, später in den Armen, in der Lunge und im schlimmsten Fall ist dann auch der Herzmuskel betroffen", sagt Schmidt. Seit 2013 unterstützt er die "Aktion Benni & Co" der Duchenne Stiftung regelmäßig mit Läufen in Uniform und passenden Sponsoren. #hermann18 #hermannslauf2018 #panzerbrücke #Augustdorf #volkslauf #sport #laufen #justgoshoot #travelgram # Ein Beitrag geteilt von Michael Pitt (@pixelpitt) am Apr 29, 2018 um 5:33 PDT Die Reaktionen seien jedes Mal überwältigend, sagt Schmidt. Auch beim Hermannslauf wurde er fast minütlich von Zuschauern an der Strecke angesprochen. "Viele fragen sofort, ob ich eine Wette verloren habe oder in meinem Feuerlöscher Bier habe." Viel Zeit zum Reden und Erklären bleibt dem 32-Jährigen während des Laufs aber nicht. "Ich muss ja zusehen, dass ich die Strecke bewältigt bekomme, wenn ich dann noch die ganze Zeit quatsche, wird das nichts." Weil er die Reaktionen mittlerweile kennt, ist Schmidt aber inzwischen vorbereitet. Einen dicken Stapel Flyer hat er immer dabei. Und jeder, der ihn nach seinem außergewöhnlichen Outfit fragt, bekommt einen Flyer in die Hand gedrückt. "Danach sind alle begeistert und finden meinen Eisatz super", freut sich Schmidt. Die ersten Berührungen mit der Muskelkrankheit hatte Schmidt in seiner eigenen Familie. 2013 starb sein Vater an Multiple Sklerose. "Ich wurde früh mit der Krankheit konfrontiert. Nach dem Tod meines Vaters wollte ich irgendetwas gegen solche ätzenden Muskelkrankheiten machen", sagt Schmidt. Mit seinem sportlichen Einsatz hat er einen Weg gefunden. Und schon am Tag nach dem Hermann gilt für Mathias Schmidt: "Nach dem Hermann ist vor dem Hermann". Er bereitet sich schon auf seinen nächsten Lauf vor. Für den 26. Mai hat er einen Feuerwehr-Benefizlauf in Höxter organisiert und auch dort wird er - natürlich - in Uniform antreten. Bestes Kostüm! #Hermannslauf#Hermann18pic.twitter.com/X9dnvCqLEG — Sir Argyle ツ DO1BI (@Rettungsdroide) 29. April 2018

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