Der Start im letzten Jahr, alles bereit für den Hermannslauf 2017? - © Sarah Jonek
Der Start im letzten Jahr, alles bereit für den Hermannslauf 2017? | © Sarah Jonek

Hermannslauf Später Start - Mit nur sechs Wochen Training auf zum Hermannslauf

Digital-Redakteur Marc Schröder schildert, wie es um seine persönliche Vorbereitung für den "Hermann 2017" steht

Marc Schröder

Bielefeld. Jeder Hermannsläufer hat für den Start am 30. April seine eigenen Gründe und Ziele. Bereits vorher hat jeder der 7.000 Teilnehmer etliche Trainingskilometer abgespult. Digital-Redakteur Marc Schröder schildert, wie es um seine persönliche Vorbereitung für den "Hermann 2017" steht. Sein größtes Problem: Er hat effektiv nur rund sechs Wochen fürs Training übrig. Die Anfrage meines Kumpels Sebastian kam im Herbst letzten Jahres per WhatsApp: "Ich will nächstes Jahr den Hermann laufen! Suche aber noch einen Flügelmann, dafür bist du im Recall. Hast du Bock?" Zaghafte Gegenfrage: "Was peilst du denn als Zielzeit an?" Sebastian will zwischen 3 Stunden und 3.15 Stunden ankommen. Kurz überlegt, Termin passt, den Kumpel unterstützen passt eh, Motivation auch. Antwort: "Ich wollte sowieso wieder mehr laufen, am 8. Januar sind wir zum Anmelden online!" Direkt starten oder Hunger Games 8. Januar, 00.20 Uhr "Ihre Online-Anmeldung war erfolgreich." Aufgeregte Vorfreude bei Kumpel Sebastian, vermutlich würde er am liebsten direkt zum Hermannsdenkmal fahren und Richtung Bielefeld starten. Etwas, nennen wir es verhaltener, die Reaktion neben mir auf dem Sofa: „Das ist ja fast so gut wie bei den Hunger Games ausgelost zu werden", kommentiert meine Freundin. Sie gibt nebenbei Fitnesskurse, aber warum Menschen freiwillig Laufen als Sport betreiben, das hat sich ihr nie erschlossen. Dass es für mich tatsächlich etwas mehr in Richtung Hunger Games gehen soll, ahne ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Denn eigentlich bin ich dank intensiver Football-Wintervorbereitung auf einem guten Stand, was die Grundlagenfitness angeht. Ab Februar sollen drei Trainingsmonate mit umfangreichen Laufeinheiten ausreichen, so mein Plan. Es kommt anders. Ende Januar zerre ich mir die Wade beim Football. Nach 14 Tagen Trainingspause und leichten Lauftests scheint die Muskulatur regeneriert zu sein. Dafür haut mich dann ein heimtückischer Infekt mit hohem Fieber um. So fies bin ich das letzte Mal vor Jahren in der Fußball-Kreisliga umgegrätscht worden, mit offener Sohle, von Hinten, in die Kniekehle. Eine andere Geschichte. Vom Fieber niedergestreckt Das Fieber ist zum Glück nach wenigen Tagen kuriert, zur Sicherheit aber eine weitere Woche Pause. Nach einer Lauf- und zwei Football-Einheiten meldet sich die Wadenzerrung unangenehm zurück. Meine einzige Konstante in der "Hermann"-Vorbereitung von Februar bis März: Sie findet nicht statt. Mich überkommen Zweifel. Macht das Sinn, wenn ich nicht fit bin? Reicht die Zeit zum Laufen? Ich stehe im Wort, aber Sebastian hat selbst Knieprobleme. Sollte man die Startnummern in die Startplatzbörse für den Hermannslauf einstellen? Nichts da! Wenn schon Hunger Games, dann richtig. Auf geht's, mit etwas mehr als sechs Wochen Training zum Start des Hermannslauf. Wird schon. In Klammern: Eieiei. Effektiv stehen Mitte März vielleicht 25 Trainingskilometer zubuche. Ein Bruchteil dessen, was ich ursprünglich angedacht hatte. Ganz egal, ich lauf jetzt einfach los, wird wohl alles klappen. Für einen anspruchsvollen Lauf wie den Hermann sicherlich ambitioniert. Es nicht zu versuchen bringt aber ja auch keine Erkenntnis. Einfach mal machen Wenn es dann am Ende mit dem 3-Stunden-Plan nichts wird, dann war es zumindest den Versuch und die Erfahrung wert. Ins Ziel kommen werden wir schon. Irgendwie. Immerhin: Die ersten Läufe nach den Zwangspausen fühlen sich richtig gut an. Vielleicht liegt's am guten Wetter. Vielleicht liegt's auch an der Taktik. Die Kilometer und die Zeit schaue ich mir nach dem Laufen nur kurz an. Einfach um zu wissen, ob die Werte dem Gefühl entsprechen. Auch wenns mit der Topform knapp wird: Ich freue mich auf den 30. April.

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