Hermannslauf Wetterumschwung stellt Hermannsläufer auf den Prüfstand

Auch auf den Spitzenrängen könnten die Karten neu gemischt werden

Stephanie Fust

Bielefeld. Da schreit die von Kälte und Regen leidgeprüfte Seele „Hurra". Der Frühling kehrt zurück und beschenkt uns am Hermannslauf-Sonntag mit Sonne satt. Zur Startzeit um 11 Uhr begeben sich mehr als 7.000 Aktive bei sonnigen zehn Grad am Hermannsdenkmal in Detmold auf die 31,1 Kilometer Richtung Bielefeld. Schnell, so die Prognose, sollen die Temperaturen auf bis zu 18 Grad in OWL steigen. Herrliche Bedingungen also für Zuschauer, aber auch für die Teilnehmer? Die haben sich schließlich bei frostigen drei Grad auf die Tortur durch den Teuto vorbereitet? Alle Prognosen – egal, ob es um die schlichte Bewältigung des OWL-Klassikers geht, um persönliche Bestzeiten oder einen Podiumsplatz – seien hinfällig, wenn das Wetter umschlage, hatte bereits Martin Sprenger vor zwei Wochen zu Bedenken gegeben. Der Sieger von 1988 ist sich sicher: „Bei Hitze werden die Karten neu gemischt. Aber auch das macht den Hermann aus." Im vergangenen Jahr kämpften sich die Hermannsläufer durch ein Wetter-Mix von Sonne, Graupel und Schneeschauer. Elias Sansar, im ärmellosen Leibchen gestartet, hielt das nicht davon ab, seinen neunten Lorbeerkranz einzuheimsen. Und Hilde Aders, die Frau, die aus dem nördlich des Polarkreises gelegenen Tromsø kommt, und ihren Titel-Hattrick anpeilt, kam die Kälte sogar entgegen. „Hitze", stöhnt die 26-Jährige, fürchte sie am meisten. „Die Bedingungen sind für alle gleich", beschwichtigt Sansar, der am Sonntag die Startnummer 1 trägt. Nicht vom Wetter will sich der Detmolder seinen zehnten Erfolg vermiesen lassen. Er sei gut in Form, aber das habe er von seinen Konkurrenten auch gehört. „Es wird nicht einfach werden, ich bin gespannt." Der 37-Jährige erwartet den Vorjahressechsten Adam Janicki von der SV Brackwede ganz vorn. Der laufende Kickboxer bot ihm bereits beim Luisenturmlauf über 21,1 Kilometer und beim Weihnachtscross in Borgholzhausen (16 km) Paroli. Dem Paderborner Robiel Weldemichael traut er ebenfalls einiges zu und dem Vorjahreszweiten Jan Kerkmann vom ausrichtenden TSVE Bielefeld sowieso. Als Geheimfavorit wird der Holländer Erwin Akkermann angepriesen. Sansar hat eine Siegerzeit zwischen 1:45 und 1:47 Stunden im Sinn. Mal sehen, wer’s drauf hat. Es wird spannend.

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