Folgen des Sturms „Friederike": Hermannsläuferinnen und -läufer können bei Kilometer 23 den Weg links über die Lämershagener Treppen wählen oder rechts durch den Wald laufen. Der Weg durch den Wald ist wegen umgestürzter Bäume derzeit nicht nutzbar. - © Arne Bensiek
Folgen des Sturms „Friederike": Hermannsläuferinnen und -läufer können bei Kilometer 23 den Weg links über die Lämershagener Treppen wählen oder rechts durch den Wald laufen. Der Weg durch den Wald ist wegen umgestürzter Bäume derzeit nicht nutzbar. | © Arne Bensiek

Bielefeld Sturmfolgen stören Training für den Hermannslauf 2018

Das Waldbegehungsverbot erfordert die Flexibilität der Teilnehmer

Stephanie Fust

Bielefeld. Die Läufergemeinde wird allmählich nervös - in drei Monaten steigt der Hermannslauf, und das Training auf der 31,1 Kilometer langen Strecke durch den Teutoburger Wald ist dank des Sturmtiefs Friederike immer noch nicht möglich, geschweige denn erlaubt. Das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe hat das Waldbegehungsverbot in weiten Teilen der Region wegen der Gefährdung der Sicherheit und der Aufräumarbeiten verlängert. Das Training muss also vorerst noch auf asphaltierten Strecken stattfinden. Und das nervt viele. Andere Strecken im Training "Entscheidend für die Vorbereitung ist natürlich, dass man sich mit der Strecke vertraut macht, die Berge verinnerlicht, den Untergrund und die Länge", erklärt Ingmar Lundström, Gewinner 1999. Der Gütersloher Laufcoach bereitet auch in diesem Jahr eine 170-köpfige Gruppe, davon zur Hälfte Ersttäter, auf den Hermannslauf vor und muss aufgrund der Baumschäden entlang des Hermannsweges sein Training umgestalten. "Wir machen aus der Not eine Tugend und laufen zunächst flache Strecken rund um Isselhorst. Das hat den Vorteil, dass meine Schützlinge gleichmäßiger laufen", erklärt Lundström. Sobald der Teutoburger Wald wieder freigegeben sei, "müssen wir verstärkt Rampentraining, also Höhenmeter machen. Ich glaube aber nicht, dass das letztlich Einfluss auf die Zielzeit hat", meint der erfahrende Marathon- und Triathlonläufer. Zerstörung im lippischen Teil besonders groß Deshalb rät Lundström auch davon ab, sich aus übertriebenem Ehrgeiz über das Verbot hinwegzusetzen. "Abgesehen davon, dass es momentan einfach gefährlich ist, im Wald zu laufen, ergibt das Training dort für mich auch keinen Sinn. Alle 50 Meter muss man über umgestürzte Bäume hüpfen oder darunter her krabbeln", sagt er. Im lippischen Teil ist die Verwüstung in den Wäldern besonders groß, die Zufahrt zum Start am Hermannsdenkmal ist immer noch gesperrt. So mancher Hermannsläufer fragt sich, ob der 47. Teuto-klassiker am 29. April überhaupt stattfinden kann. "Ich habe bereits Rückfragen von Läufern erhalten, aber ich bin da sehr entspannt", sagt Organisator Daniel Skakavac vom Ausrichterverein TSVE 1890 Bielefeld. "Ich werde erst nervös, wenn es Mitte April noch einmal so stürmt." Priorität bei den Aufräumarbeiten Meinhard Schinner, als technischer Leiter für die Sicherheit beim Hermannslauf zuständig, hat sich von den Regionalförstern in Bielefeld und Lippe über die Aufräumarbeiten in Kenntnis setzen lassen. "Es ist allen bewusst, dass der Hermannslauf Ende April stattfindet. Und die Bereiche entlang der Laufstrecke haben bei den Aufräumarbeiten natürlich Priorität", erklärt der Bielefelder. Beim Regionalforstamt OWL in Minden sei man sich sicher, dass bis spätestens Mitte April der Hermannsweg geräumt sei. Solange wollen einige Ehrgeizige aber nicht warten. Trotz des Waldbegehungsverbotes - in Bielefeld gilt dieses noch bis zum 15., im Lipperland bis zum 28. Februar -, trainieren sie fleißig im Teuto und posten ihre "Hindernisläufe" im Netz. Sie gefährden dadurch nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern stören auch beim Reinemachen. Deshalb ruft Schinner zu mehr Rücksichtnahme auf: "Wir dürfen nicht vergessen, dass der Hermannslauf zu 80 Prozent durch Privatwälder führt. Dort sind zum Teil Wirtschaftsbetriebe ansässig, die ihre Arbeit verrichten. Unabhängig vom Sturmchaos ist ein Aufeinanderzugehen unumgänglich. Wir sind schließlich auf die Gunst der Waldbauern angewiesen."

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